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FIFA und PES liefern sich dieses Jahr ein heftiges Gefecht darum, wer im Fußballsimulatoren-Geschäft die Nase vorne hat. SPORT1 erklärt die Geschichte der Rivalität.

Drei Jahre hat der FC Bayern München mit FIFA-Entwickler EA zusammen zusammengearbeitet - jetzt ist damit plötzlich Schluss. Der Rekordmeister ist zum Rivalen Pro Revolution Soccer, kurz PES, gewechselt.

Das heißt, dass die Allianz Arena dieses Jahr nur exklusiv in PES 2020 zu finden sein wird. Die Stars des deutschen Rekordmeisters werden durch aufwendige 3D-Ganzkörper-Scans im Spiel zum Leben erweckt.

Auch Juventus Turin und Manchester United haben sich für dieses Jahr mit PES vebündet. Für FIFA-Fans dabei besonders ärgerlich: Die Namensrechte des Vereins "Juventus Turin" liegen nun ebenfalls alleine in den Händen von PES, für FIFA 20 musste die "Alten Dame" in "Piemonte Calico" umbenannt werden.

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In der schon lange anhaltenden Rivalität zwischen den beiden Spieleserien scheint sich langsam das Blatt zu wenden. In den vergangenen Jahren war es immer PES, das in Sachen Lizenzen gegen FIFA das Nachsehen hatte.

PES vs. FIFA

Zu Beginn hatten Konami und EA relativ friedlich in der Welt des digitalen Fußballs koexistieren können. Während FIFA von Beginn an mit Lizenzen Fans für sich gewinnen konnte, trumpfte PES aber vor allem mit einer anspruchsvollen Fußballsimulation auf.

Die ersten fünf Teile der PES-Serie waren damit auch absolute Favoritentitel für die PlayStation 2.

Ab 2006 änderte sich die Balance aber zugunsten von FIFA, weil die optische Präsentation der Spiele dank neuer technischer Möglichkeiten immer besser und wichtiger wurde.

Realismus wird wieder gefragter

Da FIFA weiterhin die meisten Lizenzen der international bekanntesten Ligen und Verbände besaß, mehrten sich die Vorteile gegenüber PES, das größtenteils auf Fantasienamen zurückgreifen musste.

Ab 2009 wurde dann noch der teils umstrittene FIFA Ultimate-Team-Modus eingeführt, der sich als sehr populär erwies.Währenddessen verlor PES mit jedem Jahr mehr an Beliebtheit. Erst als PES in 2014 auf eine neue Spiel-Engine wechselte, gab es wieder einen Aufschwung - doch da hatte sich FIFA längst als absoluter Marktführer etabliert.

© TFVGaming / EA SPORTS / Konami

Auch wenn EA weiterhin die meisten Ligalizenzen für sich beanspruchte, versuchte PES mit einigen bedeutenden Vereinspartnerschaften den Abstand langsam zu verringern.

Beide Serien sind im eSports aktiv

Die eigene PES League wurde schon 2003 gegründet. Beim Finale 2019 ging der Gewinner Walid "usmakabyle" Teban mit 25.000 US-Dollar nach Hause.

PES gründete dank der geschlossenen Vereinspartnerschaften zusätzlich noch die eFootball.Pro League, in der Vereinsteams gegeneinander antreten. So sind dort zum Beispiel auch der FC Schalke 04, der FC Barcelona und exklusiv die AS Monaco vertreten.

FIFA hat hingegen Formate wie die eChampions League, die Virtuelle Bundesliga und die Global Series samt eWorld Cup. Bei letzterem staubt alleine der Sieger 250.000 US-Dollar, zehn Mal so viel wie beim PES-Finale.

Die prestigeträchtigeren Events liegen aufgrund der vorhandenen Lizenzen daher immer noch bei FIFA. So könnte PES aufgrund einer mangelnden Bundesliga-Lizenz niemals eine eigene Virtual Bundesliga starten.

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Trotz der jeweiligen Vor- und Nachteile kann FIFA aufgrund dessen Lizenzen auf höherer Ebene immer noch die Oberhand behalten.

Immerhin beim Erscheinungstermin hat der Konkurrent die Nase vorn: eFootball PES 2020 erscheint am 10. September, während FIFA 20 noch bis zum 27. September auf sich warten lassen wird.

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