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Gelsenkirchen - Bei Schalkes Derby-Pleite steht Torhüter Markus Schubert wieder im Fokus der Kritik. Roman Weidenfeller bringt im CHECK24 Doppelpass eine Lösung ins Spiel.

So hatten sich der FC Schalke 04 und speziell auch Markus Schubert den Re-Start in die Bundesliga ganz sicher nicht vorgestellt. 70 Tage nach dem letzten Ligaspiel setzte es für "Königsblau" eine 0:4-Klatsche im Geisterderby bei Borussia Dortmund – und prompt ist auch gleich die Torwart-Diskussion auf Schalke wieder neu entfacht!

Der 21-jährige Schubert patzte nämlich vor dem 0:2 durch Raphael Guerreiro und sah zudem vor dem 0:3 durch Thorgan Hazard unglücklich aus.

Wagner gibt Schubert Mitschuld

Trainer David Wagner sagte: "Schubi ist mitverantwortlich für das zweite Tor. Das ist selbsterklärend, wenn man das nochmal sieht. Seine Torhüterleistung ist dementsprechend sicher nicht tadellos."

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Die Torhüter-Problematik reißt auch mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs bei den "Königsblauen" nicht ab. Erst Nübel, jetzt Schubert. Schalke-Boss Clemens Tönnies war allerdings bemüht, eine Torwartdiskussion mit aller Kraft zu vermeiden: "Damit wollen wir gar nicht anfangen", sagte der 63-Jährige und fügte an: "Wir werden uns die Nase putzen. Jetzt sind der Trainer und die Truppe gefragt. Fertig."

Weidenfeller: Schalke-Torhüter "sind sehr belastet"

Ganz so einfach ist es dann aber nicht. Ex-BVB-Keeper Roman Weidenfeller wurde im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 deutlich: "Schalke hat extreme Probleme auf der Torhüterposition. Beide Keeper sind sehr belastet."

Vor mehr als zwei Monaten löste Markus Schubert den völlig verunsicherten Alexander Nübel als Nummer 1 ab. Nach vier schwerwiegenden Patzern wurde der zum FC Bayern wechselnde Nübel zuletzt vom eigenen Anhang ausgepfiffen. Schubert, der Nübel in dieser Saison schon während einer Rot-Sperre vertreten hatte und beim 0:5 in München kräftig patzte, spielte daraufhin im Pokal gegen die Bayern (0:1), gegen Hoffenheim (1:1) und jetzt gegen Dortmund.

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Weidenfeller regt an: "Vielleicht würde es passen, wenn man Nübel jetzt wieder ins Tor stellt. Die Zuschauer haben sich ja gegen Nübel gestellt, die gibt es nun nicht mehr im Stadion."

Nübel oder Schubert? "Druck liegt auf David Wagner"

Der Weltmeister von 2014 weiter: "Torhüter brauchen Ruhe und Selbstvertrauen. In München und im Derby hat Schubert gepatzt. Ein junger Torwart darf Fehler machen und braucht Spielpraxis. Aber Schalke hat sich damit keinen Gefallen getan. Beide Torhüter sind angeschlagen, aber der größte Druck liegt auf David Wagner: Er hat gesagt, dass Schubert bis zum Ende im Tor steht."

Schubert patzte am Samstag im leeren Dortmunder Signal Iduna Park zum psychologisch ungünstigen Zeitpunkt. Coach Wagner: „Wir haben ein Tor kurz vor und kurz nach der Halbzeit bekommen. Das ist denkbar ungünstig. Danach war für uns alles gelaufen.“

Vor dem 0:2 spielte Schubert einen folgenschweren Fehlpass auf Mahmoud Dahoud. "Da hat er sich verzettelt", sagt Weidenfeller. "Er hatte keinen Plan, als er den Ball bekommen hat. Er hat viel zu lange gewartet, bis er von Erling Haaland unter Druck gesetzt und zugelaufen wurde. Er ist noch jung und steht unter Druck." Beim 0:3 sieht Schubert laut Weidenfeller "unglücklich" aus. "Der Ball ist haltbar", findet der 39-Jährige.

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Die Torhüter-Diskussion ist auf Schalke nun wieder da. Klar ist: Die Niederlage an Schubert festzumachen, wäre mehr als unfair. Auch mit dem U21-Nationalkeeper in Bestform hätte es für die erschreckend schwachen Schalker (jetzt acht Spiele sieglos) wohl eine Derbypleite gegeben. Dennoch: In sieben Spielen kassierte Schubert 13 Tore und spielte nur zweimal zu Null. Wagner: "Das gehört aber zu seiner Entwicklung dazu. Er ist noch ein junger Torwart, den wir versuchen weiterzuentwickeln."

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