Trainer, Sportdirektor, Stars: Doppelpass diskutiert FCB-Krise
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München - Nach dem blamablen Remis gegen Freiburg analysiert der Doppelpass die Bayern-Krise. Halil Altintop und Mario Basler hinterfragen vor allem die Rolle des Sportdirektors.

Der FC Bayern steckt nach dem blamablen 1:1 gegen den SC Freiburg weiterhin in einer tiefen Krise - und der CHECK24 Doppelpass beleuchtet die Hintergründe.

Für den früheren Schalke-Star Halil Altintop hat Sportdirektor Hasan Salihamdzic einen nicht unerheblichen Anteil an der derzeitigen Situation. "Er wirkt auf diese Situation nicht vorbereitet. Wenn du beim FC Bayern bist und jeder auf dich schaut, dann frage ich mich, wie kann das sein? Bei so einer einfachen Frage, dass man dann nicht mehr weiter weiß. Das ist schon sehr fragwürdig."

Salihamidzic war nach dem Spiel gefragt worden, warum es unter Trainer Niko Kovac seit Wochen keine Fortschritte zu sehen gebe. "Die Frage ist, wie wird diese Situation interpretiert? Ich glaube, dass Hasan sehr gut bei den Spielern ankommt. Aber wenn man bei Bayern ist, darf man nicht so viel Angriffsfläche bieten."

SPORT1-Experte Mario Mario Basler vergleicht den Auftritt des Sportdirektors mit dem der Mannschaft. "So wie sie gestern gespielt haben, so hat er sich nach dem Spiel hingestellt: grausam!" 

Möller: "Haussegen hängt schief"

Für Andreas Möller steht derweil außer Frage, dass es im Mannschaftsgefüge erheblich knirscht und die konstant schwachen Leistungen des Rekordmeisters darauf zurückzuführen sind. "Ich glaube, dass im Innenverhältnis zwischen Trainer und Mannschaft viel Unreines steckt und die Verantwortlichen viel aufarbeiten müssen", so der Weltmeister von 1990. "Ich glaube, da ist etwas verrutscht und das macht sich dann auch auf dem Platz bemerkbar."

Altintop greift Lisa Müller nach Kovac-Kritik an

Dabei macht Möller das fehlende Standing von Cheftrainer Niko Kovac für den sportlichen Abschwung mitverantwortlich. "Ich glaube, dass bei Bayern München im Moment der Haussegen schief hängt - unabhängig davon, dass ich von Niko Kovac total überzeugt bin." Der Trainer habe in Frankfurt "super Arbeit geleistet".

Allerdings sei der Unterschied zwischen der Eintracht und dem FC Bayern eklatant, weil in München zuvor Pep Guardiola, Carlo Ancelotti und Jupp Heynckes an der Seitenlinie standen. "Er will vielleicht seine Linie aus Frankfurt bei den Bayern durchdrücken - aber hier hast du zig Weltmeister und Superstars. Und da ist viel Feingefühl gefragt." 

Basler: Kovac verändert nichts

Noch kritischer sieht Basler die Rolle des neuen FCB-Coaches. "Es gibt viele Trainer, die während des Spiels taktische Dinge ändern und ihre Mannschaft ein bisschen umstellen. Niko gibt mir im Moment das Gefühl, dass er während des Spiels nichts verändern kann. Ich sehe nicht, dass das Spiel über die 90 Minuten mal anders wird, die Bayern spielen ihren Stiefel runter. Es kommt nichts Überzeugendes rüber. Das Spiel gestern war ein kleiner Offenbarungseid." 

Für Altintop liegt die Bayern-Flaute auch am fehlenden Vertrauen gegenüber den Leistungsträgern. "Ich glaube, dass es nur kleine Schrauben sind, an denen man drehen muss. Niko muss die Spieler spielen lassen, die in der Hierarchie ganz oben sind. Wenn man zuhause gegen Freiburg spielt und es läuft in den letzten Wochen nicht so gut, dann muss man Spieler wie Ribery und Müller spielen lassen, damit sie wieder dahin kommen, wo sie mal waren."

Altintop: "Ribery macht den Unterschied aus, wenn er sagt, er ist fit, dann muss der spielen!"

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