"Kann nicht wahr sein!" So erlebte Titz den Schalke-Krimi
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Hamburg - Gegen Schalke feiert der Hamburger SV einen seltenen Sieg - und rechnet wieder im Abstiegskampf. Aaron Hunt wird zum Matchwinner für das Team von Christian Titz.

Nach 132 Tagen hat der Hamburger SV dank Aaron Hunt (84.) wieder ein Bundesliga-Spiel gewonnen und im Abstiegskampf neuen Mut geschöpft.

Die Mannschaft von Trainer Christian Titz besiegte am 29. Spieltag Schalke 04 zu Hause mit 3:2 (1:1), gab die Rote Laterne an den 1. FC Köln ab und verkürzte den Rückstand auf den Relegationsrang auf fünf Punkte. (Die Tabelle der Bundesliga)

Filip Kostic (17.), Lewis Holtby (52.) und Hunt (84.) trafen beim überaus engagierten Tabellenvorletzten, der irreguläre "Treffer" von Naldo (9.) für das zuletzt so starke Schalke 04 und das Tor von Guido Burgstaller (63.) waren zu wenig, um einen Klubrekord aufzustellen - mit sieben Siegen in Serie hätte das Team von Domenico Tedesco einen historischen Lauf hingelegt.

(Der CHECK24 Doppelpass mit dem ehemalige HSV- und Schalke-Profi Heiko Westermann, Sonntag ab 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)

Letzter HSV-Sieg zuvor im November 

Doch ausgerechnet der zuletzt so desolate HSV beendete die Siegesserie der Königsblauen. Mit viel Kampf, aber auch spielerisch in einigen Phasen überzeugend, meldete sich der taumelnde Traditionsklub nun zurück. Zuletzt hatte der HSV am 26. November 2017 gewonnen - 3:0 gegen die TSG 1899 Hoffenheim. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

"Der HSV hat uns von Anfang an das Leben zur Hölle gemacht. Wir haben in der ersten Halbzeit die nötige Körpersprache vermissen lassen. Wir haben verdient verloren und müssen daraus lernen", sagte Schalke-Trainer Domenico Tedesco nach der Partie selbstkritisch bei Sky. HSV-Matchwinner Hunt äußerte: "Ich war in einer guten Position und habe einfach drauf gehalten. Am Ende war der Sieg für uns verdient."

Gleichwohl dämpfte Titz: "Es war schon eine extreme Achterbahnfahrt, die wir gefahren sind. Ich hätte es mir etwas klarer gewünscht. Wir glauben daran, dass wir zurückkommen können, und geben uns noch nicht auf. Wir verfallen jetzt aber nicht in Euphorie. Wir müssen weiterhin sehr intensiv arbeiten, um vielleicht doch noch das Unmögliche möglich zu machen."

Vor 54.137 Zuschauern erwischte der HSV, bei den unter anderem Kyriakos Papadopoulos gegen seinen Ex-Klub in die Innenverteidigung zurückkehrte, einen denkbar schlechten Start. Die Hausherren machten zunächst das Spiel, wurden bei der ersten Schalker Chance aber eiskalt erwischt. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Der Treffer von Naldo hätte aber nicht zählen dürfen - der Innenverteidiger bugsierte den Ball nach einem Freistoß von Daniel Caligiuri mit der Hand ins Tor, die Video-Assistenten in Köln griffen aber nicht ein.

(Highlights der Partie in Bundesliga Pur, Sonntag ab 9.30 Uhr im TV auf SPORT1)

HSV wenig geschockt von Naldos irregulärem Tor

Der HSV zeigte sich in einer munteren Partie aber kaum geschockt und spielte weiter teils gefällig nach vorne. Nur wenig später nutzte Kostic das Durcheinander in der Schalke-Abwehr und köpfte zum 1:1 ein. Auch danach machten die Hanseaten weiter Druck, es wurde aber auch klar, warum der HSV die wenigsten Tore der Liga schießt.

Oft blieben die Hausherren nicht konsequent genug, oder sie schossen knapp vorbei wie Lewis Holtby aus 16 Metern (29.). Luca Waldschmitt scheiterte zudem am stark parierenden Ralf Fährmann (37.). 

Schalke, bei den Max Meyer in die Startelf zurückkehrte, agierte lange erstaunlich zurückhaltend. Die Tedesco-Elf setzte in der ersten Hälfte eigentlich nur bei den wenigen Standardsituationen offensive Akzente.

Hunt trifft per Traumtor

Auch in der zweiten Hälfte investierte der HSV deutlich mehr als Schalke, die Gäste wirkten beeindruckt von der Leidenschaft und dem Einsatz der Hamburger. Der Treffer von Holtby war dann auch nicht schön, aber der Mittelfeldspieler wollte den Treffer und wurschtelte den Ball nach starker Vorarbeit von Tatsuya Ito über die Linie.

Nur wenige Minuten später hatte Waldschmitt (60.) die frühe Vorentscheidung auf dem Fuß, vergab aus wenigen Metern aber kläglich. Quasi aus dem Nichts traf dann aber Burgstaller zum 2:2. Danach warf sich der HSV nach vorne, Schalke blieb über Konter aber ebenfalls gefährlich. Hunt ließ mit seinem Traumtor dann den HSV jubeln.

(Der Tabellenrechner der Bundesliga)

Restprogramm Hamburger SV:

(A) 1899 Hoffenheim  
(H) SC Freiburg 
(A) VfL Wolfsburg  
(A) Eintracht Frankfurt
(H) Borussia Mönchengladbach

Restprogramm Schalke 04:

(H) Borussia Dortmund
(A) 1. FC Köln
(H) Borussia Mönchengladbach
(A) FC Augsburg
(H) Eintracht Frankfurt

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