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Kommentar zu Hans-Joachim Watzke und Thomas Tuchel
Kommentar zu Hans-Joachim Watzke und Thomas Tuchel © SPORT1-Grafik/Imago
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Nicht nur Thomas Tuchel hinterlässt beim BVB verbrannte Erde, auch Hans-Joachim Watzke macht bei der Trennung keine gute Figur - und muss um seine Reputation kämpfen. Der SPORT1-Kommentar.

Die Trennung von Borussia Dortmund und Thomas Tuchel ist letztlich ein Rauswurf.

Auch das klare Bekenntnis zum BVB und die unbestritten erfolgreiche Saison mit dem DFB-Pokalsieg als Krönung halfen dem Trainer nicht mehr.

Schon seit langem gab es offensichtlich keine gemeinsame Basis mehr zwischen dem Coach und den Vereinsbossen. Denn der erfolgsbesessene Tuchel hat bei seiner akribischen Arbeit verbrannte Erde hinterlassen.

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Nicht nur das Verhältnis zu Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc war komplett zerrüttet. Im gesamten Verein hat sich Tuchel viele Feinde gemacht - von den Mitarbeitern über den Chefscout bis zur Mannschaft. Das muss man auch erst einmal schaffen.

Es ist bezeichnend für Tuchel, dass er sich erst wenige Stunden vor der Trennung bei Twitter anmeldete, um sein Aus dort dann noch vor dem BVB zu verkünden. Künftige Vereine dürften ungeachtet der fachlichen Qualitäten gewarnt sein.

Doch auch die Dortmunder Führung kommt nicht unbeschädigt aus der über Wochen angekündigten Trennung heraus. Vor allem der ohnehin von vielen Fans kritisch gesehene Watzke machte nicht immer die beste Figur.

Die öffentliche Demontage des Trainers und die regelmäßigen Durchstechereien von beiden Seiten an die Medien haben in der ohnehin sehr schwierigen Saison für permanente Unruhe gesorgt.

Borussia Dortmund hat mit Thomas Tuchel viel gewonnen, aber am Ende eben auch viel verloren - zumindest an Reputation.

Und nun droht sogar eine schmutzige Scheidung. Denn Watzkes offener Brief an die BVB-Fans ist eine Abrechnung mit dem Ex-Coach, dem er kaum verklausuliert fehlenden Respekt, fehlende Identifikation sowie mangelnde Team- und Kommunikationsfähigkeit vorwirft.

Der Vereinsboss versucht damit, die Reihen zu schließen und wieder Rückhalt bei den Kritikern zu gewinnen. 

Dies wird aber nur gelingen, wenn der BVB bei der Wahl des Tuchel-Nachfolgers ein besseres Gespür für dessen menschliche Qualitäten hat.

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