Reus: "Wechsel zu Bayern wäre zu einfach gewesen"
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Gute Nachrichten für die Fans von Borussia Dortmund: Marco Reus bleibt dem BVB längerfristig erhalten. Seine Vertragsverlängerung verkündet er kurios.

Marco Reus verriet die große Neuigkeit zuerst Nobert Dickel. "Und, wie lang musst du?", fragte der Nationalspieler den Stadionsprecher von Borussia Dortmund, als sich beide am Freitag scheinbar zufällig im Aufzug trafen. "Bis 19 Uhr. Und du?", antwortete Dickel, woraufhin Reus nur kurz "bis 2023" entgegnete.

Der 28-Jährige lächelte, schritt durch die Schiebetüren und suchte das Büro von Sportdirektor Michael Zorc auf.

Mit dem nicht ganz ernst gemeinten Video des Aufzug-Gesprächs kündigte der BVB am Freitag an, was wenig später offiziell wurde: Der "Dortmunder Jung", wie Reus auf der Homepage des BVB bezeichnet wurde, hat seinen Vertrag bei den Westfalen vorzeitig bis 2023 verlängert.

"Seit 2012 trage ich das Trikot der Borussia. Ich bin glücklich und stolz, heute verkünden zu können, dass ich es auch weiterhin tragen werde", sagte Reus.

Reus gibt Comeback nach 259 Tagen 

Schon während der langen Verletzungspause des 29-maligen Nationalspielers hatte Dortmund Gespräche über einen neuen Vertrag angedeutet. Reus wollte vor einer Unterschrift aber erst auf den Rasen zurückkehren. Das tat er am 10. Februar, 259 Tage nach seinem Kreuzbandanriss.

Seither hat Reus in vier Ligaspielen drei Tore erzielt. Gute Argumente also für einen langfristigen und finanziell wohl üppig versüßten Verbleib.

"Dortmund ist meine Heimat, der BVB ist mein Verein", wurde der 1989 in Dortmund geborene Reus durchaus pathetisch in der Pressemitteilung des Pokalsiegers zitiert: "Seit meiner Kindheit habe ich davon geträumt, in Schwarz und Gelb aufzulaufen und für diesen Klub zu spielen. Aus tiefster Überzeugung möchte ich mit dieser Unterschrift ein klares Zeichen für die Zukunft setzen."

Der von zahlreichen Topklubs umworbene Reus war vor sechs Jahren von Borussia Mönchengladbach nach Dortmund zurückgekehrt, wo er in der Jugend für den BVB gespielt hatte. Im Pokalfinale 2017 holte der häufig verletzte Reus seinen ersten Titel mit dem Klub, verletzte sich aber auch schwer. Sein bisheriger Vertrag wäre 2019 ausgelaufen.

Zorc schwärmt von Reus

"Marco macht jede Mannschaft besser", sagte Zorc über Reus, der im Sommer bei der WM in Russland endlich auch mit der Nationalmannschaft einen großen Titel gewinnen will. "Er ist der Mann für die wichtigen Momente und vor allem die wichtigen Tore", so Zorc weiter: "Er ist der Eckpfeiler unserer Offensive und darüber hinaus ein prägendes Gesicht unseres Vereins."

Die Zahlen geben Zorc durchaus recht. Seit seiner Rückkehr nach Dortmund war die Nummer 11 des BVB an 101 Toren in der Bundesliga beteiligt. In dieser Zeit gelangen ihm 92 Pflichtspiel-Tore, 39-mal erzielte er das 1:0.

Die "besten Klubs der Welt" hätten Reus immer wieder Offerten gemacht, sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Umso glücklicher sei er über die frühzeitige Entscheidung.

Reus hob dann auch hervor, dass der BVB ihn "auch in nicht so leichten Zeiten immer wieder unterstützt" habe. Daher sei ihm die Entscheidung leicht gefallen. Schließlich soll es in Dortmund für Marco Reus künftig wieder aufwärts gehen - nicht nur im Aufzug.

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