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Nach dem Debakel beim FC Bayern nimmt Michael Zorc die BVB-Spieler in die Pflicht - und lässt Lucien Favre außen vor. Ein Ansatz mit interner Sprengkraft.

Männerfußball hatte Michael Zorc vor dem Spiel beim FC Bayern gefordert. Nach der erneuten Abreibung in München befand Borussia Dortmunds Sportdirektor: "Das war überhaupt kein Fußball."

Und schob auf die Frage nach einer möglichen Erklärung für das desaströse 0:4 hinterher: "Fragen Sie die Spieler. Die müssen das beantworten. Den Trainer würde ich dabei komplett rausnehmen, um das ganz klar zu sagen."

Armutszeugnis für den BVB

Eine Aussage, die eine interne Sprengkraft hat!

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Richtig ist: Die Mannschaft hat nach dem 0:5 in der vergangenen Saison abermals in München kläglich versagt. Nur 38 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Nur ein Schuss auf das Tor von Manuel Neuer - so wenig wie noch nie seit Aufzeichnung der Spieldaten. Nur zwei Belege für das Armutszeugnis des BVB.

Richtig ist auch: Die hochveranlagten Dortmunder Spieler haben einmal mehr in einem wichtigen Spiel ihre Leistung nicht abgerufen. Nicht spielerisch. Nicht kämpferisch, was vielleicht noch schlimmer ist. Sie nun in die Pflicht zu nehmen, ist richtig und konsequent.

Zorc riskiert Spaltung zwischen Team und Trainer

Zorcs Ansatz, Trainer Lucien Favre komplett aus der Verantwortung zu nehmen, geht allerdings am Problem vorbei. Der Trainer ist auch für die Einstellung der Mannschaft verantwortlich.

Der Vergleich mit Dortmunds doppeltem Meistercoach Jürgen Klopp wurde oft bemüht. Fakt ist: Eine solch ängstliche Leistung hätte es unter Klopp so nicht gegeben. Spätestens irgendwann während des Spiels hätte er sich ein paar Spieler mächtig zur Brust genommen und mindestens mehr Mut eingefordert.

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Zorcs Aussage bietet zudem die Gefahr einer Spaltung. Hier der nicht angetastete Trainer, dort die allein kritisierte Mannschaft.

Wohin das führen kann, hat erst vor einer Woche ausgerechnet der FC Bayern gezeigt, als die Entfremdung von Team und Trainer im Aus von Niko Kovac gipfelte.

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