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Beim 1. FC Kaiserslautern läuft am Montag um 23.59 Uhr ein Ultimatum ab. Dann entscheidet sich die Zukunft der Roten Teufel. Kommt Investor Becca?

Dieser Montag ist für Drittligist 1. FC Kaiserslautern ein ganz entscheidender Tag, vielleicht sogar der wichtigste in der Vereinsgeschichte.

Um 23.59 Uhr entscheidet sich die Zukunft des pfälzischen Traditionsvereins. 

Die Lizenz für die nächste Drittligasaison haben die Lauterer nur unter strengen Auflagen erhalten, eine davon ist das Vorhandensein liquider Geldmittel. Der Luxemburger Geschäftsmann Flavio Becca will den Roten Teufeln mit 30 Millionen Euro helfen.

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Arbeitspapier mit drei Punkten

Ein von Becca, Sportvorstand Martin Bader, Geschäftsführer Michael Klatt und Aufsichtsratsboss Patrick Banf gemeinsam erarbeitetes Arbeitspapier beinhaltet drei Punkte: 

1. Ein Darlehen in Höhe von 2,6 Millionen Euro soll dem sofortigen Erhalt der Lizenz für die neue Saison dienen. Der Rest soll auch für sportliche Ziele verwendet werden.

2. Die Gesamtsumme will Becca aber nur in die Hände der Personen geben, mit denen er in den zurückliegenden Monaten verhandelt hat. Das sind Bader, Klatt und Banf. Becca möchte für sein Investment Kontinuität. 

3. Die Bereitstellung des Geldes verknüpft Becca nach SPORT1-Informationen mit dem Wunsch einer personellen Veränderung, hinter dem auch Bader, Banf und Klatt stehen. Wie SPORT1 aber weiß, ist die Lizenz für die nächste Drittliga-Saison unabhängig eines Einstiegs von Becca nicht gefährdet. 

Littig soll von allen Ämtern zurücktreten

Michael Littig, der Aufsichtsratsvorsitzende des FCK e.V. und Beiratsmitglied in der für den Profifußball zuständigen Kapitalgesellschaft, soll noch am Montag von sämtlichen Ämtern im Klub zurücktreten. 

Am Montagnachmittag treffen sich in einer Sitzung der Ehrenrat, der Vereinsrat, der Vorstand und die Rechnungsprüfer, um die Situation zu besprechen und einen Konsens für den Investor zu finden. Der Aufsichtsrat nimmt an dieser Sitzung nicht teil. Am Abend wird es eine Stellungnahme dazu geben.  

Die Fans hatten sich am Samstag beim 4:0-Heimsieg gegen die Spielvereinigung Unterhaching, der sportlich den Klassenerhalt bedeutete, klar pro Littig positioniert, indem sie ein Transparent ausrollten, auf dem zu lesen war: "Der Mitgliederversammlung obliegt (…) insbesondere die Wahl der Mitglieder des Aufsichtsrats."

Littig führte Gespräche mit Ponomarev 

Dabei stand Littig noch vor wenigen Wochen im Kreuzverhör der FCK-Ultras, nachdem durchgesickert war, dass er sich um den russischen Mäzen Mikhail Ponomarev bemüht hatte, der den KFC Uerdingen unterstützt und den Krefeldern als Präsident vorsteht. Die FCK-Bosse hätten davon gewusst.

Littig hatte am vergangenen Samstag den Aufsichtsrat zusammengerufen. Nach der Partie gegen Haching gab es eine Sitzung der Aufsichtsrats- und Beiratsmitglieder, der Vorstände und des Vorsitzenden des Ehrenrats.

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Ob Littig, der sich im Hintergrund längst um alternative Finanzgeber bemüht haben soll, wirklich auf die Forderung Beccas eingeht und zurücktritt, steht aktuell noch nicht fest.

Es wird ein Wettlauf mit der Zeit. Littig möchte die Entscheidung nicht alleine treffen. An seinem Entschluss hängt das Schicksals des Vereins. Daher wird auf eine Empfehlung des Ehrenrats, Vereinsrats und Vorstands an den Aufsichtsrat gewartet.

Eine brutale Situation für Littig: Entscheidet er sich gegen die Forderung Beccas und tritt nicht zurück, bedeutet das wohl den Lizenzentzug. Geht er auf Beccas Forderung ein, rettet sich der Klub, doch beweist damit dann, dass ein Investor den Verein erpressen kann. Bei einem Rücktritt Littigs würden wohl auch die Beiratsmitglieder Paul Wüst und Jürgen Kind ihren Platz räumen. Im umgekehrten Fall dürften Bader Klatt und Banf ihren Hut nehmen. 

Am Montag um 23.59 Uhr läuft das Ultimatum ab. Quo vadis FCK?     

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