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Oliver Kahn ist seit Jahr Vorstandschef des FC Bayern München
Oliver Kahn ist seit Jahr Vorstandschef des FC Bayern München © Getty Images
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Vorstandsmitglied Oliver Kahn spricht in einem Podcast über die Wichtigkeit von Tradition beim FC Bayern. Er will sich auch mit neuen Einnahmequellen beschäftigen.

Vorstandsmitglied Oliver Kahn hat über die Herausforderungen beim FC Bayern und die jüngsten Fan-Proteste gesprochen.

"Es hilft, wenn man mal als Spieler in einem Verein war und Erfolge gefeiert hat. Aber das reicht nicht aus, diese Zeiten sind vorbei. Dafür ist dieses Geschäft viel zu komplex und anspruchsvoll geworden", sagte Kahn im kicker meets DAZN - der Fußball-Podcast.

Kahn hofft, in München die sportliche Welt mit der Business-Welt rund um den deutschen Rekordmeister "zusammenbringen zu können". (Service: SPIELPLAN der Bundesliga)

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Kahn: Tradition ist wichtig - aber nicht alles

Der 50-Jährige will die Bayern-Familie und die Mia-san-Mia-Mentalität zwar wahren, weshalb Lokalmatadore und das Nachwuchsleistungszentrum laut Kahn ein wichtiger Faktor sind - aber nicht auf Kosten von internationalen Verstärkungen.

"Die Welt entwickelt sich weiter, wir sind sehr international unterwegs. Wir sind zum Beispiel auch sehr froh, einen Spieler mit dem Talent von Joshua Zirkzee in unseren Reihen zu haben. Tradition ist wichtig. Aber ich habe das Gefühl, dass immer weniger Vereine daraus auch wirklich etwas machen", sagte Kahn.

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Der dreimalige Welttorhüter mahnt: "Wenn Tradition dazu führt, dass sie wie ein Ballast, wie ein Hemmschuh auf einem Verein liegt und Weiterentwicklung verhindert, weiß ich nicht, ob das so positiv oder optimal ist."

Neue Einnahmequellen für FC Bayern gesucht

Damit der FC Bayern auch mit den europäischen Spitzenklubs konkurrieren hat, will Kahn neben den klassischen Einnahmequellen sich auch nach anderen umschauen: "Wir sehen bei Juventus Turin, dass die eine eigene Vereinswährung ihren Mitgliedern anbieten. Das sind Dinge, mit denen wir uns beschäftigen müssen und abwägen, ob wir das wollen oder nicht." 

Die jüngsten Fan-Proteste gegen Funktionäre und den DFB sind für Kahn hingegen "nichts besonders Neues".

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"Zu meiner aktiven Zeit gab es wohl im größeren Ausmaß rassistische Ausschreitungen und Gewalt. Für mich war das auch nicht immer lustig, ins Tor zu gehen und erstmal den ganzen Gemischtwarenladen an Früchten aus dem Fünfmeterraum zu räumen", sagte Kahn.

Kahn: Deshalb gibt es die enorme Empörung 

Der Ex-Torhüter ist daher der Ansicht, dass er sich "gut darin hineinversetzen kann, was es bedeutet, rassistisch angegangen zu werden und wie man sich da fühlt. Was für eine Art der Ausgrenzung und Erniedrigung das für einen Menschen bedeutet."

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Da die Gesellschaft heute stärkere Werte hat als zu seiner Zeit, gibt es seiner Meinung nach aktuell "diese enorme Empörung gegen das, was wir in den Stadien nicht haben wollen." Dazu zählen laut Kahn Anfeindungen gegen bestimmte Personen: "Da hört der Spaß auf."

Der FC Bayern hat auch deshalb die Aktion "Rot gegen Rassismus" ins Leben gerufen, um ein Zeichen gegen Ausgrenzung, Beleidigungen und Intoleranz zu setzen.

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