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Der große Hearthstone Battlegrounds Test - Teil 2
Der große Hearthstone Battlegrounds Test - Teil 2 © Blizzard / SPORT1
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München - Mitte November letzten Jahres war es soweit: die Open Beta für Blizzards hauseigenen Auto-Chess-Modus Battlegrounds lief an. Teil 2 des großen Tests!

Wer den ersten Teil verpasst hat, findet diesen hier.

"Undankbarer vierter Platz"? Her damit!

Der erste Schritt, meine Reputation als (zumindest in meiner eigenen kleinen Welt) Hearthstone-"Profi" wiederherzustellen, war kleinere Brötchen zu backen. Denn anders als auf der Ladder, gibt es in Battlegrounds nicht nur Sieg oder Niederlage. Es gibt maximal einen Gesamtsieg. Abseits davon, hat man aber auch ein gutes Ergebnis erzielt, wenn man es unter die ersten Vier schaffte.

Dementsprechend passte ich meine Taktik an: Weniger Gier, mehr sichere Plays.

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Anstatt beispielsweise monoton auf den Re-roll-Button zu klicken bis Bartender Bob sich endlich erbarmte einem vielleicht (oder vielleicht auch nicht) das perfekte Minion zu präsentieren, wurde ab sofort auch das zweit-, drittbeste oder manchmal auch nur ein irgendwie zur Strategie passendes Minion gewählt. Denn – wichtige Erkenntnis – (irgend)ein Minion zu haben ist besser als kein Minion zu haben. 

Allein diese Taktik brachte ein deutlich konstanteres Early-Game mit sich. Und was noch viel wichtiger war – sie brachte mehr Zeit.

Wer diese nämlich nicht mit der meist hoffnungslosen Suche nach dem perfekten Minion verbrachte, hatte nun genug Kapazitäten, um sich mit weiteren spielentscheidenden Faktoren zu beschäftigen.

Dazu gehören:

1. Die sinnvollste Anordnung der Minions auf dem Schlachtfeld. 

Generell gibt es bei Battlegrounds zwei Arten von Minions. Diejenigen im eigenen Team, die man möglichst schnell tot haben will und diejenigen die man möglichst lange überleben lassen möchte. Der "Teuflische Diener" gehört beispielsweise zur ersten Kategorie, der "Seelenjongleur" zur zweiten.

Entsprechend sollte die Anordnung sein. Frei nach dem Motto: "Kanonenfutter an die Front!" - und alles Wichtigere so weit wie möglich davon entfernt.

Da bei Battlegrounds immer von links nach rechts angegriffen wird wäre "die Front" entsprechend links. Minions die geschützt werden sollten, wie beispielsweise der angesprochene "Seelenjongleur" und solche, deren Aufgabe es ist, diese zu schützen (=Minions mit Spott) entsprechend weiter rechts.

2. Die Frage: "Was spielen meine Gegner eigentlich?" 

Die Anzahl der einzelnen Minion im Gesamt-Pool ist begrenzt. Eine Eigenheit des Auto-Chess-Formats.

Es lohnt sich daher darauf zu achten, was die anderen sieben Spieler für Minion-Tribes spielen. Ist die eigene Taktik beispielsweise auf Murlocs aufgebaut, die von drei anderen Spieler aber auch, ist es meist eine Überlegung wert (zumindest im frühen Stadium des Spiels), den kleinen Fischmenschen den Rücken zu kehren und sich einem anderen Stamm zuzuwenden.

Schließlich ist ein Angelausflug zu einem Pool in dem mehrere Angler nach Murlocs - pardon, Fischen -,  angeln meist weniger ertragreich, als wenn man der alleinige (Wildtier-)Jäger im Wald ist.   

3. Die richtige Balance finden. 

Nachdem die Fragen nach dem wohin und was nun weitestgehend geklärt waren, blieb noch das "Wann?". Genauer gesagt, wann upgrade ich Bob‘s Taverne und verschaffe mir damit Zugang zu besser passenden oder stärkeren Minions?

Am ehesten lässt sich diese Frage mit einer weiteren Frage beantworten: Ist mein aktuelles Team stark genug, um in der nächsten Combat-Runde zumindest nicht komplett unterzugehen? Falls ja, wäre wohl ein guter Zeitpunkt, um auf den Kauf eines weiteren Minions zugunsten eines Tavernen-Upgrades zu verzichten.

Falls man schon die letzten Runden Probleme hatte mit den Gegnern schrittzuhalten, empfiehlt es sich seine Ressourcen eher auf das Finden und Kaufen teamverstärkender Minions zu verwenden. Vor allem im frühen Stadium des Spiels kann man Qualität bis zu einem gewissen Zeitpunkt auch noch gut mit Quantität ausgleichen.

Denn meist haben Teams aus sieben irgendwie zusammengewürfelte Minions auch noch gegen Teams aus drei oder vier perfekt aufeinander abgestimmten Minions eine gute Chance, diese aufgrund ihrer schieren Überzahl, zu besiegen.

Allein diese drei Erkenntnisse brachten mir bei den zweiten zehn Spielen ein deutlich positiveres Ergebnis ein. Während es in den ersten zehn Spielen noch unglaublich schlechte 401 Minuspunkte waren, schaffte ich es zumindest nicht noch weiter in der Elo abzurutschen.

In den Spielen 11-20 konnte ich 30 Punkte gutmachen. Ein Sieg war aber immer noch nicht dabei.

>> Hier geht es zum dritten Teil <<

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