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Im Duell zwischen Mainz und Hannover sorgt Jean-Philippe Mateta für einen umstrittenen Elfmeter. Der Stürmer hat seine eigene Sicht der Dinge.

Jean-Philippe Mateta hat die Anschuldigungen, eine Schwalbe im Duell zwischen dem FSV Mainz 05 und Hannover 96 zugegeben, aber nicht dem Schiedsrichter gemeldet zu haben, zurückgewiesen.

"Es war keine Schwalbe - es gab einen Rempler und ich war im Lauf", erklärte der Mainz-Stürmer nach dem 1:1. Eine Geste des 21-Jährigen nach der Partie wurde scheinbar fälschlicherweise als Entschuldigung interpretiert. Doch Mateta stellte klar: "Ich habe mich nach dem Spiel von den gegnerischen Spielern per Handschlag verabschieden wollen - ich kann mich nicht für eine Schwalbe entschuldigen die keine war."

Matthias Ostrzolek brachte den Franzosen am Sonntag im Strafraum mit einem leichten Hüftschubser zu Fall, Schiedsrichter Robert Hartmann entschied auf Elfmeter, der Videoschiedsrichter schritt nicht ein.

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Heldt und Ostrzolek in Rage

Daniel Brosinski verwandelte nach langen Protesten der Gäste vom Punkt (89.) und glich damit die Führung der 96er durch Hendrik Weydandt (12.) aus. Die Entscheidung brachte Hannover in der Schlussphase um den Sieg.

Insbesondere Horst Heldt und Ostrzolek waren daraufhin auf 180. "Das war ein Witz! Der Wahnsinn einer Schwalbe. Warum fällt er denn? Altersschwäche? Der ganze Scheiß ist nicht mehr akzeptabel. Ich habe keinen Bock mehr, das zu erklären", wütete Heldt am Sky-Mikrofon.

Ostrzolek sagte: "Es gab noch nicht einmal eine Berührung, er hebt einfach ab", sagte der Abwehrspieler und erhob schwere Vorwürfe gegen Mateta. "Der Spieler hat selbst gesagt, dass es eine Schwalbe war. Ich habe ihm gesagt, wenn er ein Mann ist, soll er auch zum Schiedsrichter gehen und ihm die Wahrheit sagen."

Hannover fordert Änderungen beim Videobeweis

Klubboss Martin Kind forderte unterdessen Nachbesserungen beim Videobeweis. "Die Verantwortlichen sollten die Saison vollumfänglich analysieren. Es müssen reproduzierbare Entscheidungen kommen. So wie es jetzt läuft, ist es nicht akzeptabel", sagte Kind im NDR.

Noch deutlicher wurden Manager Heldt und Trainer Andre Breitenreiter, die ihrem Frust über den Einsatz des technischen Hilfsmittels nach dem Aufreger-Spiel am Sonntag bei Mainz 05 Luft machten. Dabei kam der Videobeweis dreimal zum Einsatz, zweimal waren die Entscheidungen äußerst umstritten.

"Es geht mir nicht um den Schiedsrichter, der etwas falsch bewertet. Das passiert. Was nicht funktioniert, ist der Ablauf der Korrektur", sagte Heldt: "Das ist nicht mehr nachvollziehbar. Die auf dem Platz - der Schiri und die Spieler - sind die Ärmsten. Ich mache dem System einen Vorwurf."

Auch Breitenreiter wütend

Breitenreiter zeigte sich "wütend und total frustriert" - vor allem aufgrund der Foulelfmeter-Entscheidung gegen Hannover, die zum Ausgleich für den FSV führte (89.).

"So können wir den Videobeweis abschaffen. So macht es keinen Sinn, einen Assistenten einzusetzen, der für Gerechtigkeit sorgen soll", äußerte der Trainer: "Wenn solche Dinge nicht gesehen werden, stellt sich die Qualitätsfrage. Ich erwarte, dass der Video-Assistent das sieht - wir haben doch angeblich die besten Schiedsrichter der Welt."

Direkt im Anschluss an die Partie waren Heldt, Breitenreiter und die Profis wie Niclas Füllkrug ("Ein Skandal") noch wesentlich aufgebrachter. Erst nach Gesprächen mit Schiedsrichter Robert Hartmann (Wangen) in dessen Umkleide beruhigten sich die Gemüter etwas. 

Ob der DFB-Kontrollausschuss als Folge der heftigen Schelte Ermittlungen aufnehmen wird, ist noch offen.

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