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München - Das BVB-Talent beendet seine Karriere als Profi-Fußballer. Nach einer tragischen Verletzung ist das Risiko zu groß geworden. Er bleibt Dortmund aber erhalten.

Dario Scuderi hat im Alter von nur 21 Jahren seine Karriere beendet. Es ist ein ungewöhnlich frühes Aus einer Fußballer-Laufbahn, das aber einen tragischen Grund hat.

Rückblick: Scuderi spielt seit 2010 für Borussia Dortmund, durchlief alle Jugendabteilungen und kam zu zwei Einsätzen für die italienische U19-Nationalmannschaft.

Am 14. September 2016 debütierte der damals 18-Jährige für den BVB in der Youth League gegen Legia Warschau. Ein großer Tag für ein vielversprechendes Talent. Doch sein Debüt war letztlich gleichzeitig auch das Ende der Karriere von Scuderi, bevor sie richtig begonnen hatte.

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Der Grund ist eine verhängnisvolle Abwehraktion. Der Rechtsverteidiger blieb im Rasen hängen und verdrehte sich das linke Knie. Die furchtbaren Bilder seiner Verletzung entsetzten die Spieler auf dem Rasen und die Zuschauer auf der Tribüne gleichermaßen.

Scuderi muss Amputation seines Beins befürchten

Noch auf dem Feld wurde das Knie wieder eingerenkt. Wenige Tage später bestätigten sich dann die schlimmsten Befürchtungen: Totalschaden. Doppelter Kreuzbandriss, Außenbandriss und Meniskusschaden.

"Es ist die schwerste Knieverletzung, die man sich nur vorstellen kann. Es war so ziemlich alles gerissen, was reißen kann: neben den Bändern auch sämtliche Muskeln und Sehnen", sagte der Kniespezialist Dr. Prof. Michael Strobel seinerzeit den Ruhrnachrichten.

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Neun Operationen musste Scuderi über sich ergehen lassen und zwischenzeitlich sogar die Amputation des linken Beins befürchten.

Sein Schicksal bewegte die Stars weltweit. Neymar, Bayern-Star Thiago und sogar die italienischen Idole Francesco Totti, Andrea Pirlo sowie Paolo Maldini sendeten dem gebürtigen Sizilianer Genesungswünsche.

Das Risiko weiterzuspielen ist zu hoch

Auch der BVB unterstützte seinen Spieler zu jedem Zeitpunkt. Scuderi kämpfte sich durch und schaffte tatsächlich das Unmögliche: Im Sommer 2018 stand er in einem Testspiel für die Dortmunder U23 auf dem Platz, am 8. Mai 2019 folgte dann sogar die Kadernominierung in einem Pflichtspiel der Reserve.

Doch jetzt musste der 21-Jährige eine grundsätzliche Entscheidung treffen, weil sein Vertrag bei der Borussia am 30. Juni ausläuft. Scuderi entschied sich gegen einen neuen Comebackversuch. Das Risiko ist zu hoch, sich wieder zu verletzen und dann bleibende Schäden davonzutragen.

"Es war keine leichte Entscheidung, Fußballspielen war immer mein großer Traum. Und ich habe alles dafür gegeben. Ich habe gekämpft und hatte auch noch Angebote, um weiterzuspielen", erklärte Scuderi. "Aber im Fußball weiß man nie, was passiert und deshalb habe ich mich für die sichere Variante entschieden." 

Scuderi bleibt dem BVB erhalten

Zuvor hatte er den Klub-Verantwortlichen seine Entscheidung mitgeteilt. "Mit Tränen in den Augen", wie BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer den Ruhrnachrichten verriet, der dem scheidenden Profi gleichzeitig ein Angebot mitgab: "Du wirst beim BVB immer einen Platz haben. Wenn Du auf der sicheren Seite sein willst, kannst du morgen bei uns eine Ausbildung in der Fußballschule anfangen."

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Scuderi musste nicht lange überlegen und sagte wenige Stunden später zu. "Der BVB hat immer zu mir gestanden und schon im letzten Jahr ein Ausbildungsangebot gemacht. Borussia Dortmund ist meine Familie. Ich freue mich jetzt darauf, etwas Neues zu machen."

Trotz des vorzeitigen Endes seiner eigenen Laufbahn wird der Fußball Mittelpunkt seines Lebens bleiben. Womit Scuderis Traum doch irgendwie weiterlebt.

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