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München - Der Verzicht von Eishockey-Bundestrainer Toni Söderholm auf die Goalies Danny aus den Birken und Dennis Endras schlägt hohe Wellen. Was sagt die Statistik?

Es war das erste Ausrufezeichen, das Bundestrainer Toni Söderholm gesetzt hat. 

Überraschend verzichtet er bei der Eishockey-WM 2019 (10. bis 26. Mai LIVE im TV auf SPORT1) auf die Dienste der beiden Goalies Dennis Endras von den Adler Mannheim und Danny aus den Birken vom EHC Red Bull München im DEB-Team. Beide Keeper stehen nicht nicht im 27-köpfigen Kader für die vierte Phase der WM-Vorbereitung in Mannheim

Aus den Birken "nicht 100-prozentig fit"

Während der Münchner, der kürzlich zum besten Spieler der DEL-Hauptrunde gewählt wurde, nach Angaben seines Vereins "nicht 100-prozentig fit" ist, kommt das Aus für den Mannheimer Goalie aus dem Nichts.

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Denn in den Playoffs drehte der 33-Jährige richtig auf und wurde nach dem Titelgewinn mit den Adlern folgerichtig zum wertvollsten Spieler der DEL-Meisterrunde gewählt. "Ich habe mir schon Chancen ausgerechnet. Der Bundestrainer hat andere Vorstellungen von seinem Kader. Das muss ich akzeptieren", reagierte Endras bei der Deutschen Presse-Agentur ein wenig enttäuscht.

Unerfahrenes Trio auf Torhüter-Position

Statt der beiden erfahrenen DEL-Final-Goalies fahren nun mit Niklas Treutle, Mathias Niederberger und Dustin Strahlmeier drei relativ unerfahrene Torhüter zur Weltmeisterschaft. Das Trio kommt zusammen auf gerade einmal 61 Länderspiele - zum Vergleich: allein Verteidiger Yannic Seidenberg kommt auf 161 Einsätze im Nationaldress.

Doch Söderholm spricht ihnen das Vertrauen aus: "Wir hatten auch andere Kandidaten im Blick, haben uns dafür entschieden, mit den Dreien in die letzte Phase der WM-Vorbereitung zu gehen."

Ein Blick auf die Statistiken der abgelaufenen DEL-Hauptrunde zeigt, dass der Düsseldorfer Niederberger mit 2,19 Gegentoren und 92,89 Prozent Fangquote zumindest Endras (2,25 Tore/Spiel, 90,13 % Fangquote) übertrumpfen konnte. Strahlmeier (Schwenningen) und Treutle (Nürnberg) kassierten dagegen jeweils über 2,5 Tore pro Spiel, blieben aber immerhin bei der Fangquote über 91 Prozent. 

Statistiken sehen Endras und aus den Birken vorne

Doch die Zahlen von aus den Birken, der bei Olympia 2018 gewichtigen Anteil am Gewinn der Silbermedaille hatte, erreicht keiner des Trios. Der Münchner Goalie legte in der Hauptrunde eine Fangquote von 92,61 Prozent aufs Eis und kassierte nur 1,91 Gegentore pro Spiel. Meister-Goalie Endras drehte dann in den Playoffs auf und feierte in 14 Spielen vier Shutouts sowie einen Gegentor-Schnitt von 1,57 Toren pro Spiel.

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Werte die zeigen, dass Söderholm auf die beiden besten deutschen Goalies in der DEL bei der WM verzichtet. Zwar könnte der Finne bis zum WM-Start am 10. Mai noch einmal den Kader verändern, allerdings scheint er auf der Torhüterposition auf das Trio, das den Großteil der Vorbereitung mitgemacht hat, zu setzen. 

Sollten allerdings die deutschen NHL-Goalies Philipp Grubauer oder Thomas Greiss mit ihren Teams in den Playoffs scheitern, könnte Söderholm auf der Torhüter-Position doch noch einmal reagieren. 

Für Endras und aus den Birken wird die WM aber nur aus der Zuschauer-Perspektive stattfinden. 

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