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München - SPORT1-Experte Stefan Effenberg äußert im CHECK24 Doppelpass sein Unverständnis über die System-Debatte um Timo Werner von RB Leipzig.

Liebe Fußball-Freunde,

Timo Werner stach mit seinem Dreierpack für den neuen Bundesliga-Tabellenführer RB Leipzig in Gladbach hervor. Ein Grund mehr zur Verwunderung über die Diskussion, dass er beim FC Bayern München nicht ins System gepasst hätte.

Ich verstehe diese Debatte nicht, für mich ist er ein Spieler, der so gut ist, dass er in jedes System passt. Natürlich hat Bayern meistens mehr Ballbesitz, im Schnitt 65 oder 70 Prozent, aber auch dort kommen Kingsley Coman und Serge Gnabry  mit Tempo. Das ist nicht das Argument zu sagen, dass Werner nicht ins Spielsystem von Bayern München passt.

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Wie man an seinem ersten Tor in Gladbach sah, hat Werner das Tempo und die individuelle Klasse. Wenn du ihm diese zwei, drei Meter gibst, dann ist er weg und du fängst ihn nicht mehr ein. Er kommt von links oder über rechts, seine wahre Stärke ist, dass du ihn nicht auf eine Position festlegen kannst. Er treibt sich permanent überall herum, das ist seine größte Stärke, hat eine individuelle Klasse, die außergewöhnlich ist.

Werner so wertvoll wie Lewandowski für Bayern

Man sieht einfach, dass er sich in Leipzig wohl fühlt, sonst hätte er nicht fünf Buden erzielt. Werner ist für Leipzig so wertvoll wie Lewandowski für Bayern München.

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Leipzig hat sich vor der Saison festgelegt und gesagt, man sei ein Anwärter auf den Titel. Trainer Julian Nagelsmann hat ja auch selber den Anspruch, mal einen Titel zu gewinnen. Es sieht ganz gut aus, wir sind zwar am Anfang der Saison, aber Bayern München sollte Leipzig auf dem Zettel haben. Die beiden Teams treffen ja schon in zwei Wochen aufeinander, das wird hochspannend.

Bayern kein Titelfavorit in der Champions League

Was den FC Bayern und die Weichenstellungen in der Klubführung angeht, die diese Woche das große Thema waren: Die Bayern sind jetzt jetzt gut aufgestellt, auch für die Zukunft. Oliver Kahn, der kommende Vorstandschef, muss sicher erstmal in seine Rolle reinwachsen, wenn er im Januar seinen Job im Vorstand beginnt. Aber er hat aber ja über Jahrzehnte mit Rummenigge und Hoeneß zusammengearbeitet und kennt die Abläufe.

Die einzige Herausforderung, die sich jetzt stellt: Wie geht man mit den Transfersummen und den Gehältern um? Die wachsen ja ständig. Dafür müssen sie das sportliche Niveau halten. Und das ist die Grundvoraussetzung, dann werden sie auch wieder ganz nach oben kommen.

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Allerdings darf man sich so ein Ausscheiden wie im letzten Jahr im Champions-League-Achtelfinale sich nicht nochmal erlauben. Auch finanziell nicht. Zu den absoluten Titelfavoriten in der Champions League zähle ich sie jetzt allerdings nicht - aber über das Achtelfinale hinaus zu kommen, das muss mit dem aktuellen Kader möglich sein. 

Euer

Stefan Effenberg

Stefan Effenberg hat 2001 mit dem FC Bayern die Champions League gewonnen. Mit den Bayern und Borussia Mönchengladbach wurde er zudem mehrmals Deutscher Meister und Pokalsieger. Seit Sommer 2018 bildet der 50-Jährige mit Marcel Reif und Reinhold Beckmann das feste Experten-Team des CHECK24 Doppelpass.

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