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Virologe Prof. Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut glaubt nicht an eine Fortsetzung der Saison, auch Geisterspiele sieht er nicht als Lösung.

Virologe Prof. Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg glaubt im Zuge der Coronakrise nicht, dass in Deutschland bald wieder Fußball gespielt wird.

"Man muss sich davon verabschieden. Es ist nicht realistisch, dass die Saison zu Ende geführt werden kann", sagte Schmidt-Chanasit dem NDR-Sportclub

Offiziell ist die Bundesliga bis mindestens zum 2. April ausgesetzt, doch diese Frist dürfte noch mehrfach verlängert werden. Aber auch Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Filbry beispielsweise geht im SZ-Interview davon aus, dass zumindest nicht vor Mai gespielt wird. Immerhin: Die Verschiebung der EM um ein Jahr schafft Platz im Sommer, die englische Premier League hat ihre Pause bereits bis zum 30. April ausgedehnt. Und doch könnten alle Bemühungen angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie am Ende nicht reichen.

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Schmidt-Chanasit: Geisterspiele keine Lösung

Vor allem mit Blick auf Krisenländer wie Italien hält es der Wissenschaftler für ausgeschlossen, dass der Ball in den deutschen Stadien zeitnah wieder rollt. "Wir sehen ja, wie die Situation in Europa ist und was uns noch bevorsteht", sagte er.

"Und selbst wenn es uns nicht so schlimm treffen sollte, heißt das noch lange nicht, dass der Fußball wieder anfangen darf. Denn das würde natürlich wieder zu einer deutlichen Verschärfung der Situation führen", mahnte er und malte ein düsteres Bild: "Das heißt, wir sprechen hier sicherlich über einen Zeitraum, der frühestens nächstes Jahr erreicht werden kann."

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Geisterspiele, wie sie vor allem von den Klubs hinsichtlich des finanziellen Überlebens präferiert werden, hält Schmidt-Chanasit für keine Lösung.

"Auch Geisterspiele würden dazu verleiten, dass die Leute sich wieder treffen und zusammen gucken wollen", sagte er. Bei der Rückkehr zur gesellschaftlichen Normalität müssten Spaßveranstaltungen "ganz zum Schluss kommen - gerade die, wo ein Potenzial besteht, dass sich die Leute treffen wollen."

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