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Die kuriosesten Vertragsklauseln im Fußball
Ronaldinho (M.) hatte in seinem Arbeitsvertrag eine bemerkenswerte Party-Klausel © SPORT1-Montage: Marc Tirl/Getty Images/Imago/Picture Alliance
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München - Im Fußball ist fast alles vertraglich geregelt. Neben alltäglichen Klauseln wie einem Tor-Bonus gibt es auch manche Vertragsdetails, die überraschen.

Als Harry Redknapp im Jahr 2008 Jermain Defoe zum FC Portsmouth locken wollte, war der Fußball noch ein anderer.

Für Redknapp tat sich in den Verhandlungen ein Problem auf, von dem der englische Trainer einige Jahre später berichtetet. Defoe, der noch bei Tottenham Hotspur unter Vertrag stand, wollte einen Bonus für jedes erzielte Tor in seinem Vertrag stehen haben.

Der englische Stürmer wurde von seiner Mutter beraten. Ihr macht Redknapp so charmant wie möglich klar, dass er von solch einer Vertragsklausel herzlich wenig halte: "Sehen Sie mal Frau Defoe, Jermain kostet uns 14 Millionen Euro und wird 60.000 Euro im Monat verdienen. Warum denken Sie, dass wir so viel für ihn ausgeben? Damit er die Dinger verdammt noch mal verschießt?"

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12 Jahre später hat sich vieles verändert. Der Fußball ist längst zu einem Milliardengeschäft geworden und Torklauseln gehören genauso zu diesem Geschäft wie astronomische Ablösesummen.

Das eine oder andere Vertragsdetail kann aber auch überraschen.

Assist-Klauseln und Spielverbot

Neben Boni für Tore existieren heutzutage aber auch Vorlagenklauseln. Wie The Athletic berichtet, sollen beispielsweise Kevin De Bruyne (Manchester City) und Trent Alexander-Arnold (FC Liverpool) einen zusätzlichen Bonus für jedes vorbereitete Tor kassieren.

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Ende 2016 sorgte ein Bericht des Spiegels für Aufsehen, in dem das Magazin Vertragsdetails einiger Profi-Fußballer aufdeckte. Demnach sprechen aus den Dutzenden von Paragrafen oft "Paranoia, Kontrollwahn und Regelungseifer".

Am Beispiel des Vertrags von Bastian Schweinsteiger bei Manchester United war zu sehen, dass es für den Weltmeister von 2014 ernsthafte Konsequenzen gehabt hätte, wenn dieser den Medien seine offene Meinung über den Trainer verraten hätte - angefangen bei einer Geldstrafe bis hin zur Entlassung. In dem Kontrakt war auch geregelt, dass er vor dem Training seinen Schmuck ablegen müsse.

Eine beliebte Klausel in der Bundesliga ist in dieser Spielzeit erneut sichtbar geworden. Vincenzo Grifo wechselte im Sommer von der TSG Hoffenheim zum SC Freiburg. Als die Breisgauer im September dann gegen Grifos Ex-Klub spielten, durfte der italienisch-deutsche Profi nicht mitwirken. Das stand in seinem Vertrag.

Auch Kölns Leih-Neuzugang Mark Uth wird in der Rückrunde gegen den FC Schalke, seinen eigentlichen Arbeitgeber, nicht spielen dürfen.

Boateng lässt seinen Dobermann verschiffen

Neben diesen nachvollziehbaren Klauseln lassen sich viele Spieler auch völlig absurde Details in ihren Vertrag schreiben. Kylian Mbappé erhält von seinem Arbeitgeber Paris Saint-Germain einen monatlichen Zuschuss von 30.000 Euro, um persönliche Mitarbeiter wie einen Chauffeur, einen Hausmeister und einen Bodyguard zu beschäftigen.

Das geht aus Dokumenten von Football Leaks hervor, über die der Spiegel zuvor berichtet hatte. Mbappé habe demnach bei seinem Wechsel von AS Monaco nach Paris gefordert, dass ihm PSG jedes Jahr für 50 Stunden einen Privatjet sponsert. Dieses Detail soll der französische Serienmeister allerdings abgelehnt haben.

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"Einfach", sagte Garry Cook, der frühere Geschäftsführer von Manchester City, als er nach seiner verrücktesten Geschichte in Sachen Vertragsklauseln gefragt wurde.

Seine Geschichte dreht sich um einen heutigen Star des FC Bayern: "Jérôme Boateng wollte ein paar Klauseln, die seinen Hund betrafen. Er hatte einen Dobermann, ein großer Hund mit gepunkteten Ohren. Sein Wunsch war es, dass wir den Hund für ihn verschiffen. Es gab Quarantäneprobleme und er wollte, dass wir das für ihn erledigen. Es gab auch eine Haustierversicherung."

Schwarz darf nicht ins Weltall reisen

Als der legendäre Ronaldinho bei Flamengo unterschrieb, bestand der Brasilianer auf eine Klausel, die es ihm erlaubte, an zwei Nächten in der Woche Party zu machen. Mario Balotelli hatte bei Liverpool hingegen eine Klausel, die auf sein gutes Benehmen abzielte. Er erhielt dann einen Bonus von einer Million Pfund, wenn er weniger als drei Rote Karten in einer Spielzeit bekam.

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Die verrückteste Klausel im Fußball hatte allerdings ein Schwede im Vertrag stehen. Im Jahr 1999 wechselte Stefan Schwarz vom FC Valencia zum AFC Sunderland. Der englische Klub bestand auf das Vertragsdetail, dass der Neuzugang nicht ins Weltall reisen durfte.

"Es ist wahr", bestätigte Schwarz die Geschichte gegenüber The Athletic. Als er den James-Bond-Film Moonraker gesehen hatte, war dem 69-maligen schwedischen Nationalspieler die fixe Idee gekommen, zum Mond zu fliegen. Sein zukünftiger Klub hatte allerdings Wind davon bekommen.

"Es ist ein Schande", sagte der heute 50-Jährige rückblickend. "Das wäre eine großartige Erfahrung gewesen, eine einmalige Chance, auf die Erde herunterzublicken."

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