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Houston - Jann-Fiete Arp glänzt beim Sieg des FC Bayern gegen Real Madrid mit einem Super-Trick gegen Marcelo. Trotzdem zeigt sich der Ex-Hamburger selbstkritisch.

Es war die Szene des Spiels.

Im NRG Stadium in Houston läuft die 38. Spielminute, als sich Bayern-Neuzugang Jann-Fiete Arp beim Stand von 1:0 für die Münchner ein Herz fasst, Real-Superstar Marcelo an der Strafraumkante vernascht, zum Tor zieht, aber nur das Außennetz trifft.

Das Bemerkenswerte daran: Linksverteidiger Marcelo (vierfacher Champions-League-Sieger) reicht Offensiv-Talent Arp (18 Bundesliga-Spiele) daraufhin anerkennend die Hand. Arp schlägt ein.

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Wer allerdings denkt, dass sich Arp mit dieser Szene rühmt, liegt falsch. Im Gegenteil.

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Arp selbstkritisch trotz Trick gegen Marcelo

"Bis dato war es meine einzige gute Aktion. Ich bin instinktiv auf den rechten Fuß gegangen, leider war der Ball nicht drin. Wenigstens irgendwas Positives, was ich aus dem Spiel mitnehmen kann", sagte Arp später selbstkritisch im Gespräch mit SPORT1.

Der Ex-Hamburger erklärte offen und ehrlich: "Heute habe ich gemerkt, wo momentan noch meine Grenzen sind. Ob jetzt mit Ball oder ohne. Das Tempo war für den Moment noch eine Nummer zu hoch für mich."

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Die Betonung liegt auf "momentan” und "noch" - denn Arp hat bei weitem nicht so schwach gespielt, wie er sich selbst sah. Wie schon gegen den FC Arsenal (1:2) stand er in der Startelf – diesmal jedoch auf der rechten, statt linken Außenbahn.

Arp ließ sein Können in der ein oder anderen Situation aufblitzen. In der Defensive hingegen leistete er sich ein ums andere Mal leichtfertige Ballverluste und fing sich auch eine Ansage von Hintermann Joshua Kimmich ein.

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Angekommen beim FC Bayern

Topleistung hin oder her – der 19-Jährige kann sich auf der USA-Reise mit seinem neuen Verein schon jetzt zu den Gewinnern zählen. Arp ordnet sich unter, integriert sich außerhalb des Platzes und traut sich auf dem Grün etwas zu. Zudem hat er eine klare Meinung und ist selbstkritisch, wie man es heutzutage nur noch selten erlebt.

Weil er selbst so unzufrieden war, will er sich seine zweiten 45 Minuten im Bayern-Dress nochmal genau anschauen.

"Aus solchen Spielen lerne ich am meisten, weil ich jetzt gesehen habe, wie es auf höchstem Niveau gemacht wird. Die Analyse des Spiels wird mir sehr weiterhelfen", meinte Arp, der sich nach dem 3:1-Sieg kein Trikot von Marcelo sicherte, aber augenzwinkernd hoffte, dass "ein gutes Foto" von ihm und Marcelo geschossen wurde: "Das würde mir für den Moment schon helfen."

Kroos: "Klar, dass er noch nicht alles wegspielt"

Toni Kroos, der einst mit 17 Jahren sein Profidebüt für den FC Bayern bestritt, stand Arp in der ersten Hälfte auf dem Platz das ein oder andere Mal gegenüber.

Im Gespräch mit SPORT1 sagte der Weltmeister von 2014 über den FCB-Neuzugang: "Er kommt aus Hamburg und in München wird es eine Umstellung für ihn sein. Gegen Real zu spielen ist für ihn, Stand jetzt, wahrscheinlich auch etwas sehr Besonderes. Aber Bayern wird ihn nicht umsonst geholt haben, denn sie werden was in ihm sehen."

Der Real-Star ergänzte: "Es ist klar, dass er zu diesem Zeitpunkt gegen Real noch nicht alles wegspielt. Aber trotzdem gilt es, sich in solchen Spielen zu messen. Das hat er getan."

Gegen Marcelo hat das schon ganz gut geklappt.

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