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Paderborn - Eintracht Frankfurt schlittert unaufhaltsam dem Abstiegskampf entgegen. Auch gegen Schlusslicht SC Paderborn setzt es eine verdiente Niederlage.

Mit müden Augen klatschte Trainer Adi Hütter seine kraftlosen Spieler ab, dann trotteten die Profis von Eintracht Frankfurt im Dauerregen zu den mitgereisten Fans - doch auch in der Kurve herrschte weitgehende Lethargie.

Zum Hinrundenabschluss verloren die Adler auch bei Schlusslicht SC Paderborn mit 1:2 (0:2), am Ende eines rauschhaften Jahres sind sie damit endgültig im Bundesliga-Abstiegskampf angekommen.

"Vielleicht haben wir zu viele Spiele gemacht", sagte Frankfurts Mijat Gacinovic, "aber wir können es besser." Teamkollege Simon Falette regte an, nun "nach vorne" zu schauen, "um in der Rückrunde wieder da rauszukommen."

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"Eine Trainerdiskussion brauchen wir gar nicht beginnen", stellte Eintrachts Sportvorstand Fredi Bobic klar, er nahm vielmehr die Mannschaft in die Pflicht: "Es ist sehr schade, dass wir uns in den vergangenen Wochen vieles kaputtgemacht haben. Wir müssen den Kampf annehmen, denn in dieser Liga kann jeder kämpfen. Zuletzt gegen Köln wurden wir niedergekämpft, heute ebenfalls."

 Nach sieben Ligaspielen ohne Sieg in Folge trennen den Tabellen-13. nur noch drei Punkte vom Relegationsplatz. Aufsteiger Paderborn indes stellte mit dem dritten Saisonsieg den Kontakt zum rettenden Ufer wieder her.

Abdelhamid Sabiri (9.) und Sebastian Schonlau (41.) trafen für den SCP im letzten Spiel des Jahres im deutschen Oberhaus - dem eine spannende Rückrunde bevorsteht: Die Ostwestfalen am Tabellenende und Mitaufsteiger Union Berlin auf Rang elf trennen nur acht Punkte (Die Tabelle der Bundesliga). 

Auch Frankfurt, im Mai noch im Halbfinale der Europa League, muss sich mit dem Existenzkampf auseinandersetzen. Daran änderte auch der Anschlusstreffer durch Bas Dost (72.) nichts mehr (Das Spiel im Ticker zum Nachlesen).

Sabiris genialer Schuss schockt Frankfurt früh

Zur jüngsten Talfahrt der Hessen trug neben der Vielzahl von Spielen auch die Verletzungsmisere bei.

Gegenüber dem 2:4 gegen den 1. FC Köln vom Mittwoch musste Hütter auch noch auf Torjäger Goncalo Paciencia und Mittelfeldabräumer Sebastian Rode verzichten. Zudem fehlte Abwehr-Ass Martin Hinteregger gelbgesperrt.

Auf der Reservebank der Hessen blieb ein Platz frei. 

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Frankfurt begann fahrig und fehlerhaft, Paderborn war wie so oft hellwach - und belohnte sich: Sabiri zog aus gut 25 Metern ab, der Ball segelte mit unkonventioneller Flugbahn über Frankfurts etatmäßige Nummer drei Felix Wiedwald hinweg ins Tor.

"Ich bin kein Torwarttrainer. Ich finde, er hatte eine komische Flugkurve. Du kannst ihn halten, du kannst ihn auch mal nicht halten", urteilte Bobic, der die Reaktion auf den Rückstand bemängelte: "Die Jungs sind mit den Köpfen dann zu schnell unten und zeigen dann nicht diese Körpersprache, die wir von ihnen fordern."

Die Gäste, schwächste Auswärtsmannschaft der Liga, berappelten sich vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Benteler-Arena nach einigen Minuten dann doch wieder.

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In der 17. Minute wurde Frankfurt durch den Videoschiedsrichter ein Elfmeter verweigert.

SCP-Verteidiger Luca Kilian spielte den Ball knapp außerhalb des Strafraums mit der Hand. Sieben Minuten später verzog Mijat Gacinovic nach guter Einzelleistung knapp.

Paderborn vergibt die Vorentscheidung mehrmals

Dann übernahm wieder Paderborn. Kai Pröger und Christopher Antwi-Adjei scheiterten binnen Sekunden an Wiedwald (35.), sechs Minuten später stieg Schonlau nach einem Freistoß am höchsten und erhöhte für die Gastgeber.

"Wir wollen euch kämpfen sehen!", schmetterten die mitgereisten Eintracht-Fans ihrer Mannschaft entgegen. Doch am Einsatz mangelte es nicht. 

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56 Pflichtspiele im Kalenderjahr hinterließen sichtbare Spuren. Immerhin kam Gacinovic dem Tor von Leopold Zingerle mit einem direkten Freistoß noch einmal sehr nahe (45.+1).

Nach der Pause hätten Streli Mamba (50., 56.) und Sturmpartner Ben Zolinski (57.) alles klar machen müssen. Dosts Anschlusstor weckte neue Hoffnung bei den Frankfurtern, die aber zunehmend müde wirkten.

Kurz vor Schluss hatte stattdessen Paderborns Cauly Oliveira Souza (90.+1) die größte Chance der Schlussphase, er scheiterte an Wiedwald.

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