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München - Wechselt Lucas Hernandez für 85 Millionen Euro von Atletico Madrid zum FC Bayern? Es sieht so aus - auch wenn die Klubs ein Verwirrspiel veranstalten.

Steht der FC Bayern München vor dem größten Bundesliga-Transfer aller Zeiten an?

Vieles spricht dafür, auch wenn der Fall Lucas Hernandez am Mittwochabend zu einem großen Verwirrspiel ausartete.

Kurz vor dem Spiel gegen RB Leipzig (1:0) vermeldete die gut informierte spanische Zeitung Marca: Bayern stehe unmittelbar vor der Verpflichtung des französischen Weltmeisters von Atletico Madrid, der erst im Juni seinen Vertrag bis 2024 verlängerte und, wie in Spanien üblich, mit einer Kaufoption versehen wurde. Die ursprünglich vermeldete Ablösesumme von 80 Millionen Euro wuchs im Laufe der Nacht sogar auf 85 Millionen an.

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Die Meldung sorgte jedenfalls für jede Menge Aufregung bei beiden Klubs - und zu einem Reaktionsgewirr.

Lucas Hernandez würde 85 Millionen Euro kosten

SPORT1 hat zunächst bei Andrea Berta nachgehakt, dem Sportdirektor von Atletico.

"Ich kann das nicht kommentieren. Da müssen sie Kalle (Karl-Heinz Rummenigge, d. Red.) fragen", sagte Berta: "Mir hat der Spieler gesagt, dass er bei Atletico Madrid bleiben möchte. Lucas ist ein sehr guter und sehr wichtiger Spieler. Ich glaube nicht, dass diese Meldung richtig ist." Der 46-jährige Italiener wollte zudem weder bestätigen, noch kommentieren, dass er mit den Bayern-Verantwortlichen zuletzt wegen Hernandez in Kontakt stand. Vielmehr spreche er "jeden Tag" mit dem Spieler selbst.

Zudem stellte Berta bei SPORT1 klar, dass die festgeschriebene Ablöse sogar 85 Millionen Euro beträgt!

Der darauf angesprochene Bayern-Boss Rummenigge sagte nach Abpfiff: "Wir sind in der Überlegungsphase. Ich dementiere nicht, ich kann es auch nicht bestätigen. Warten wir mal ab, ob wir im Januar was machen. Bestätigen kann man es erst, wenn etwas fix ist. Das ist es noch nicht“, erklärte der Vorstands-Chef.

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Atletico dementiert - aber nicht alles

In etwa zur selben Zeit veröffentlichte Atletico über seine Web-Kanäle dann ein offizielles Dementi, das aber genau gelesen werden muss.

Der Verein hielt fest, "dass Lucas Hernandez, im Gespräch mit unserem Klub, jeglichen Deal mit Bayern München und jede Absicht, unseren Klub zu verlassen, dementiert hat". Zu den Bayern pflege man aber ein "exzellentes" Verhältnis.

Atletico-Präsident Enrique Cerezo hatte sich als erste Reaktion auf den Marca-Bericht ebenfalls unwissend gegeben. Auch Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Trainer Niko Kovac wollten am Abend keine klaren Statements abgeben. Der Wechsel-Poker ist jedoch voll im Gange. 

Konkurrent für Hummels, Boateng und Alaba

Spannend: Der 22-jährige Hernandez kann in der Verteidigung zentral und links eingesetzt werden. Bei der WM in Russland agierte er für Frankreich als Linksverteidiger, in dieser Saison kam der Defensivspezialist für Madrid allerdings hauptsächlich in der Innenverteidigung zum Einsatz. 

Der in Marseille geborene und in Spanien aufgewachsene Hernandez spielt seit 2014 für Atletico, wurde 2018 Europa-League-Sieger. Bei der WM stand er in allen sieben Partien auf dem Platz, spielte sechsmal durch – auch beim gewonnenen Endspiel gegen Kroatien.

Käme der Wechsel zustande, wäre Hernandez der teuerste Einkauf der Bayern-Geschichte. Bislang hat den Ablöse-Rekord Corentin Tolisso inne (kam 2017 für 41,5 Millionen von Lyon). Auch die Bundesliga-Bestmarke (Julian Draxler wechselte 2015 für 43 Millionen Euro von Schalke zu Wolfsburg) wäre übertroffen. 

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