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Mönchengladbach - Vor dem Duell mit dem FC Bayern spricht Max Eberl über Gladbachs Entwicklung. Der Sportdirektor ist davon überzeugt, dass sein Team die Münchner ärgern kann.

Trotz der beiden jüngsten Heimniederlagen von Borussia Mönchengladbach gegen Hertha BSC und den VfL Wolfsburg lässt sich Max Eberl die gute Laune nicht verderben.

Gladbachs Sportdirektor ist davon überzeugt, dass seine Fohlen im Topspiel des 24. Spieltags gegen den FC Bayern eine realistische Chance haben. (Bundesliga: Borussia Mönchengladbach - FC Bayern München, Sa. ab 18.30 Uhr im LIVETICKER)

"Das Gesetz der Serie spricht für uns", glaubt Eberl: "Wir haben zwölf Heimspiele in Folge gewonnen und dann zwei Niederlagen kassiert, die uns sehr weh getan haben. Eine dritte Niederlage soll es nicht geben", sagt der Manager im Interview mit SPORT1. (Service: Bundesliga-Tabelle)

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Traditionell ist der aktuelle Tabellendritte ein Angstgegner der Bayern - gerade im Borussia Park. "Wir haben gegen Bayern München immer sehr gut ausgesehen", sagt Eberl - gibt aber nach dem 3:0-Sieg im vergangenen Oktober in München auch zu bedenken: "Das kann ein kleiner Nachteil sein, denn sie werden hochkonzentriert sein. Aber wir werden alles reinhauen, was wir können, und diese Saison schon hinreichend gezeigt haben. Dann hoffen wir, dass wir mit einem positiven Ergebnis rausgehen werden."

Eberl warnt Bayern vor den Folgen des Umbruchs

Insgesamt sei die Ausgangslage noch immer hervorragend. "Wir haben fünf Punkte Vorsprung auf Platz fünf und neun Punkte auf Platz sieben. Wenn uns das jemand vor der Saison gesagt hätte, dann hätten wir händeklatschend sofort unterschrieben. Jetzt ist es so, dass wir zwei Heimspiele verloren, dabei aber gegen Wolfsburg nicht so schlecht gespielt haben. Es gibt Kleinigkeiten zu verändern und zu verbessern. Deswegen werden wir auch nicht unruhig. Der Weg, den wir gerade gehen, ist richtig. Da werden uns zwei Niederlagen nicht umhauen."

Folgt ausgerechnet gegen die Bayern die Trendwende? Mit einem Sieg würde die Champions League, an der Gladbach schon zwei Mal teilgenommen hat, wieder ein Stück näher rücken.

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Apropos Bayern - Eberl glaubt, dass es für den Rekordmeister schwierig sein wird, die Nachfolge von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge zu regeln. "Hoffentlich wird Bayern nicht zum zweiten Manchester United, das ist das mahnende Beispiel. Sir Alex Ferguson hat den Klub 25 Jahre lang an die Weltspitze geführt - und dann geht innerhalb von drei Jahren alles verloren, was dieser Klub je verkörpert hat", sagte Eberl in der Münchner tz.

"Das werden Hoeneß und Rummenigge unter allen Umständen verhindern wollen - auch wenn es nicht so leicht sein wird, da sie zwei prägende Persönlichkeiten sind. Für alle, die nachkommen, werden es verdammt große Fußstapfen sein. Ich glaube aber, dass man nicht versuchen sollte, diese auszufüllen, sondern eigene zu hinterlassen. Das ist schon kompliziert genug."

"Klub, der total am Boden lag" übernommen

In Gladbach habe man allerdings ganz andere Sorgen gehabt. "Wir haben eine große Leidenszeit hinter uns. Ich bin jetzt 20 Jahre in diesem Verein, bin 1999 gekommen mit der größten Niederlage, dem ersten Abstieg aus der Bundesliga. Gleichzeitig gab es kein Stadion, kein Trainingsgelände, dafür 30 Millionen Mark Schulden. Es gab also einen Klub, der total am Boden lag", erinnert sich Eberl bei SPORT1.

20 Jahre später habe man es geschafft, "mit vielen guten und klugen Entscheidungen, Ruhe und Gelassenheit, den Verein nach oben zu führen."

"Es ist faszinierend, was in den letzten Jahren in Mönchengladbach entstanden ist. Angefangen 2004 mit dem Bau des Stadions und der Trainingsplätze, und jetzt veredelt mit dem Hotel und Jugendinternat. Da ist in Steine investiert worden, aber nicht wild und unlogisch, sondern strukturiert und geplant", betont Eberl. "Es ist ein großer Bestandteil des sportlichen Erfolgs, den wir gerade haben. Schön wäre es für den Sportdirektor, wenn nicht nur Steine in Erinnerung bleiben, sondern auch ein Stück weit der sportliche Erfolg."

Die "kleine" Borussia, das "gallisches Dorf"

Obwohl auch am Niederrhein alles gewachsen ist, verweist Eberl immer noch auf den Kampf der "kleinen" Borussia gegen die deutsche Übermacht. "Gladbach ist für mich wie das gallische Dorf, das immer gegen die Großstädte, wie München, Stuttgart, Berlin und Hamburg kämpft - und immer cleverer sein musste. Das versuchen wir immer noch so zu leben und umzusetzen."

Allerdings habe sich durch die Erfolge in den vergangenen Jahren einiges zum Positiven geändert - so unter anderem, dass sich die besten Spieler in Gladbach entwickeln.

"Wir haben Granit Xhaka oder Marco Reus länger behalten. Jetzt haben wir einen Spieler wie Thorgan Hazard, bei dem viele schon im letzten Sommer gesagt haben, dass er den Verein verlassen wird. Der Verein hat sich total verändert, wir sind mehrere Schritte weiter", erklärt Eberl.

Die nächste Chance, das zu beweisen, bietet sich bereits am Samstagabend gegen den Rekordmeister aus München.

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