Lesedauer: 7 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Drei Spieltage vor Ende läuft es im Abstiegskampf auf einen Dreikampf um Klassenerhalt und Relegation hinaus. SPORT1 analysiert Form und Restprogramm - samt Prognose.

Der SV Werder Bremen hat im Abstiegskampf ein Ausrufezeichen gesetzt.

Mit dem furiosen 5:1 in Paderborn hat sich Werder bis auf ein Tor an Fortuna Düsseldorf herangebissen und den SCP faktisch zurück in die 2. Bundesliga befördert. (Bundesliga: SV Werder Bremen - FC Bayern München am Di., ab 20.30 Uhr im LIVETICKER)

Vor dem 32. Spieltag kristallisiert sich ein Dreikampf um Rettung und Relegation heraus, allerdings gibt es auch noch andere theoretische Konstellationen, in denen es selbst die zwölfplatzierten Kölner noch direkt erwischen könnte.

Anzeige

SPORT1 macht den Abstiegscheck.

1. FC Köln (12., 35 Punkte, 48:59 Tore)

Form

Die Kölner benötigen noch einen Sieg oder höchstens zwei Siege von Düsseldorf oder Bremen aus den drei ausstehenden Partien und der Klassenerhalt für den Effzeh ist gesichert.

Die Form spricht allerdings klar gegen Köln. Den letzen Sieg gab es am 6. März noch vor der Coronapause. Nur einmal in der vergangenen sieben Partien kassierten die Kölner weniger als zwei Tore.

Personal

Außenverteidiger Noah Katterbach kehrt wohl nach Sprunggelenkverletzung zurück, dagegen droht Jonas Hector bereits die zehnte gelbe Karte und damit die zweite Sperre, fünf weitere Profis haben viermal gelb auf dem Konto.

Erfahrung im Keller

Mit Timo Horn, Jonas Hector, Marcel Risse oder Tony Modeste verfügt Cheftrainer Markus Gisdol über gestandene Kämpfer. Auch er selbst hat schon Abstiegskämpfe mitgemacht: Hoffenheim und den HSV hielt er oben.

Restprogramm

Die Kölner müssen nach Leverkusen, empfangen Frankfurt und müssen dann nach Bremen. Auf ein potenzielles Endspiel bei Werder sollten sie es nicht ankommen lassen.

Prognose

Köln bleibt drin, vor allem weil Werder und Düsseldorf nicht alle drei Spiele gewinnen werden.

DAZN gratis testen und die Bundesliga auf Abruf erleben | ANZEIGE 

FC Augsburg (13, 35 Punkte, 42:57 Tore)

Form

Ähnlich wie Köln muss auch Augsburg nur noch theoretisch zittern. Der Punkt gegen Köln und vor allem der Sieg im Nervenspiel in Mainz am Wochenende dürften den FCA gerettet haben.

Personal

Kapitän Daniel Baier könnte nach seiner Mandelentzündung in den Kader rutschen, ansonsten hat Trainer Heiko Herrlich viele Möglichkeiten. Philipp Max droht eine Gelbsperre.

Erfahrung im Keller

Die Augsburger kennen sich im Existenzkampf aus und haben um Routinier Daniel Baier schon schlimmere Situationen überstanden.

Restprogramm

Augsburg empfängt noch Hoffenheim und am letzten Spieltag RB Leipzig. Dazwischen geht es nach Düsseldorf. Setzt es dort und zuvor gegen die TSG Pleiten, könnte es tatsächlich noch einmal eng werden.

Prognose

Ähnlich wie Köln benötigt Augsburg nur noch einen Patzer der Konkurrenten, zuletzt zeigten sie aber auch selbst Nervenstärke. Der FCA hält die Klasse.

1. FC Union Berlin (14., 35 Punkte, 37:54 Tore)

Form

Der Aufsteiger feierte nach dem Remis gegen Schalke mit dem Sieg in Köln einen fetten Big Point und hat damit ein zweites Jahr Bundesliga fast sicher.

Personal

Ein Fragezeichen steht noch hinter Christopher Lenz nach seinen Sprunggelenkproblemen. Dafür droht gleich vier Spielern, unter anderem Christian Gentner und Sebastian Andersson eine Gelbsperre.

Erfahrung im Keller

Die Achillesferse der "Eisernen". Abgesehen von Anthony Ujah gibt es kaum Spieler mit Erfahrung im Abstiegskampf. Verliert die Truppe noch die Nerven? Der Sieg in Köln spricht dagegen.

Restprogramm

Mit einem Sieg gegen Paderborn kann Union den Sack zumachen. Geht das Spiel und der Auftritt in Hoffenheim in die Hose, droht doch ein Endspiel gegen Düsseldorf.

Prognose

Die Berliner machen gegen Paderborn den Klassenerhalt klar.

FSV Mainz 05 (15., 31 Punkte, 39:63 Tore)

Form

Ab Mainz wird es interessant. Sie haben die beste Ausgangsposition des wohl entscheidenden Trios. Allerdings setzte es zuletzt den brutalen Tiefschlag daheim gegen Augsburg. Von den vergangenen sieben Partien wurde nur jene in Frankfurt gewonnen. Zudem blieb man in drei der vergangenen fünf Spiele ohne eigenes Tor.

