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Jan-Ole Sievers spielte seit 2013 für den 1. FC Kaiserslautern, seit 2017 war er Profi
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München - Der 1. FC Kaiserslautern braucht zwölf Millionen Euro für die nötige Lizenz. Jetzt wird Torwart Jan-Ole Sievers nach Japan verliehen. Bei SPORT1 erklärt er den Deal.

Paukenschlag beim 1. FC Kaiserslautern vor dem Heimspiel am Samstag gegen den Halleschen FC (14 Uhr).

Torwart Jan-Ole Sievers wechselt mit sofortiger Wirkung zum FC Gifu, wird bis Ende des Jahres an den japanischen Zweitligisten ausgeliehen. Schon am Montag wird der 23-Jährige im Flieger sitzen und sein neues Abenteuer starten. "Das ist eine geile Erfahrung, es hat sich jetzt angeboten, weil der Verein einen deutschen Torwart gesucht hat", sagte Sievers im Gespräch mit SPORT1

"Der Klub hat die Ambitionen aufzusteigen, ich wollte nach Asien, das hat sich sofort gut angehört. Es ist ein Abenteuer in einem tollen Land, ich erlebe etwas, und es ist ja auch nur bis Ende des Jahres, dann schauen wir, wie es weitergeht."

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Natürlich spielt bei dem überraschenden Wechsel auch seine aktuelle sportliche Situation eine Rolle. "Klar, ich bin gefrustet, dass ich nicht mehr die Nummer 1 bin. Mein Ziel war ganz klar, in der Rückrunde wieder zu spielen, deshalb habe ich in der Vorbereitung Gas gegeben. Doch jetzt spielt Lennart (Lennart Grill, d. Red.), und da musste ich mir schon überlegen, wie es weitergehen soll."

Erstmal allein nach Japan

"Ich will und werde zurückkommen, muss jetzt aber erstmal schauen, was mich in Japan erwartet", so Sievers, der zunächst allein nach Fernost fliegt. "Meine Freundin kommt vielleicht nach, es kam jetzt alles sehr plötzlich und war nicht so planbar wie sonst, wenn man wechselt. Wenn das etwas für meine Freundin ist, kommt sie nach, ansonsten nur in den Ferien".

Die Pfälzer brauchen dringend Geld. Der Super-GAU droht. Die nackten Zahlen treiben den Verantwortlichen schon länger die Sorgenfalten auf die Stirn. Bis zur Abgabefrist der Lizenz-Unterlagen am 1. März muss der Verein rund zwölf Millionen Euro auftreiben, sonst droht der Zwangsabstieg. 6,7 Millionen Euro davon entfallen auf die Rückzahlung einer Fan-Anleihe, weitere fünf Millionen fehlen an liquiden Mitteln.

Das jährliche Gesamtbudget der Pfälzer liegt bei 15 Millionen Euro. Davon müssen fünf Millionen Euro für die Stadionmiete an die Stadt gezahlt werden. Und genau dieses Geld fehlt in allen anderen Bereichen.

Durch das Leihgeschäft von Sievers kann wieder ein Betrag auf der Habenseite verbucht werden. Sievers ist froh, dass er in der finanziell prekären Situation helfen kann. "Auf jeden Fall, ich will dem Verein helfen", erklärt der gebürtige Karlsruher. "Wenn sie jetzt mein Gehalt sparen, dann ist das doch gut, um mehr auf die Lizenz hoffen zu können. Von daher ist es in der kritischen Phase gar nicht so schlecht, dass ich jetzt erstmal weggehe."

Sievers startet als Nummer 1 in die Saison

Vor dieser Saison wurde der Keeper noch zur Nummer 1 ernannt. Er bestritt die ersten sieben Spiele, am 8. Spieltag verletzte er sich an der Bizepssehne des linken Arms. Zudem sah er im Heimspiel gegen Fortuna Köln (3:3) bei allen Gegentoren unglücklich aus. In der Folgezeit hütete Routinier Wolfgang Hesl das Tor. 

In der Winterpause wurden die Karten neu gemischt und Trainer Sascha Hildmann, der im Dezember für Michael Frontzeck kam, entschied sich erneut für einen Wechsel im Tor, indem er das zweite hoffnungsvolle Talent Lennart Grill zum neuen Stammkeeper machte.   

Für Sievers Grund genug, jetzt eine neue Herausforderung zu suchen. In dem Land, in dem auch Lukas Podolski und Andres Iniesta ihre Fußballschuhe schnüren.

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