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David Alaba glänzt beim FC Bayern in ungewohnter Rolle. Bei SPORT1 spricht er über sein Verhältnis zu Alphonso Davies - und lässt seine Zukunft offen.

"Fährst du mit?", fragte ihn Hansi Flick in den Katakomben der Allianz Arena. "Ja, gleich", antwortete David Alaba noch während des Gesprächs mit SPORT1.

Flick und Alaba, es ist ein Trainer-Spieler-Verhältnis der besonderen Art. Die beiden verstehen sich, auf persönlicher Ebene wie auch auf professioneller.

Der gebürtige Wiener bewies beim 6:1 gegen Werder Bremen einmal mehr, dass er sozusagen die Inkarnation des Flickschens Defensiv-Denkens ist, verkörperte es mit Schnelligkeit, Mut, Aggressivität und Spielverständnis. 

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Alaba - eigentlich links in der Viererkette beheimatet - brilliert unter Flick als Aushilfs-Innenverteidiger derart, als hätte er nie woanders gespielt. Alaba interpretiert seine Rolle (die ihm auch schon Flick-Vorgänger Niko Kovac zutraute) dermaßen überzeugend, dass er aus der Innenverteidigung derzeit nicht mehr wegzudenken ist.

Auch, wenn die verletzten Lucas Hernández im Winter und Niklas Süle spätestens kommenden Sommer zurückkehren?

Alphonso Davies vertritt David Alaba

"Darüber mache ich mir überhaupt keine Gedanken", sagt Alaba im Gespräch mit SPORT1: "Auf dieser Position sind Weltklasse-Verteidiger in unseren Reihen verletzt. Ich kenne meine Aufgabe im Moment und versuche, der Mannschaft zu helfen. Ob ich diese Position auch in Zukunft bekleiden werde, wird sich zeigen."

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Dass die Diskussion als mögliche ständige Vertretung in der Innenverteidigung überhaupt erst aufkommen konnte, ist auch der überraschend schnellen Entwicklung Alphonso Davies' geschuldet, der wiederum Alaba derzeit als Linksverteidiger ersetzt. Noch duellieren sie sich nicht. Im Gegenteil: Der 27-Jährige ist eine Art Mentor für den 19-Jährigen, unterstützt und fördert ihn.

Erinnert ihn der junge Davies an seine eigenen Anfänge?

"Ja, sicherlich", sagt Alaba: "Ich wurde ja auch sehr früh, vielleicht noch früher, ins kalte Wasser geworfen. Es ist schön mit anzusehen, wie sich jemand in dem Becken freischwimmt. Das macht er wirklich sehr, sehr gut. Er ist ein Junge, der sich entwickeln möchte, der in den Trainingseinheiten zuhört und sich führen lässt. Es ist schön zu sehen, dass das greift."

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"Ein Spieler, der sehr mutig ist"

Dass es greift, ist auch dem Führungsverhalten Alabas geschuldet. Der Österreicher will nicht mehr nur der letzte Jugendspieler sein, der es bei den Profis geschafft. Führungsspieler möchte er sein und Verantwortung übernehmen. Einen abhebenden Davies würde er also auf den Boden der Tatsachen holen? "Ja, klar", so Alaba: "Ich würde ihn zur Seite nehmen und mit ihm reden."

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Noch sah er sich zu solchen Erziehungsmaßnahmen allerdings nicht gezwungen, denn Davies entwickelt sich prächtig. "Die Mischung macht's", findet sein Abwehrkollege: "Er ist ein Spieler, der sehr mutig ist und gut improvisiert. Das braucht man heutzutage auf dem Niveau. Das macht er wirklich sehr gut."

Alaba-Verbleib beim FC Bayern nicht zwingend

Ähnliche Lobeshymnen hörte man auch jahrelang über 72-maligen österreichischen Nationalspieler (14 Tore), den es derzeit auch zu beflügeln scheint, dass er vor kurzem stolzer Vater eines Sohnes wurde. "Das sind Momente, die einfach unglaublich sind und die ich davor nicht so kannte. Ich bin sehr happy und nehme die Aufgabe und die Verantwortung auch an", erklärt Alaba.

Wie lange er noch Verantwortung beim FC Bayern übernimmt, ist indes unklar. Sein Vertrag läuft 2021 aus. Spätestens kommenden Sommer kann er bei der EM 2020 nochmal Werbung in eigener Sache machen - für eine Vertragsverlängerung in München oder lukrative Angebote aus dem Ausland.

Im Gespräch mit SPORT1 sagt er: "Ich kann mir beides vorstellen: Hier zu bleiben oder auch mal einen anderen Weg einzuschlagen. Im Moment haben wir hier aber Ziele und die will ich mit Bayern München erreichen."

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