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Norbert Elgert hat bei Schalke 04 viele Supertalente wie Leroy Sané geformt. Bei SPORT1 beschreibt der U19-Trainer, auf was die Bayern bei einem Wechsel achten müssen.

Es waren nur zwei Jahre, in denen Leroy Sané unter Vereins-Ikone Norbert Elgert bei Schalke 04 zwischen 2013 bis 2015 trainierte. Zwei Jahre jedoch, in denen der heute 23-Jährige maßgeblich zu dem Spieler reifte, der er heute ist. Zu einem der begehrtesten Außenbahnspieler der Welt!

Kein Wunder, dass der FC Bayern derzeit alles versucht, den Star von Manchester City zur neuen Saison zu verpflichten. Sané (Vertrag bis 2021) ist mit seinen Einsatzzeiten unter Pep Guardiola nicht mehr zufrieden, weil er in dieser Saison öfter auf der Bank saß als ihm lieb war – oder gar nicht zum Einsatz kam.

"Leroy ist meiner Meinung nach bei Manchester City sehr gut aufgehoben und hat dort mit Pep Guardiola auch einen richtig guten Trainer", sagt Elgert im Gespräch mit SPORT1. "Wenn er dennoch gehen sollte, kann er mit einem Wechsel nach Bayern und zu Niko Kovac keinen Fehler machen. Holen ihn die Bayern tatsächlich, trifft er dort mit Serge Gnabry und Kingsley Coman auf zwei weitere hochbegabte Außenbahnspieler. Ich würde mich natürlich am allermeisten darüber freuen, wenn er irgendwann zu Schalke 04 zurückkommen würde."

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2016 scheiterte ein Wechsel zu Bayern

Dieser Wechsel scheint allerdings noch unrealistischer als einer zum Rekordmeister. 2016 wechselte Sané für 50 Millionen Euro von den Königsblauen zu den Citizens. Zu diesem Zeitpunkt waren die Bayern bereits an ihm dran. Ein Wechsel scheiterte zum einem, weil Guardiola Sané von ManCity überzeugen konnte. Zum anderen besaßen die Bayern zu dieser Zeit mit Franck Ribéry und Arjen Robben bereits zwei Topspieler für die Flügel.

Klappt ein Wechsel zu den Münchnern nun im zweiten Anlauf? Es wäre jedenfalls die Transfer-Sensation des Sommers.

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Elgert ist sicher: "Leroy passt zu jedem Spitzenverein in Europa, dazu gehören definitiv auch die Bayern. Charakterlich ist Leroy top. Ein guter Coach kann ohnehin mit nahezu jedem Spieler umgehen."

"Tritt in den Hintern" hat geholfen

So wie Elgert, der mit Sané noch heute in Kontakt steht. In seiner kürzlich erschienenen Autobiografie "Gib alles, nur nie auf!" kommt auch Sané zu Wort. Darin beschreibt der deutsche Nationalspieler, warum der 62 Jahre alte Talente-Macher, der unter anderem Mesut Özil und Julian Draxler entwickelte, auch so wichtig für seine Entwicklung war. "Bei mir hatte Norbert Elgert erkannt, dass er nicht unbedingt die feinfühligste Art an den Tag legen musste, sondern dass der eine oder andere Tritt in den Hintern helfen würde." 

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Was Sané anspricht, hallt ihm allerdings bis heute nach: Manchmal zu lässig zu sein. Zu sehr den Schlendrian raushängen zu lassen. Ernsthaftigkeit vermissen zu lassen. Dies sollen auch Gründe sein, warum ihn Bundestrainer Joachim Löw im vergangenen Sommer nicht mit zur WM nahm und warum er unter Guardiola diese Saison öfter nicht spielte.

Darum ließ Elgert Sané mehr durchgehen

Elgert beschreibt in seinem Buch, wie er immer wieder das Gespräch mit seinem Schützling suchte. Dass Sané aber auch ein Spieler gewesen sei, bei dem er mehr durchgehen ließ als bei anderen Spielern.

Der Grund: Elgert wusste immer, was für ein Talent im gebürtigen Essener schlummert – und wie man dies aus ihm herauskitzeln konnte. Bei SPORT1 macht Elgert deutlich: "Leroy ist kein Konformist, aber davon gibt es schon genug. Spieler wie Leroy ragen daher schon aus einem Team heraus."

Weshalb ihn die Bayern unbedingt verpflichten wollen. "Seine größten Stärken sind seine Unbekümmertheit und auch sein raumübergreifendes sowie Gegner ausspielendes Dribbling. Zudem ist er sehr torgefährlich und hat auch sein Spiel gegen den Ball verbessert", sagt Elgert. "Hinzukommt, dass Leroy mental stark ist, vor allem dann, wenn es drauf ankommt. Er kann auf den Flügeln spielen, aber auch hinter den Spitzen."

Ein Spielertypen eben, wie ihn die Bayern gebrauchen können.

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