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DFL, Athletia, Internet-Piraterie
DFL, Athletia, Internet-Piraterie © Getty Images
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Spielervermittler streichen bei internationalen Top-Transfers hohe Zahlungen ein. Die DFL will die Zahlen der deutschen Vereine nun wieder offenlegen.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) wird die von den Vereinen an Spielerberater gezahlten Honorare künftig wieder veröffentlichen. Zu dieser Entscheidung kamen die 36 Profi-Klubs während der DFL-Mitgliederversammlung am Donnerstag in Frankfurt/Main. "Es gibt da nichts zu verbergen", sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball: "Das kommt ohnehin in die Bilanz (der Klubs, d. Red.), dann kann es auch veröffentlicht werden."

Im Jahr 2016 hatten die DFL und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schon einmal die Zahlungen pro Klub offengelegt. Diese Praxis wurde im Anschluss aber wieder eingestellt, weil andere europäische Ligen trotz vorheriger Absprache nicht zur Veröffentlichung ihrer Zahlen bereit waren. Inzwischen verfolge der Weltverband FIFA die Berater-Honorare aber gezielter, sagte Rauball: "Dass die Honorare hoch und gestiegen sind, wissen wir."

Wie die FIFA in einem neuen Report darlegt, haben die Vereine seit dem 1. Januar 2013 rund 2,14 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) für Honorare ausgegeben. Alleine 2018 sind bereits 548 Millionen Dollar (484 Millionen Euro) geflossen.

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Europa ist die Hochburg der Beraterhonorare

Aus dem Report, dessen Daten auf dem Transfer-Abwicklungssystem ITMS der FIFA beruhen, geht hervor, dass Klubs aus den europäischen Top-Verbänden Deutschland, England, Spanien, Italien, Frankreich und Portugal für 83,9 Prozent aller Zahlungen an Vermittler im Jahr 2018 verantwortlich sind. Sechs Prozent der Transfers sorgten für mehr als die Hälfte der gezahlten Gesamtsumme seit 2013.

Für 2018 sind weltweit 16.421 Transfers erfasst. Bei 1205 Vorgängen kamen Vermittler des aufnehmenden Klubs zum Einsatz, bei 335 Transfers jene eines abgebenden, bei 2304 Vermittler auf Spielerseite. Von 7457 Klubs, die seit 2013 an einem Transfer beteiligt waren, haben 1060 zumindest einmal auf den Dienst eines Vermittlers zurückgegriffen.

Erstmals wurden auch Daten aus dem Frauenfußball ausgewertet. Bei 695 Transfers im Jahr 2018 flossen 79.993 Dollar (70.800 Euro) an Vermittler.

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