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Danny da Costa köpfte Eintracht Frankfurt zum Heimsieg gegen Hannover © Getty Images
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Frankfurt am Main - Danny da Costa erzielt Frankfurts Siegtor gegen Hannover. Um die Entstehung gibt es Aufregung. Später erweist sich der Videoschiedsrichter als Glücksgriff.

Von der Champions League wollte bei Eintracht Frankfurt wieder einmal niemand reden.

Spieler, Trainer, Funktionäre, ja sogar die Fans vermieden nach dem 1:0 (0:0)-Arbeitssieg gegen  Hannover 96 das Thema Europapokal konsequent. Obwohl die Hessen ihren Platz unter den Top 4 erneut erfolgreich verteidigen konnten, üben sie sich seit Wochen in Zurückhaltung - und fahren damit offenbar genau die richtige Strategie (Tabelle der Bundesliga).

"Der Blick auf die Tabelle tut uns im Moment gut", gab Sportvorstand Fredi Bobic immerhin zu und Mittelfeldspieler Gelson Fernandes verwies auf "neun verbleibende Spiele", in denen man alles geben müsse, "um vielleicht etwas zu erreichen".

Das war aber auch schon die offensivste Aussage hinsichtlich eines neuen Saisonziels. Selbst die Journalisten verzichteten angesichts dieses überall gelebten Understatements weitestgehend auf bohrende Nachfragen.

Mannschaftliche Geschlossenheit als Schlüssel

Schließlich gibt der Erfolg den Frankfurtern und ihrer Strategie eindrucksvoll recht. Auch gegen Hannover wirkten die Gastgeber nicht wie Träumer, sondern ließen sich gegen den biederen Gegner gekonnt auf ein stilechtes Kampfspiel ein. "Wir sind bisher gut damit gefahren, die Tabellensituation ein wenig auszublenden", sagte Danny da Costa, der mit seinem Treffer (39.) die Partie entschieden hatte: "Lasst uns einfach am Ende schauen, wo wir stehen."

Schlüssel zum Erfolg für die Multi-Kulti-Truppe vom Main ist besonders die enorme mannschaftliche Geschlossenheit. Im mit Spielern 19 verschiedener Nationalitäten gespickten Kader gebe es "keine Stinkstiefel", quasi jeder brenne auf seinen Einsatz, betonte da Costa. Für Trainer Niko Kovac ist dies eine luxuriöse Situation. "Die Intensität, die im Training herrscht, habe ich heute auch auf dem Platz gesehen", sagte Kovac erfreut.

Inklusive des Pokal-Viertelfinals gegen Mainz 05 war es für die formstarken Hessen der fünfte Heimsieg in Serie. (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

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Aufregung um Siegtor

Die Entstehung des Frankfurter Siegtreffers war allerdings umstritten. Den Eckball vor Da Costas Kopfballtreffer hätte es nicht geben dürfen. 

Bei Hannover war der Ärger über die unberechtigte Ecke allerdings schnell verraucht. Schließlich stecken die Norddeutschen ohnehin im Niemandsland der Tabelle fest und haben derzeit größere Baustellen als die sportliche Situation.

Wieder einmal hatten die ohnehin nur spärlich mitgereisten Fans aus Protest gegen Klub-Boss Martin Kind vollständig auf eine Unterstützung verzichtet. Ein Thema, das 96 wohl auch weiter begleiten wird.

In einer insgesamt zerfahrenen Anfangsphase waren die Frankfurter, die wieder einmal Spieler neun verschiedener Nationalitäten in der Startelf hatten, die etwas aktivere Mannschaft.

Der Kroate Ante Rebic (6.) schloss bei seiner sehenswerten Direktabnahme allerdings zu zentral ab, da Costas (13.) Kopfball im Anschluss an einen Eckball strich knapp am Tor vorbei.

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Mit zunehmender Spieldauer übernahm die Eintracht dann immer mehr die Kontrolle. Obwohl sich das erneute Fehlen des zuletzt gelbgesperrten Anführers Kevin-Prince Boateng, der aufgrund einer Erkältung zunächst auf der Bank Platz nahm, durchaus bemerkbar machte.

Nachdem erneut Rebic (16.) per Kopf am stark reagierenden 96-Torwart Philipp Tschauner gescheitert war, dauerte es bis kurz vor der Pause, ehe da Costa eine Ecke von Jonathan de Guzman verwandelte. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Schiri nimmt 96-Elfer zurück

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit blieb die Eintracht am Drücker. Den ersten vielversprechenden Angriff schloss der extrem agile da Costa (47.) jedoch etwas unglücklich ab, zudem scheiterte de Guzman aus kurzer Distanz an Tschauner.

Hannover schaffte wie schon in der ersten Halbzeit selten Entlastung und blieb vor allem im Offensivspiel vieles schuldig.

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Doch weil auch de Guzmans (60.) Distanzschuss am Tor vorbeiflog, blieb die Partie trotzdem offen. Und so hatte Frankfurt Glück, dass der Videobeweis eine Schwalbe von Miiko Albornoz entlarvte und Schiedsrichter Marco Fritz den bereits verhängten Elfmeter zurücknahm.

96 legte nun noch einmal den Vorwärtsgang ein und hatte unter anderem durch Harnik (69.) durchaus gute Möglichkeiten. Doch zum Ausgleich reichte es nicht.

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