Personal

Stürmer Taiwo Awoniyi fällt mit seiner schweren Gehirnerschütterung aus. Ansonsten sind alle Spieler einsatzbereit.

Erfahrung im Keller

Trainer Achim Beierlorzer hat mit Danny Latza oder Daniel Brosinski einige erfahrene Abstiegskämpfer im Team. Er selbst hat aber kaum Keller-Erfahrung. Regensburg hielt er zwei Jahre lang in der 2. Liga, geriet dabei als 5. und 8. aber nie in den Sumpf nach unten, in Köln musste er schon im November als 17. gehen.

Restprogramm

Die Mainzer haben die dicksten Brocken vor der Brust. Sie müssen noch nach Dortmund und Leverkusen, dazwischen kommt der direkte Konkurrent aus Bremen zum FSV – es könnte das Schlüsselspiel werden.

Prognose

Mainz rettet sich nur direkt, falls sie Bremen schlagen, sonst geht es in die Relegation.

Fortuna Düsseldorf (16., 28 Punkte, 33:61 Tore)

Form

Seit dem 22. Februar gelang der Mannschaft von Uwe Rösler nur ein Sieg. Dem BVB lieferte man zuletzt einen starken Kampf, aber es kommt einfach zu wenig unter dem Strich raus. Zwei Punkte gegen Köln und Paderborn zum Restart stehen dafür exemplarisch.

Personal

Neben dem angeschlagenen Torwart Zack Steffen fehlt Niko Gießelmann gelbgesperrt. Neben Torjäger Rouwen Hennings droht einem weiteren Trio eine Gelbsperre.

Erfahrung im Keller

Der Kader ist nicht unbedingt im Abstiegskampf gestählt. Rouwen Hennings ist eine der Ausnahmen. Der erfahre Stürmer hat schon einiges mitgemacht als Profi. Rösler rettete in Norwegen als Trainer immerhin Molde FK.

Restprogramm

Auf dem Papier hat die Fortuna nach dem Gastspiel bei RB Leipzig lösbare Aufgaben. Augsburg und Union könnten dann beide schon gerettet sein. Im besten Fall erarbeitet sich Düsseldorf ein Endspiel gegen die Berliner.

Prognose

Weil die Fortuna zu oft Remis spielt (schon zehnmal), geht es in die 2. Liga.

SV Werder Bremen (17., 28 Punkte, 35:64 Tore)

Form

Lange Zeit sahen die Bremer wie sichere Absteiger aus. Die vier Punkte gegen Gladbach und auf Schalke gaben Florian Kohfeldts Mannen wieder Hoffnung, danach setzte es zwar zwei Pleiten, aber das furiose 5:1 in Paderborn lässt wieder an ein Weser-Wunder glauben.

Personal

Neben Kevin Möhwald (Knie-OP) und Nuri Sahin (Hüfte) fehlt auch der erfahrene Ömer Toprak. Der Verteidiger hat noch Trainingsrückstand. Kevin Vogt droht eine Gelbsperre.

Erfahrung im Keller

Ein paar erfahrene Abstiegskämpfer wie Kevin Vogt gibt der Kader her. Niclas Füllkrug schaffte 2018 mit Hannover den Klassenerhalt und traf gegen Paderborn nach langer Leidenszeit.

Restprogramm

Werder muss zunächst wahrscheinlich die Statisten für die Meisterkrönung des FC Bayern stellen, aber danach kommen die beiden großen Chancen in Mainz und gegen Köln. Vor allem das Duell mit den Mainzern ist extrem wichtig.

Prognose

Die Bremer schaffen das Wunder, wenn sie in Mainz siegen. Mit diesem Schwung schlagen sie auch Köln am letzten Spieltag und bleiben direkt drin.

Meistgelesene Artikel

SC Paderborn (18, 20 Punkte, 34:67 Tore)

Form

Der SCP braucht ein gewaltiges Wunder, um auch nur in die Relegation zu kommen. Dafür müssten drei Siege in Folge her - bei bisher gerade einmal insgesamt vier Dreiern -, außerdem dürften Werder und Düsseldorf maximal noch einen Punkt holen.

Personal

Uwe Hünemeier und Streli Mamba kehren nach Gelsperren zurück, dafür fehlen nun Sven Michel und Abdelhamid Sabiri mit der fünften Verwarnung. Sonst sind alle wichtigen Spieler an Bord.

Erfahrung im Keller

Fehlanzeige. Uwe Hünemeier gehörte 2014/15 bereits zum Kader - damals stiegen die Paderborner als Letzter ab. Die fehlende Erfahrung machen auch die naiven Auftritte deutlich.

Restprogramm

Union, Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt sind wohl zu hohe Hürden für drei Siege.

Prognose

Schon am Dienstag bei Union ist der Abstieg der tapferen Truppe von Steffen Baumgart besiegelt.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image