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Am Wochenende hat OpTic Gaming die ELEAGUE gewonnen. Sensationell ohne Frage, hat ihr Sieg allerdings den bitteren Beigeschmack der geschwächten Favoriten.

Von Matthias Holländer

Die Sensation ist perfekt, am Wochenende hat OpTic Gaming die zweite Saison der ELEAGUE gewonnen. Zu Beginn der Playoffs hätte niemand eine Miene verzogen, wenn man OpTic als schwächstes Team in den Playoffs betitelt hätte.

Obwohl OpTic ohne Frage ein starkes Turnier gespielt hat, findet man die Gründe für ihren Sieg wohl eher bei ihren Gegnern.

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Turnierdichte

Auch wenn der Aufstieg von Counter-Strike: Global Offensive großartig für die Szene ist, darf man die Schattenseiten nicht ignorieren. Besonders die Top-Teams sind einem enormen Spielpensum ausgesetzt, das auf Dauer einfach an die Substanz geht.

Die Teams haben nicht genug Zeit, um sich zu erholen, was sich in Form von mangelnder Konzentration bemerkbar macht. Spieler, die zuvor noch in jeder Situation einen kühlen Kopf behalten haben, machen auf einmal uncharakteristische Fehler.

Aber nicht nur Ermüdungserscheinungen, sondern auch schlicht und einfach die fehlende Zeit, um sich ausreichend auf Gegner und Turniere vorzubereiten, macht sich bei den besten Teams der Welt bemerkbar. 

Leben im Flugzeug

Das Spielpensum ist nicht der alleinige Grund für die schwankenden Leistungen der Top-Teams. Nahezu jede Woche spielen die Teams in einem anderen Land bei einem neuen Turnier. Damit werden selbst die wenigen Pausen, die die Spieler zwischen Turnieren haben, mit Reisen verbracht.

Im Falle der ELEAGUE kommt hinzu, dass europäische Teams erstmal mit einer ordentlichen Portion Jetlag in Amerika ankamen und das auch in ihrer Performance zeigten. Dazu gehörten auch die Gegner von Turniersieger OpTic, namentlich mousesports, FaZe und Astralis.

OpTics Sieg in Relation

OpTic hat im letzten Monat mehr Titel eingefahren als im gesamten Jahr zuvor. Das Team hat sich stetig weiterentwickelt, hart gearbeitet und mit der Verpflichtung von mixwell im April einen riesigen Schritt nach vorne gemacht.

Dennoch waren weitere Wechsel und am Ende die Verpflichtung von tarik nötig, um OpTic im Schatten von Cloud9 titelreif zu machen.

Man kann sagen, dass OpTic bei der ELEAGUE in Atlanta nicht nur den Heimvorteil hatte, sondern auch von der ersten Runde bis zum Finale ausschließlich gegen überspielte europäische Teams angetreten ist.

Trotz dieser Vorteile kann man ihnen den Titel nicht schlechtreden. Sie haben bewiesen, dass sie gegen europäische Top-Teams bestehen können und man kann ihnen nur zu ihrem riesigen Erfolg gratulieren.

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