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Nach dem Fehlerfestival der HSV-Defensive gegen Mainz kündigt Heribert Bruchhagen eine Transfer-Offensive im Winter an. Die Schwachstellen im Team sind bekannt.

Die neunte Saison-Niederlage des Hamburger SV am Samstag gegen den 1. FSV Mainz 05 hat den neuen HSV-Chef Heribert Bruchhagen darin bestärkt, schon in der Winterpause ausgiebig auf dem Transfermarkt zuzuschlagen.

"Die Schwachstellen in der Mannschaft sind uns bekannt. Wir sind bereits in intensiven Gesprächen und die Spuren für Transfers im Winter sind gelegt", sagte der 68-Jährige bei Sky.

Nachbesserungsbedarf in der Zentrale

Gerade im defensiven Zentrum, auf den Innenverteidiger-Positionen und im defensiven Mittelfeld haben HSV-Trainer Markus Gisdol und Bruchhagen demnach Handlungsbedarf ausgemacht. "Wir haben im Winter die Aufgabe, Ergänzungen nach Hamburg zu holen, die die Mannschaft stabilisieren", pflichtete Gisdol seinem Vorstandvorsitzenden bei.

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Bruchhagen ließ auch keinen Zweifel daran, wer das Geld für die Transfers beisteuern soll. Investor Klaus-Michael Kühne soll wieder das Portemonnaie öffnen. "Als Vertreter des HSV muss ich wissen, was für diesen Verein wichtig und gut ist. Und dafür ist Herr Kühne wichtig und gut", sagte der neue Boss.

Die 1:3-Niederlage seines neuen Vereins in Mainz verfolgte Bruchhagen aus Wolfsburg, wo er zum vorerst letzten Mal als Teil der Sky-Expertenrunde zum Abendspiel des VfL Wolfsburg gegen Eintracht Frankfurt tätig war.

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In Mainz hatte der HSV einen ordentlichen Start hingelegt und war in der 21. Minute durch Bobby Wood 1:0 in Führung gegangen. Im Anschluss hatte die Hamburger Defensive die Hausherren aber immer wieder zu einfachen Toren eingeladen.

Danny Latza, zuvor in 33 Bundesligaspielen ohne Treffer geblieben, bedankte sich gleich drei Mal und schoss die Mainzer mit dem ersten Dreierpack seiner Karriere quasi im Alleingang zum sechsten Saisonsieg.

Es schien so, als ob das großes Stühlerücken unter der Woche (Bruchhagen für Beiersdorfer, Rücktritt von Aufsichtsratsboss Karl Gernandt) nicht spurlos an den HSV-Profis vorübergegangen ist. Jedenfalls setzte es nach zwei Siegen in Folge und insgesamt vier Partien ohne Niederlage wieder eine Pleite für den HSV, der mit lediglich zehn Punkten auf dem Konto im Tabellenkeller bleibt.

Bruchhagen: "Setzen voll auf die Rückrunde"

Bruchhagen brachte das erste Negativ-Erlebnis nach seinem Amtsantritt dennoch nicht aus der Fassung. "Von dieser Niederlage lassen wir uns nicht beeindrucken. Wir setzen voll auf die Rückrunde. Ich bin optimistisch, dass wir die Wende schaffen", beteuerte der langjährige Vorstandsvorsitzende von Eintracht Frankfurt.

Auch das "Thema Beiersdorfer" will Bruchhagen erst in den nächsten Tagen endgültig klären. "Nach Schalke ziehen wir gemeinsam Bilanz", so der 68-Jährige. Bruchhagen hatte Dietmar Beiersdorfer am Montag als Vorstandschef des Hamburger SV beerbt. Dennoch steht für Beiersdorfer offenbar die Tür offen, weiter beim HSV zu arbeiten, beispielsweise als Sportdirektor.

Beiersdorfer selbst wollte sich vor der Partie in Mainz nicht zu seinen Zukunftsplänen äußern. Allerdings zog er bereits eine durchaus nüchterne Bilanz seiner Zeit in Hamburg: "Natürlich hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle mehr Loyalität erwartet. Aber ich mache keine Vorwürfe, sondern das ist auch das Geschäft", sagte er bei Sky.

Dass der 53-Jährige in der Mannschaft weiterhin ein hohes Ansehen genießt, ist dagegen offenkundig.  "Wir mögen Didi alle unwahrscheinlich gerne", sagte Nicolai Müller. Ähnlich äußerte sich Matthias Ostrzolek: "Didi ist eine überragende Person, die uns Spielern ganz nahe ist. Er lebt den HSV."

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