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Augsburg - Wolfsburg klettert dank eines Last-Minute-Erfolgs auf Platz fünf und vergrößert die Abstiegssorgen des FC Augsburg. Die Schwaben beschwören den Zusammenhalt.

Während die Spieler des VfL Wolfsburg den hart erkämpften 3:2 (2:0)-Erfolg ausgelassen feierten und auf einem Europapokalplatz überwintern, herrschte beim FC Augsburg nach dem Last-Minute-Schock Tristesse.

"Das darf uns nicht passieren, dass wir uns so auskontern lassen", sagte Andre Hahn nach dem Abpfiff selbstkritisch. (Service: Ergebnisse und Spielplan)

Nach einer katastrophalen ersten Hälfte und einem folgerichtigen 0:2-Rückstand durch VfL-Kapitän Josuha Guilavogui (33.), William (41.) stemmte sich der FCA mit den Treffern von Rani Khedira (49.) und Sergio Cordova (58.) im zweiten Durchgang gegen die drohende Pleite, stand aber nach Yannick Gerhardts (89.) spätem Siegtreffer wieder mit leeren Händen da.

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Baum hadert: "Waren etwas naiv"

Seit acht Spielen wartet das Team von Trainer Manuel Baum damit auf einen Sieg und geht als Tabellen-15. mit akuten Abstiegssorgen in die Winterpause. (Service: Tabelle der Bundesliga)

"Wir haben eine ganz, ganz schwache erste Halbzeit auf den Platz gebracht, kamen nicht in die Zweikämpfe und zweite Bälle rein. Wie die Jungs aus der Kabine raus sind und gefightet haben, ist bemerkenswert", analysierte Baum, "deshalb ist es extrem bitter, wenn du in der 89. Minute ein Gegentor bei eigenem Standard kriegst. Da waren wir etwas naiv und sehr grün. Wir werden in der Rückrunde ein anderes Gesicht zeigen und definitiv die Klasse halten."

Reuter sicher: "Werden die Klasse halten"

Unmittelbar nach dem Abpfiff versammelte er daher sein Team in einem Kreis auf dem Rasen, auch Stefan Reuter richtete im strömenden Regen ein paar Worte an die Mannschaft. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Wir haben insgesamt als Mannschaft zu viele Fehler gemacht, da musst du dich geschlossen dagegen stemmen. Du musst dir das Glück wieder verdienen. Damit müssen wir am ersten Tag der Vorbereitung wieder Anfangen", sagte Augsburgs Geschäftsführer Sport bei Sky. "Wenn wir nicht locker lassen, dann werden im Ende die Klasse halten. Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche!"

Wolfsburg "total happy"

Ganz anders die Gemütslage bei den Wolfsburgern. Trainer Bruno Labbadia war nach dem dritten Auswärtssieg in Folge "total happy" und lobte auch die Reaktion seines Teams auf den zwischenzeitlichen Ausgleich. "Man merkt, was für ein Vertrauen die Mannschaft in sich hat, dass sie sich kurz schüttelt und zurückkommt. Wir gehen mit einem sehr, sehr guten Gefühl in die Weihnachtspause."

Vor 28.152 Zuschauern in der WWK Arena gehörten die ersten 20 Minuten dem FCA, für den Konstantinos Stafylidis erstmals seit 13 Monaten wieder auflief. Der Linksverteidiger ersetzte den wegen Sprunggelenksproblemen kurzfristig ausgefallenen Philipp Max. An der Marschroute von Coach Manuel Baum änderte dies nichts: Augsburg versuchte wie gewohnt, dem Gegner mit viel Laufarbeit und aggressivem Zweikampfverhalten den Schneid abzukaufen.

FCA startet mutig - Wolfsburg zielstrebiger

Wolfsburg zeigte sich davon zunächst beeindruckt und beging im Aufbau einige Fehler. Marco Richter (7.) und Alfred Finnbogason (13.) nutzten dies zu ersten Chancen. Doch bald riss der Faden beim FCA, weil sich der VfL zunehmend seiner Qualitäten im Offensivspiel besann und deutlich zielstrebiger agierte.

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Wout Weghorst (28.) scheiterte noch am Pfosten, doch nach einer Ecke und der Verlängerung von John Anthony Brooks war Guilavogui per Abstauber zur Stelle - 0:1. Die Führung gab Wolfsburg Auftrieb, beim FCA dagegen zeigten sich ohne Abwehrchef Martin Hinteregger (Gehirnerschütterung) phasenweise Auflösungserscheinungen.

Torwart Andreas Luthe rettete gegen Daniel Ginczek (41.), war gegen Williams leicht abgefälschten Schuss aus 16 Metern aber machtlos. Robin Knoche (45.) hatte vor dem Seitenwechsel sogar das 0:3 auf dem Kopf.

Augsburg kämpft sich zurück

FCA-Coach Baum vitalisierte seine Elf zu Wiederbeginn mit zwei offensiven Wechseln - und tatsächlich kämpfte sie sich zurück ins Spiel. Erst stocherte Khedira den Ball im Duell mit dem zögerlichen William zum Anschluss ins Tor. Dann setzte sich Cordova im Luftkampf gegen Knoche durch und glich per Kopf aus.

In der Schlussphase waren beide Mannschaften weitgehend auf Sicherheit bedacht. Vor allem Wolfsburg tat zunächst zu wenig, um die Hausherren erneut in Verlegenheit zu bringen. Doch ein sehenswerter Konter, eingeleitet durch einen präzisen Abschlag von Torwart Koen Casteels, brachte doch noch den Gästesieg.

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