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München - Mangels Sportevents infolge der Corona-Pandemie müssen Wettanbieter ihr Portfolio umstellen. Das ruft offenbar auch die Wettmafia zu zwielichtigen Plänen auf.

Die ukrainische Wettmafia hat angeblich Geisterspiele an Wettanbieter weitergeben lassen, die gar nicht gespielt worden sind.

Anstatt auf den regulären 32. Spieltag in der Bundesliga oder die Halbfinal-Rückspiele der Champions League zu tippen, haben Wetter in der Coronakrise bloß eine geringe Zahl an Sportevents zur Auswahl.

Für die Wettanbieter ging das Geschäft von einem Tag auf den nächsten zugrunde. Sie ringen um Alternativen, beispielsweise mit dem 7. Spieltag der weißrussischen Reserve-Liga, in der die Zweitvertretungen der Teams aus der Wysschaja Liga zur gleichen Spielpaarung der Erstligisten antreten.

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Wettmafia organisiert falsche Geisterspiele

Sportlicher Wettbewerb in Corona-Zeiten - schön und gut. Anderorts stehen einige Partien aber unter Manipulationsverdacht. 17 unterklassige Partien in Russland und der Ukraine, zwei weitere Länder der früheren Sowjetunion, sollen manipuliert worden sein.

"Geisterspiele", die gar nicht stattgefunden haben, aber dennoch auf Webseiten von Wettanbietern gelandet sind. Das riecht nach einem wahrhaftigen Spuk.

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"Es gibt Dienstleister, die rund um den Globus Wettanbieter mit Live-Daten zu den Spielen versorgen. Sie geben mit digitalen Geräten Tore und dergleichen in Echtzeit weiter", erläutert Rudolf Stinner, Ex-UEFA-Chefermittler in Sachen Wettbetrug, in der Kronen-Zeitung, wie der gewöhnliche Ablauf bei Sportwetten ist.

Durch die Geisterspiele entsteht ein Problem: "Die Daten-Anbieter verlassen sich auf Mitarbeiter vor Ort, die Spiele für das Wettangebot aussuchen und Daten übermitteln. Doch darunter befinden sind auch kriminelle Elemente. Und die erfinden in Corona-Zeiten vermehrt diese Geisterspiele."

Corona-Wettbetrug: Spuren zur ukrainischen Wettmafia

Und diese Kriminalität führt die Ermittlungen offenbar ins Milieu der ukrainischen Wettmafia. Bei den falschen Geisterspielen handele es sich zwar nicht um klassischen Wettbetrug. "Über's Ohr gehauen werden die Daten- und Wettanbieter", sagt Stinner.

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Die wiederum geben die fiktiven Spiele als Quoten an den Kunden weiter, sodass der Verbraucher am Ende der Kette potenziell betroffen ist.

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