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Edson Braafheid und Franck Ribéry im Einsatz für den FC Bayern
Edson Braafheid und Franck Ribéry im Einsatz für den FC Bayern © Imago
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Edson Braafheid ist in München nie wirklich glücklich geworden. Der Ex-Verteidiger des FC Bayern spricht trotzdem mit viel Respekt über seine Ex-Kollegen.

Der FC Bayern ist die größte Adresse in Fußball-Deutschland. Aber nicht alle, die es zum deutschen Rekordmeister schaffen, werden auch zu Superstars. 

Ein gutes Beispiel ist Edson Braafheid, der 2009 völlig überraschend bei den Münchnern landete und in der Folge einige Enttäuschungen hinnehmen musste.

"Es war von Anfang an hart für mich. Ich hatte einen schweren Stand, weil ich für die meisten der Spieler von Louis van Gaal (damaliger Trainer des FCB, Anm. d. Red.) war, nicht der Spieler vom FC Bayern", sagte der ehemalige niederländische Nationalspieler im Interview mit Spox. Van Gaal habe ihn damals nach Deutschland gelotst. 

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Braafheid hat aber nicht nur schlechte Erinnerungen an seine Zeiten bei den Roten: "Die Mannschaft an sich war der absolute Wahnsinn, ein perfekter Mix aus talentierten und fertigen Spielern." 

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Braafheid, der nach seinem ersten Jahr in München an Celtic Glasgow ausgeliehen wurde, schwärmte unter anderem von seinem damaligen Mitspieler Luca Toni: "Für mich als Verteidiger war Luca Toni ein unglaublich frustrierender Gegenspieler im Training. Er stellte seinen Körper immer perfekt zwischen Ball und Gegner, schoss mit rechts, schoss mit links und war auch noch eine Waffe in der Luft. Du konntest ihn nicht stoppen." 

Lahm eiskalt, Ribéry gefährlich

Der beste Spieler im Kader sei aber ein anderer gewesen: "Vor Philipp Lahm habe ich oft den imaginären Hut gezogen. Ich kann mich an kein schlechtes Spiel von ihm erinnern. Der Kerl hat nicht einmal im Training einen Fehlpass gespielt. Er war eiskalt." 

Als Linksverteidiger hatte er vor allem mit Franck Ribéry zu tun: "Franck ist der Typ Fußballer, der dir erst einen Witz erzählt und dich dann zehn Sekunden später von der Seite umgrätscht. Bei ihm wird aus Spaß schnell Ernst." Trotz dessen aufbrausenden Temperaments zeigte Braafheid aber viel Respekt vor dem Franzosen: "Es gibt ja viele vermeintlich große Fußballer, die sich aber verstecken, wenn es drauf ankommt. Franck hat sich nie versteckt. Und das macht einen großen Spieler wirklich aus." 

Ribéry sei immer wütend gewesen, wenn er den Ball nicht bekommen habe. "Du wusstest: Auf den Jungen ist Verlass. Für mich war es wunderbar, mit ihm zusammenzuspielen. Er und Robben, das war damals die beste Flügelzange der Welt."

Hier spielt Braafheid jetzt

Nach seiner Rückkehr aus Glasgow bekam Braafheid bei den Bayern eine weitere Chance, konnte sich aber nicht durchsetzen. Anschließend wechselte er zur TSG Hoffenheim, wo er als Teil der berüchtigten "Trainingsgruppe zwei" den Tiefpunkt seiner Karriere erlebte. 

Erst nach einem Wechsel zu Lazio Rom fand er den Spaß am Fußball wieder. Nach einem weiteren Transfer, diesmal zu seinem Heimatverein FC Utrecht, setzte er seine Karriere für fast ein Jahr lang aus. Mit mittlerweile 37 Jahren spielt Braafheid nun beim US-amerikanischen Zweitligisten Bold FC.

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