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München - Bayern-Trainer Hansi Flick spricht über die Zukunft von Manuel Neuer, Ulreich und Nübel. Salihamidzic erhält Lob - aber Flick sendet auch eine klare Botschaft.

Seine Empathie wird Bayern-Trainer Hansi Flick als großer Pluspunkt bescheinigt. Der 55-Jährige kann sich bestens in andere Menschen hineinversetzen, ihnen ein für die erfolgreiche Zusammenarbeit nötiges Wohlgefühl vermitteln. 

Diese Stärke versucht Flick jetzt auch mit seinen Aussagen im Kicker auszuspielen, mit denen er darauf abzielt, gleich mehrere potenzielle Münchner Krisenherde zu befrieden, bevor sie sich wirklich zum Problem für den FC Bayern auswachsen.

Allen voran ist hier die Causa Manuel Neuer zu nennen, den Flick trotz der Verpflichtung von Alexander Nübel unangefochten weiter als seinen Stammkeeper in München sieht. "Manuel Neuer ist eindeutig unsere Nummer 1, daran wird sich auch in der kommenden Saison nichts ändern", sagte Flick.

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Zweifelsohne eine bewusste Stärkung Neuers, nachdem dieser zuletzt öffentlich seine Verärgerung darüber gezeigt hatte, dass vertrauliche Inhalte der Vertragsgespräche mit dem FC Bayern an die Presse durchsickerten.

Flick-Verlängerung ein Zeichen an Neuer

Flicks Rückhalt kann sich der Nationaltorhüter sicher sein. Das erneute öffentliche Bekenntnis zu seinen Gunsten schadet der Münchner Position im Werben um Neuers Zukunft nicht. Nach SPORT1-Informationen bietet Bayern dem 34-Jährigen einen Dreijahresvertrag über 12 Millionen Euro pro Jahr. Neuer wünscht sich aber zumindest eine neue Laufzeit über vier Jahre bis 2024. Der aktuelle Vertrag des Schlussmanns läuft 2021 aus.

Flick und seine Nummer 1 haben großes Vertrauen ineinander, weshalb des Trainers kürzlich vollzogene Verlängerung auch für Neuer ein positives Zeichen war.

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"Hansi ist ein super Trainer. Wie er mit den Spielern umgeht, wie wir Fußball spielen, aber auch, wie die Atmosphäre unter ihm in der Mannschaft ist - das hat mich sehr überzeugt, und darum war seine Vertragsverlängerung für mich auch ein Signal", sagte Neuer der Bild.

Flick stärkt Ulreich den Rücken

Die Verpflichtung seines designierten Nachfolgers Nübel betrifft aber nicht nur Neuer. Denn mit Sven Ulreich hat Bayern bereits einen zuverlässigen Stellvertreter im Kader, der von Neuer jüngst "als bärenstarke Nummer 2" bezeichnet wurde.

Für diese Saison hat Ulreich bereits angekündigt, kämpfen zu wollen - doch was passiert danach mit dem loyalen 31-Jährigen, dessen Vertrag ebenfalls 2021 endet?

Flick würde Ulreich offenbar gerne auch darüber hinaus in München sehen. Der 55-Jährige will sich daher nicht auf Nübel als seine Nummer 2 festlegen. Für Flick zähle beim FCB nur der "Leistungsgedanke - sogar noch extremer als woanders. Und zurzeit macht Sven Ulreich seine Sache wirklich hervorragend." Eine Rückmeldung, die der ehemalige Stuttgarter gerne vernommen haben wird.

Nübel-Verpflichtung freut Flick

Doch auch wenn Torhüter Nübel anfangs womöglich sogar die Rolle als Nummer 3 in München droht, stellt sich Flick auch ihm demonstrativ an die Seite. In einer Stellungnahme des FC Bayern vom Mittwoch wird er von Klubboss Karl-Heinz Rummenigge explizit genannt: "Alle Entscheidungsträger des FC Bayern inklusive Cheftrainer Hansi Flick sind sehr glücklich darüber, dass Alexander Nübel zur neuen Saison Spieler des FC Bayern wird."

Zuvor hatte er sich schon selbst positiv über die Verpflichtung des Schalkers geäußert. "Wenn man den deutschen und internationalen Markt sieht, war es von unserem Sportdirektor Hasan Salihamidzic eine sehr gute und strategisch kluge Entscheidung, Alexander Nübel zu holen, zudem noch ablösefrei", sagte Flick: "Wenn du den besten deutschen Nachwuchskeeper verpflichten kannst, dann musst du es tun. Das hat Hasan wirklich super gemacht."

Flick schlägt mit diesen Aussagen gleich mehrere Klappen. Einerseits prophezeit er Nübel, dass er sich bei den Bayern anfangs in Geduld wird üben müssen. Andererseits spricht er - wie der Klub ("Er ist ein wichtiger Spieler für die Zukunft der Mannschaft") dem zuletzt wacklig agierenden Nübel aber auch Mut zu und preist den 23-Jährigen als kommenden Mann.

Flick lobt Sportdirektor Salihamidzic

Flick lobt zudem ausdrücklich Sportdirektor Hasan Salihamidzic für den Transfer. Ein geschickter Schachzug, um einerseits Gerüchten um vermeintliche Probleme in der Zusammenarbeit der beiden Wind aus den Segeln zu nehmen und Salihamidzic zu stärken, der nach Neuers viel beachtetem Interview mit der Bild am Sonntag als potenzieller Herausgeber interner Informationen da steht. Zum anderen garantiert es ihm die Dankbarkeit des Sportdirektors.

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Mit einer deutlichen Spitze stellte Flick aber auch klar, wo der Einflussbereich Salihamidzics endet. Die von dem künftigen Sportvorstand zugesagte Anzahl von Pflichtspielen für Nübel, über die SPORT1 bereits Mitte Januar berichtete, interessiert Flick in der Causa nicht.

"Wer letztendlich spielt, ist immer Sache des Trainers. Und diese Entscheidung spreche ich immer mit meinem Trainerteam ab", sagte Flick. Salihamidzic wird es angesichts seiner aktuellen Position in Verein und Öffentlichkeit schwer fallen, dem zu widersprechen.

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