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Frankreich ist eine der stärksten FIFA-Nationen der Welt © EA/FFP
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Frankreich wird seiner eSport-Vorreiterrolle gerecht: Deutschlands Nachbar möchte sich künftig mit anderen Nationen messen und folgt asiatischen Vorbildern.

Der französische Fußballverband Fédération Francaise de Football (FFF) hat vergangene Woche bekanntgegeben, einen FIFA-18-Kader aus vier Spielern zusammenzustellen. Als Organisator mit von der Partie ist der Team-Vitality-Manager Fabien 'Neo' Devide.

Die Idee einer Nationalmannschaft ist nicht neu im eSport. Doch nun macht es sich zum ersten Mal ein klassischer Sport-Dachverband zur Aufgabe, ein Team aufzustellen. Es geht um die Fußballsimulation FIFA 18. In Deutschland sprach sich vor allem DFB-Präsident Reinhard Grindel klar gegen eine Anerkennung des eSports aus.

FIFA 18: City Profi zeigt sein Können

16 Spieler wurden ausgewählt

Beim westlichen Nachbarn ist das anders. Am 20. und 21. April wird im französischen Clairefontaine ein geschlossenes Qualifikationsturnier ausgetragen, um die vier besten Spieler für die Bleus auszuwählen. Geplant ist, dass diese sich zukünftig in Freundschaftsspielen mit anderen Nationen messen.

Insgesamt 16 PlayStation-4- und Xbox-Spieler reisen an, um einen Platz im Team zu ergattern. Für zwölf der nominierten Spieler platzt der Traum vom Nationaltrikot wieder.

Frankreich gilt als Vorreiter im Bereich des elektronischen Wettkampfes. Schon im Jahr 2015 wurde dem eSport dort der Sportstatus zugesprochen. Damit war Frankreich das erste Land Europas, das diesen Schritt gewagt hat.

Bereits von 2004 bis 2010 hat der größte Ligenveranstalter ESL die European Nations Championship (ENC) veranstaltet. Nahezu 20 Nationen duellierten sich in Disziplinen wie dem Shooter Counter-Strike, FIFA und im Strategiespiel Warcraft III. Deutschland führt den ewigen Medaillenspiegel mit 20 Punkten an, 8 Punkte vor Schweden. Damals agierten aber die Spieler durch Selbstorganisation unter deutscher Flagge. 

Die Teams wurden damals von der Community gewählt, Auswahl und Training übernahmen die Team-Captains. Dieser Prozess soll nun professionalisiert werden.

Auch Holland und Großbritannien trafen in einem offiziellen FIFA-Länderspiel im Vorfeld des realen Duells aufeinander. Dort hat aber nur ein Profi das jeweilige Land vertreten.

Nationalteam auch in Deutschland?

Da stellt sich die Frage, ob eine derartige Mannschaft in Deutschland denkbar wäre. Bisher sträuben sich sämtliche Sportverbände dagegen, eSport als Sport anzuerkennen und zu fördern. So ist es eher unwahrscheinlich, dass der DFB in naher Zukunft ein FIFA-Team unterhalten wird. 

Mit der Virtuellen Bundesliga in FIFA und zahlreichen Fußballvereinen, die das Potenzial im eSport erkannt haben, kann es gelingen, ausreichend Druck auf die Verbände aufzubauen. Sollten Politiker und Funktionäre in Deutschland die aktive Förderung des elektronischen Sports weiter ausbauen, könnten die Chancen auf für eine deutsche eSports-Aufwahl gut stehen.

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