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Gelsenkirchen - Schalkes Trainer David Wagner hält weiter an seiner Mauertaktik fest, verliert damit aber auch gegen Bremen. Die Abwehr stabilisiert sich, andere Baustellen aber bleiben.

Die Schalker haben es wieder getan.

Nach der 1:2-Niederlage unter der Woche bei Fortuna Düsseldorf gingen sie auch gegen Werder Bremen extrem defensiv, ja sogar regelrecht ängstlich ins Spiel.

Es waren 20 Minuten gespielt, da wies die Statistik 18 Prozent (!) Ballbesitz für die Königsblauen aus. Im eigenen Stadion. Doch sie waren nicht nur destruktiv, sondern offensichtlich auch sehr nervös. Wie anders ist es zu erklären, dass über weite Strecken der ersten Halbzeit nur etwas mehr als die Hälfte der Pässe ihren Adressaten fanden?

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Dabei hatte Trainer David Wagner noch vor dem Spiel betont, dass sich die Mannschaft mit dieser Spielweise derzeit am wohlsten fühlt. "Natürlich tauschen wir uns auch darüber aus, wo sich die Mannschaft stabiler fühlt, wo sie wieder in der Lage ist, Zweikämpfe zu gewinnen. Für uns alle war klar, dass das eher unser Ansatz ist", sagte der Coach bei Sky.

Wagner bleibt bei seiner Defensiv-Taktik

Allein es fehlt noch das gewünschte Ergebnis. Gegen Werder, als Tabellenvorletzter immerhin noch einen Rang hinter Düsseldorf platziert, reichte es wieder nicht zur Wende. Im Gegenteil: Das 0:1 bedeutete die vierte Niederlage im vierten Spiel nach der Corona-Pause. Und wieder wurde Wagner mit seiner Defensivtaktik konfrontiert. (Spielplan und Ergebnisse)

"So lange sich die Mannschaft nicht sicher fühlt", werde er weiter das Augenmerk auf die defensive Stabilität legen, sagte der 48-Jährige. Dabei spielt es für ihn offenbar auch keine Rolle, dass sein Team mittlerweile im Niemandsland der Tabelle auf Platz zehn angekommen ist und es ohnehin nicht mehr viel zu verlieren hat. (Die Tabelle der Bundesliga)

Zu sehr nagt eben noch die Flut der Gegentore an ihm, die seine Mannschaft mit der offensiven Strategie kassiert hatte, die sie einst ausgezeichnet hat. 16 Tore mussten die Schalker vor der Partie in Düsseldorf in fünf Bundesliga-Spielen hinnehmen.

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Auch das verletzungsbedingte Fehlen der Leistungsträger Amine Harit, Omar Mascarell und Suat Serdar hat dazu beigetragen, dass Wagner derzeit die vorsichtige Variante bevorzugt. "Jetzt geht es darum, den Jungs das Gefühl von Stabilität wieder zu vermitteln, um von da an wieder zu versuchen zu attackieren", sagte Wagner nach dem Spiel gegen Werder.

Zahl der Schalker Gegentore sinkt

Auch ihm ist nicht verborgen geblieben, dass sich die Zahl der Gegentore durch die Taktik, die er übrigens auch gegen Hoffenheim (1:1) und im DFB-Pokal gegen die Bayern (0:1) angewandt hatte, verringert hat.

Im Spiel gegen Bremen lag dies auch an Alexander Nübel. Der Torwart, der nach der Ankündigung seines Wechsels zu den Bayern bei den Fans in Ungnade gefallen war, erhielt den Vorzug vor Markus Schubert. "Alex hat ein gutes Spiel gemacht und der Mannschaft Stabilität gegeben", lobte Wagner den Torwart, der beim Gegentor von Leondardo Bittencourt chancenlos war.

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Der nächste Schritt muss nun aber sein, auch offensiv wieder mehr Akzente zu setzen. So gesehen hat die Leistung der Mannschaft nach der Pause auch Wagner Mut für die kommenden Spiele gemacht. "Ich will nicht sagen, dass die zweite Halbzeit gut war, aber sie war besser", erklärte der Coach. "Wir haben uns Torchancen nicht unbedingt erspielt, aber erarbeitet."

Schalke hat mehr Schwächen als die Defensive

Dies führte ihn aber zu den nächsten Schwachpunkten in seiner Mannschaft. "Leider haben wir in der Chancenverwertung nicht so agiert, wie du es musst in unserer Situation", bemängelte Wagner. Nur drei Tore in den letzten neun Spielen sind definitiv zu wenig.

"Am Ende", so Wagner, stand aber auch deshalb eine Niederlage, weil er sich über "einen wahnsinnigen individuellen Fehler" aufregen musste. Das einzige Tor des Spiels entstand aus einer Unachtsamkeit von Jean-Clair Todibo, der den Ball im Mittelfeld verlor. Die defensiv ausgerichteten Schalker haben so ausgerechnet durch einen Konter das Spiel verloren.

Es bleibt also für Wagner noch eine Menge zu tun, um sein Team aus der Krise zu führen. Die Defensive ist nur eine von vielen Baustellen.

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