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Die Polizei stellt sich mit einem massiven Aufgebot vor die Nordkurve der Löwen-Fans
Die Polizei stellt sich mit einem massiven Aufgebot vor die Nordkurve der Löwen-Fans © Getty Images
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Dem Relegations-Rückspiel zwischen 1860 München und Regensburg droht der Abbruch. Doch Schiedsrichter Daniel Siebert entscheidet anders - wegen der Polizei.

Die Verantwortlichen der Münchner Polizei haben am Dienstagabend offenbar zu einer Fortsetzung des unterbrochenen Relegationsspiels zwischen 1860 München und Jahn Regensburg (0:2) geraten.

Nach SID-Informationen gab es eine Absprache zwischen den Behörden und Schiedsrichter Daniel Siebert, das Spiel möglichst nicht abzubrechen, um eine weitere Eskalation zu verhindern.

Dies bestätigte indirekt auch Lutz Michael Fröhlich, Schiedsrichter-Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB): "Wichtig bei einer solchen Entscheidung ist die enge Kooperation mit den Sicherheitsverantwortlichen und dem Veranstalter. Im Sinne einer deeskalierenden Strategie war eine Fortsetzung des Spiels nachvollziehbar. Ein Abbruch des Spiels hätte die Situation noch verschlimmern können."

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Polizeisprecher Oliver Timper sagte, der Einsatzleiter habe in der Spielunterbrechung Kontakt zu Siebert aufgenommen und mit diesem die Frage eines Abbruchs diskutiert. Dabei "sind alle Faktoren abgeglichen worden und man ist gemeinsam zu dem Ergebnis gekommen, dass man das Spiel zu Ende führt". Es habe "mit Sicherheit auch eine Rolle" gespielt, dass die Situation bei einem Abbruch hätte eskalieren können.

Löwen-Anhänger randalieren

Sogenannte Anhänger der Löwen hatten in der 81. Minute damit begonnen, Stangen, Sitzschalen und andere Gegenstände in den vor ihnen liegenden Strafraum der Regensburger zu werfen.

Siebert unterbrach das Spiel daraufhin, Polizisten und Ordner bauten sich vor der Nordtribüne auf. Nach einer 14-minütigen Unterbrechung wurde das Spiel fortgesetzt und auch nicht abgebrochen, als weitere Wurfgegenstände auf den Platz flogen.

Zehn Personen vorläufig festgenommen

Die Polizei München gab am Mittwoch bekannt, dass im Umfeld des Spiels insgesamt zehn Personen vorläufig festgenommen worden seien. Ihnen werden versuchte gefährliche Körperverletzungen, Landfriedensbruch, Hausfriedensbruch, Beleidigung und Diebstahl vorgeworfen. Die Polizei hat eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, außerdem nahm der Kontrollausschuss des DFB am Mittwoch ebenfalls die Ermittlungen auf.

Der Regensburger Torhüter Philipp Pentke berichtete nach dem Spiel, er habe mit dem Schiedsrichter vereinbart, dass es weitergehe, so lange er nicht getroffen werde. Pentke räumte in den verbleibenden Minuten mehrfach Stangen, Sitzschalen und andere Gegenstände aus seinem Strafraum.

Bei den Ausschreitungen sind zehn Polizisten leicht verletzt worden. Sie wurden von Wurfgeschossen aus der Löwen-Kurve getroffen. Das teilte die Münchner Polizei am Dienstagabend über Twitter mit.

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