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München - Manuel Neuer äußert sich zum anstehenden Bundesliga-Start. Der Kapitän des FC Bayern München reagiert außerdem auf das Video von Salomon Kalou.

Noch wenige Tage, dann startet auch der FC Bayern München wieder in die Bundesliga-Saison.

Für das Team von Trainer Hansi Flick geht es zum Wiederauftakt an die Alte Försterei, die Münchner sind zu Gast beim Aufsteiger 1. FC. Union Berlin. (Bundesliga: Union Berlin - FC Bayern München, Sonntag 18 Uhr im LIVETICKER)

Die Berliner, sonst für ihr lautstarkes und emotionales Heimpublikum bekannt, müssen in ihrem ersten Bundesliga-Heimspiel gegen die Bayern auf die lautstarke Unterstützung ihrer Fans verzichten.

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Während für viele Bayern-Profis ein Spiel ohne Zuschauer Neuland sein dürfte, hat Bayern-Kapitän Manuel Neuer bereits Erfahrung, vor leerer Kulisse zu spielen.  

Im Interview über Instagram-Live mit Sky-Kommentator Wolff Fuss sprach Neuer über Geisterspiele, Salomon Kalou, Hansi Flick und die Diskussionen um den Liga-Neustart.

Manuel Neuer über:

… die Diskussionen um den Liga-Neustart:
"Wir können da alle Seiten verstehen. Wir sind jetzt diejenigen, die im Schaufenster stehen und die Spiele absolvieren. Wir verstehen aber auch die Leute, die das kritisieren. Es geht aber auch darum, dass es auf ganz viele Arbeitsplätze ankommt. Es geht nicht um uns Spieler - uns geht es gut und wir haben da keine Sorgen. Es geht um Mitarbeiter in den Vereinen oder die Vereine selbst, ob diese gehalten werden können oder nicht. Auch da hieß es bereits, dass Vereine Angst haben müssen, dass wenn gewisse Gelder für sie nicht fließen, sie den Laden zumachen können. Da stehen Menschen dahinter, die tagtäglich in die Geschäftsstellen gehen. Auch da hängen Existenzen dran. Wir versuchen, uns auf unseren Job zu konzentrieren, verstehen aber auch die Kritik. Wir freuen uns natürlich, dass wir spielen dürfen, aber wir würden uns andere Umstände wünschen. Wir sind ja auch die ersten, die starten. Da schaut auch international jeder auf die Bundesliga und wie das ganze abläuft. Wir hoffen, dass das so gehalten werden kann, wie es ist."

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… Salomon Kalou:

"Das hat uns Profifußballer sehr geärgert. Ich hatte kurz Bedenken, ob es dann wirklich weitergehen kann. Das war ja zwei Tage vor der Entscheidung der Ministerpräsidenten. Da hing für die Liga sehr viel dran. Er hat ja auch gesagt, dass es ihm leidtut. Er weiß, denke ich, am besten, dass er einen Fehler gemacht hat. Das Feedback hat er bekommen."

… gesellschaftliche Verantwortung:
"Es wird schon immer auf uns geschaut. Wir stehen immer im Rampenlicht und sind auch manchmal Vorbilder. Auch in jungen Jahren lernt man im Profigeschäft sehr viel. Von anderen erfahrenen Spielern kann man sich sehr viel abschauen. Das habe ich bereits in meinen ersten Jahren erlebt. Damals habe ich sehr viel von den Nationalspielern auf Schalke gelernt. Da hatte ich Vorbilder in der Mannschaft und habe mir sehr viel abgeschaut, auch wie man sich entsprechend verhält."

… Geisterspiele:
"In der Champions League wird bei Auswärtsspielen das Abschlusstraining im leeren Stadion des Gegners vollzogen. Diejenigen, die schon länger dabei sind, kennen das also. Die Atmosphäre ist deswegen nicht unbekannt. Ein Geisterspiel habe ich auch selbst schon erlebt. Das war in Moskau in der Champions League mit Bayern. Das ist aber nicht so ein riesiges Stadion gewesen, wie beispielsweise die Allianz Arena, das Berliner Olympiastadion oder der Signal Iduna Park. Da ist das schon etwas anderes."
… die Kommunikation auf dem Platz:
"In einem Spiel mit Zuschauern hören mich die Verteidiger und vielleicht noch die Sechser. Aber jetzt hört mich jeder. Man hört auch den Gegner. Das kann man ja vielleicht als Vorteil nutzen. Aber auch der Schiedsrichter hört alles." (lacht)

… die Vorbereitung unter Hansi Flick:
"Er bereitet uns ja super vor. Wir besprechen sämtliche Situationen immer auch schon vor den Spielen. Das hat jetzt auch schon begonnen. Wir haben bereits eine Analyse von unseren Trainingsspielen gemacht, das gehört heutzutage einfach mit dazu. Im Spiel selbst geht es eher um Feinheiten."
… die Stunden vor dem Liga-Abbruch im März:
"Der Druck war einfach zu groß. Wir haben uns eigentlich schon auf das Union-Spiel vorbereitet und das Abschlusstraining absolviert. Wir standen da und wollten mit dem Bus losfahren. Als wir uns getroffen haben, bekamen wir die Information, dass das Spiel nicht stattfinden wird. Man hätte damals aber nicht gedacht, dass das solche Ausmaße annimmt, dass das die ganze Welt betreffen wird. Das wusste man zu der Zeit ja auch noch nicht wirklich."

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