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München - Jochen Schneider hat sich aus Sicht von Peter Neururer bei S04 schon angreifbar gemacht. Im CHECK24 Doppelpass legt er den Finger in die Wunde.

Der neue Macher des FC Schalke 04 ist kaum im Amt, schon hat er sich aus Sicht von Trainer-Legende Peter Neururer angreifbar gemacht.

"Wenn man nach einem 2:4 von einer Trendwende spricht, hat man das Problem nicht erkannt", wunderte sich der frühere S04-Coach im CHECK 24 Doppelpass auf SPORT1 über Sportvorstand Jochen Schneider.

Mit besagter Feststellung hatte Schneider nach der Schalker Niederlage gegen Werder Bremen am Freitag begründet, warum er den angezählten Trainer Domenico Tedesco im Amt beließ. "Ja, wir wollten eine Trendwende in Sachen Leistung - die haben wir gesehen", hatte Schneider gesagt.

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Neururer kann das nicht nachvollziehen - und sieht einiges, was bei Schalke nachhaltig schief gelaufen ist.

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Neururer: Tedesco hat Kabine teilweise verloren

"Der Führung ist es nicht gelungen, einen Stamm der Mannschaft herauszuarbeiten. Mit dem sich das Publikum und das Umfeld identifizieren könnten", kritisierte der 63-Jährige und verwies auf das Hierarchie-Problem, das Tedesco seit längerem verfolgt: "Es ist offenbar gefährlich, bei Schalke die Binde zu tragen. Höwedes wurde weggeschickt, dem Torhüter Fährmann ein anderer vorgesetzt und Naldo ebenfalls weggeschickt."

Vor dem Bremen-Spiel hatte Tedesco noch einmal für Aufsehen gesorgt, indem er Mark Uth, Amine Harit und Hamza Mendyl aus dem Kader gestrichen hatte.

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Ein Befreiungsschlag? Neururer sieht die Gefahr, dass es nach hinten losgeht: "Der Trainer hat die Kabine teilweise verloren. Die Spieler, die Tedesco nicht mit nach Bremen genommen und ausgebootet hat, die hat er verloren."

Allofs: "Schalke will Zeit gewinnen"

Der frühere Bremer und Wolfsburger Manager Klaus Allofs, ebenfalls im Dopa zu Gast, sieht Schneider in einer vertrackten Situation: "Auf Schalke will man Zeit gewinnen. Es gab eine Entscheidung an der wichtigsten Stelle, aber nach ein paar Tagen kann man deswegen noch keine Lösungen haben."

Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic ergänzte: "Es wird nicht einfach werden. Jochen Schneider wird das nicht alleine schaffen. Wenn nicht alle an einem Strang ziehen, wird es nicht gehen."

Allofs war selbst als Schalke-Manager und Nachfolger für Christian Heidel oder als Sportdirektor im Gespräch gewesen, stellte im Doppelpass aber klar, dass dabei wohl nichts herauskommen wird. "Mein Name ist häufiger genannt worden", sagte Allofs: "Die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr gering. Es gab bisher überhaupt keine Gespräche. Es hat kein Interesse gegeben."

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