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2016 war gesäht mit Meilensteinen. Was erwartet uns 2017? © Riot Games
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2016 brachte viele Highlights mit sich, ließ aber auch Wünsche für 2017 offen, die von der SPORT1-Redaktion formuliert werden.

Das Dota 2-Jahr war voll von Höhepunkten: Die ESL One Cologne zog über 14.000 CS:GO-Begeisterte in die LANXESS Arena, das The International sprengte mit 20 Millionen US-Dollar die Preisgeld-Rekorde und die World Championships boten mal wieder das Highlight der eSports-Szene mit Top-Teams aus aller Welt.

Dennoch bleiben für die meisten Titel von League of Legends bis Overwatch, aber auch Dota 2 selbst noch einige Wünsche übrig, die wir uns für 2017 erhoffen. Die SPORT1-Redakteure fassen ihre Wünsche für das kommende Jahr zusammen:

Dota 2 braucht mehr Konstanz

Mike Koch: Als großer Dota 2-Fan hoffe ich, dass sich ein stabileres System im Spiel entwickelt. Auch wenn Valve schon mit Roster-Locks versucht die Wechsel zu regulieren, greift der Entwickler noch zu wenig ein. Immer wieder sieht man Teams, die sich auflösen und neu formieren - es ist schwierig, einen Fankult aufzubauen.

Dabei könnten andere Veranstalter helfen. Schon in CS:GO hat die ELEAGUE für ein riesiges Aufsehen gesorgt. Über Wochen kam das CS:GO-Spektakel im TV und hat die Zuschauer mit hoher Produktionsqualität überwältigt. Für Dota 2 würde ich gerne ein ähnliches Turnier sehen, nicht wegen der Produktion, sondern einer regulären Saison, damit die Teams zusammenbleiben und wirklich trainieren.

Auch ein stärkeres Major-Konzept könnte hier Fortschritte machen: Nicht nach jedem Major sollte ein Shuffle möglich sein, sondern erst nach einem halben Jahr - wie in klassischen Sportarten.

Overwatch soll zur Spitze aufschließen

Matthias Holländer: Mein Wunsch für das eSports-Jahr 2017 ist, dass sich Overwatch zu einem großen eSport-Titel entwickelt. Dafür wünsche ich mir mehr klassische Ligen, in welchen Teams regulären Spielbetrieb haben. Diese Ligen sollten in großen Offline-Events enden und höhere Preisgelder haben.

Der größte X-Faktor für den Erfolg von Overwatch als eSports wird natürlich die Overwatch League von Blizzard selbst. Hier würde ich mir ausreichendes Interesse von Investoren sowie eine saubere Umsetzung des Franchising seitens Blizzard wünschen, um Overwatch langfristig als Top-Tier-eSport zu etablieren.

Fußballvereine mit mehr Breite im eSports

Johannes Gorzel: Ich wünsche mir, dass Fußballvereine fortan im eSports mehr als nur FIFA sehen - so wie es Schalke und Paris Saint-Germain 2016 vormachten.

Aktuell wird FIFA von Vereinen aus dem traditionellen Sport als "Einstiegsdroge" für eSport-Fans umgemünzt, doch dabei geht so viel Flair aus den anderen Spielen verloren. Wer einmal in einer Arena war, in der eSports-Fans bei den Profis aus LoL oder CS:GO mitfiebern, der versteht, dass dies nichts mit den legeren, kleinen Turnieren in FIFA zu tun hat.

Es ist klasse, dass durch das Engagement der Fußballvereine FIFA zu einem neuen großen eSport-Titel heranwachsen könnte, doch aktuell sollte die Aufmerksamkeit dem wahren Massenphänomen zukommen.

FC Schalke 04 muss sich neu finden

Marco Gnyp: Ich wünsche mir, dass der FC Schalke 04 sinnvoll in die eigene Infrastruktur investiert und nachhaltig sowie durchdacht das eigene League of Legends-Team aufbaut. Idealerweise gelingt der Wiederaufstieg in die EU LCS schon nach dem Spring Split, wobei sich dies als schwierige Aufgabe erweisen wird. 

Trotz des Wechsels von Elements zu einem derart namhaften Fußballverein wirkte es während des letzten Summer Splits leider weiterhin so, als wären es lediglich "die fünf Spieler und Coach Nyph".

Gegen Ende der regulären Saison, als das Team implodierte und planlos in die Matches ging, hätte es von einer ausgebauten Infrastruktur mit Sportpsychologen und weiteren assistierenden Coaches massiv profitieren können.

Südkorea macht es seit Jahren vor und gerade in diesem Bereich ist es zweifelsfrei sinnvoll, von den Besten zu lernen und dabei die vorhandenen Möglichkeiten eines großen Vereins mit einfließen zu lassen. Ein Club wie Schalke 04, der nach eigenen Angaben das Kapitel LoL ernsthaft angeht, sollte auf Dauer um die Krone Europas mitspielen. Dafür müssen zunächst die Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Hearthstone braucht mehr Varietät

Luka Ziegler: Für 2017 wünsche ich mir vor allem eins: mehr Hearthstone. Und damit meine ich nicht mehr Karten oder Erweiterungen. Ich wünsche mir, wieder mehr vom Spiel zu haben.

Die letzte und auch diese Season sind geprägt von Aggro-Decks. Egal ob Schamane oder Pirate-Warrior, ein Spiel ist meistens bereits nach 5 Minuten zu Ende. Natürlich wird es immer drei bis vier Decks geben, welche das aktuelle Meta-Game bestimmen und es ist schön, dass viel Fluktuation im Bereich des Deck-Buildings stattfindet.

Dazu gehören natürlich auch die genannten aggressiven Decks. Trotzdem wäre es wünschenswert, wieder freier in der Wahl seiner Karten zu sein und nicht nur auf Counter-Picks setzen zu müssen, um seine Win-Rate einigermaßen im Griff zu haben.

Ich wünsche mir mehr Control-Builds, längere Spiele und strategische Spiele: Hier entscheidet sich meist, ob ein Spieler das Spiel versteht und beherrscht. Blizzard, enttäusch' mich bitte nicht!

Weniger CS:GO-Turniere und dafür eine höhere Relevanz

Danny Singer: Ich wünsche mir eine geringere Turnierdichte in CS:GO. Dieses Jahr wurden wir überhäuft mit Turnieren der Superlative. Die guten Teams spielten gefühlt jede Woche gegeneinander. Dabei ging der Reiz etwas verloren.

Durch eine geringere Anzahl an Turnieren erhoffe ich mir, dass diese wieder an mehr Relevanz gewinnen - immerhin wären die Zuschauer dann nicht mehr übersättigt. Duelle der besten Teams der Welt würden wirklich wieder ein Highlight bilden.

Außerdem hoffe ich, dass durch eine geringere Turnierdichte auch die Major-Turniere noch mehr Gewichtung bekommen. Die Profis können sich auf das Mega-Event vorbereiten, an ihren Taktiken feilen und eben die bestmögliche Leistung abrufen.

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