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München - Der Beginn der Eishockey-WM steht bevor. Für Deutschlands ehrgeizige Ziele ist Leon Draisaitl entscheidend. Doch der Druck auf den NHL-Superstar ist riesig.

Nach kurzem Zögern an Karfreitag kam die gute Nachricht für Eishockey-Deutschland: NHL-Superstar Leon Draisaitl wird bei der anstehenden Weltmeisterschaft in der Slowakei (ab 10. Mai LIVE im TV auf SPORT1) teilnehmen.

Der Spielmacher und Torjäger der Edmonton Oilers ist für eine erfolgreiche WM des DEB-Teams die Schlüsselfigur und der große Hoffnungsträger für das selbsternannte Ziel Viertelfinale. Der Leistungs- und Hoffnungsträger. 

Von Anlaufschwierigkeiten war in seinen ersten beiden Testspiel-Auftritten gegen Österreich keine Spur, der 23-Jährige lieferte direkt ab. Fünf Tore in zwei Spielen sollen nur ein Vorgeschmack sein, ein größerer Härtetest wird die WM-Generalprobe gegen die USA (Eishockey: Deutschland - USA, Dienstag ab 18.45 Uhr im TV und LIVESTREAM).

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"Es war ganz okay für die ersten Spiele. Ich denke, dass ich noch Luft nach oben habe", sagte Draisaitl über seine Leistung gegen das Nachbarland.

Nur Owetschkin trifft häufiger

Die Genialität des wahrscheinlich besten deutschen Eishockeyspielers der Geschichte wird dabei nicht nur als Schütze nötig sein, sondern auch als Vorlagengeber. Beide Qualitäten stellte er in der abgelaufenen NHL-Saison jeweils mit Bestmarken unter Beweis.

Mit 50 Saisontreffern war er zweitbester Torschütze der US-Profiliga - nur Superstar Alexander Owetschkin traf einmal mehr. Mit 55 Assists durchbrach Draisaitl zudem die Schallmauer von 100 Scorerpunkten und erklomm Platz vier der NHL-Scorerliste.

Draisaitl, der "German Gretzky"

Draisaitls Stil erinnert an die NHL-Legende Wayne "The Great" Gretzky: Ein exzellenter Torschütze, der als Spielmacher mit genialer Übersicht auch zahlreiche Treffer für seine Teamkollegen vorbereitet.

Nicht umsonst nennen sie Draisaitl in Edmonton den "German Gretzky" - und nicht umsonst ist er der erste Oilers-Spieler, der seit Gretzky in der Saison 1986/87 die 50-Tore-Marke erreicht hat.

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"Jeder sieht, dass er ein spezieller Spieler ist und nicht ohne Grund über 100 Punkte gemacht hat in der besten Liga", sagte Korbinian Holzer von den Anaheim Ducks, der wie Draisaitl in der NHL unter Vertrag steht: "Leon reißt das Spiel an sich, will immer die Scheibe haben. Er kann in einer Sekunde den tödlichen Pass spielen oder abschließen."

McDavid als Draisaitls kongenialer Partner

Draisaitl selbst sieht sein erfolgreiches Spiel vor allem von guten Teamkollegen abhängig: "Meine Mitspieler sind sehr, sehr gut, das darf man nicht vergessen. Sie setzen mich genauso in Szene wie ich sie."

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Einen kongenialen Partner hat er bei den Oilers mit Connor McDavid. Der 22-Jährige Kanadier steht in der Scorerliste der vergangenen Saison mit 116 Punkten sogar noch zwei Plätze vor dem Deutschen (105).

Dass zwei Spieler eines Teams die magische Marke von 100 Punkten in einer Spielzeit erreichen, ist besonders selten - vor allem in so jungen Jahren. In den letzten 25 Jahren gelang dies im Alter von 23 Jahren oder jünger nur dem Pittsburgh-Duo Jewgeni Malkin (113 Punkte) und Sidney Crosby (103) in der Saison 2008/09.

Zu viel Last auf den Schultern von Draisaitl?

Einen Partner vom Format eines McDavid wird Draisaitl im DEB-Team allerdings nicht haben. Das birgt die Gefahr, dass die Verantwortung zu sehr auf ihm ruht. (SERVICE: Alle Infos zur Eishockey-WM 2019)

"Er sollte nicht denken, dass er den ganzen Druck auf seinen Schultern hat und dass er es allein machen muss. Ihm muss bewusst sein, dass es nur als Kollektiv geht, und das muss auch jedem anderen bewusst sein", sagte Nationalspieler Moritz Müller der dpa.

Dennoch wird es in den entscheidenden Momenten vor allem auf den großen Superstar ankommen, der den Unterschied zu anderen Nationen ausmachen kann. Dann klappt es auch mit dem Ziel Viertelfinale.

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