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Mehmet Scholl kritisiert einmal mehr die Ausbildung der Trainer und Talente in Deutschland. Ihm fehlt der Blick für das Wesentliche.

Los ging alles mit einem mittlerweile legendären Interview im Spiegel im Jahr 2015. 

Damals rief der ehemalige Bundesliga-Star Mehmet Scholl den Begriff des "Laptop-Trainers" ins Leben und brachte nebenbei noch die halbe Bundesliga gegen sich auf. Denn der langjährige Offensivspieler des FC Bayern äußerte Kritik an einer ganzen Trainer-Generation und ihrer Ausbildung. 

Zwei Jahre später legte der mittlerweile 50 Jahre alte Scholl nach und feuerte diesmal gegen die "Systemtrainer". "Die Tedescos, die Wolfs - sie sprießen aus dem Boden und der deutsche Fußball wird sein blaues Wunder erleben", sagte Scholl 2017. Er stellte nicht nur die Trainer-Ausbildung des DFB, die er selbst durchlaufen hatte, als "Gehirnwäsche-Seminar" dar, er ließ auch an der Ausbildung der Talente kein gutes Haar. 

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Letztlich werde ganz oben nur noch "eine weichgespülte Masse ankommen, die erfolgreich sein wird, aber niemals das Große gewinnen wird."

Nun schlug Scholl einmal mehr in die selbe Kerbe - und erinnert an seine Worte aus der Vergangenheit. 

Scholl: "Das sind lauter Smarties"

"Das, was jetzt im deutschen Fußball passiert, ist kein Hexenwerk. Das habe ich vor drei Jahren vorausgesagt. Ich kenne die Trainerausbildung, habe sie selber durchlaufen und das ist eine Katastrophe", sagte der Ex-Profi im Podcast MyPodCarsten seines einstigen Münchner Teamkollegen Carsten Jancker. 

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Vor allem die Auswahl der Kandidaten für den Trainer-Lehrgang sei katastrophal: "Das sind lauter Smarties, die smart rüberkommen und sich verkaufen können. Die wissen aber das Wesentliche nicht."

Bundestrainer Joachim Löw, der zuletzt massiv in die Kritik geraten war, müsse nun ausbaden, was in der Jugend-Ausbildung versäumt worden sei. Die jetzige Spieler-Generation sei gut, "die können alle was, aber sie können das Wesentliche nicht mehr, was muss ich in welcher Situation im Spiel tun".

Scholl selbst will sich vorerst nicht mehr als Trainer an die Seitenlinie stellen: "Mir fehlt nichts, ich brauche auch keinen Job. Ich mache, was ich will, und nur, was mir Freude macht." 

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