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Frankfurt-Hoffenheim
Frankfurt-Hoffenheim © dpa Picture Alliance
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München und Frankfurt am Main - Nach dem hitzigen Verfolgerduell werfen die Hoffenheimer der Frankfurter Eintracht Methode vor. Niko Kovac kontert die Vorwürfe. Zumindest in einem Punkt herrscht Einigkeit.

Selbst mit dem Schlusspfiff hatten sich die Emotionen noch nicht beruhigt.

Im Gegenteil: Der giftigen Nullnummer zwischen Eintracht Frankfurt und der TSG Hoffenheim folgten hitzige Diskussionen auf dem Rasen.

Vor allem der von Schiedsrichter Christian Dingert nicht mit Rot geahndete Ellenbogenschlag von Frankfurts David Abraham gegen Sandro Wagner (32.) beschäftigte die Verantwortlichen.

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Wagner hat "Blut im Ohr"

"Ich habe ein Fiepsen und Blut im Ohr, aber ich unterstelle niemandem etwas Böses", sagte Wagner bei SPORT1.

"Diese Aktion ist für mich völliger Wahnsinn", platzte TSG-Trainer Julian Nagelsmann bei Sky der Kragen: "Das ist kein normales Foul in einem Spiel, sondern geht dem Ellenbogen mit voller Absicht ins Gesicht eines Menschen. Und das hat auf dem Fußballplatz nichts verloren."

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Kovac: Unterstellungen eine Frechheit

Sein Frankfurter Kollege Niko Kovac konnte die emotionalen Reaktionen nach dem Abpfiff nachvollziehen, "aber ich möchte klarstellen, dass wenn mir jemand hier Methode oder Mittel unterstellen will, ist das eine Frechheit", konterte Kovac.

Mit 32 Fouls stellte die Eintracht allerdings am Ende einen unrühmlichen vereinsinternen Saisonrekord auf, der bisherige Höchstwert in einer Partie lag bei 21 Vergehen. Aber auch Hoffenheim langte ordentlich hin, brachte es immerhin auf 20 Fouls.

"Es wird immer nur auf meine Mannschaft draufgehauen, aber wenn Spieler wie Vogt und Wagner 50 Meter bis zum Tatort sprinten, dann muss man sich auch mal die Frage stellen, warum es zur Rudelbildung kommt." Man müsse immer beide Seiten betrachten, so Kovac.

Der Frankfurter Coach reagierte damit auf entsprechende Vorwürfe seitens der Hoffenheimer. "Wir wussten von Anfang an, welche Mittel die Frankfurter gerne benutzen, darauf wollten wir uns nicht einlassen", sagte Sandro Wagner.

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Wagner nimmt Rotsünder in Schutz

Der Stürmer stand in der hitzigen Schlussphase im Fokus, als Frankfurts Timothy Chandler nach einem Griff an den Hals des Hoffenheimers die Rote Karte (83.) sah. "Ich hoffe er wird nicht lange gesperrt, denn es war nicht schlimm", nahm Wagner den Übeltäter in Schutz.

© SPORT1/iM-Football

Zumindest in einem Punkt herrschte zwischen beiden Parteien Einigkeit: An der Leistung des Unparteiischen Dingert ließen sowohl Nagelsmann als auch Kovac kein gutes Haar.

"Der Schiedsrichter hat völlig den Zugriff verloren", urteilte Nagelsmann. Und Kovac ergänzte: "Der Schiedsrichter lag in der einen und anderen Situation nicht richtig und dann schaukelt sich so etwas hoch."

Schiedsrichter in der Kritik

In der Anfangsphase hatte bereits der nach seiner Sperre wieder in die Startelf der Gastgeber gerückte Spielmacher Marco Fabian völlig unnötig TSG-Keeper Oliver Baumann attackiert und so für den Auftakt des ruppigen Schlagabtauschs gesorgt.

"Der Schiedsrichter hat es verpasst, durch frühere Gelbe Karten das Spiel zu beruhigen", sagte Eintracht-Manager Bruno Hübner.

Verpasst haben durch das Remis sowohl die Frankfurter als auch Hoffenheimer den vorübergehenden Sprung auf Platz drei.

Verdient wäre das nach diesem Auftritt ohnehin für keines der beiden Teams gewesen – das wusste auch TSG-Trainer Julian Nagelsmann: "Es war deutlich zu wenig Fußball für das, was wir eigentlich können."

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