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Nach dem Spieler-Streik wegen der Ausbootung von Ádám Szalai bei Mainz 05 erklären sich Beierlorzer und Schröder in einer kuriosen PK und geben Rätsel auf.

Die chaotischen Ereignisse beim FSV Mainz 05 haben den Klub in den Blickpunkt der Fußball-Nation gerückt.

Die Spieler des Abstiegskandidaten der Vorsaison haben nach der Ausbootung von Ádám Szalai das Training bestreikt. Sie solidarisierten sich mit dem ungarischen Stürmer-Routinier, der nach SPORT1-Informationen einen Streit mit Trainer Achim Beierlorzer hatte.

Die Klubführung um Sportvorstand Rouven Schröder hat nach eigenen Angaben intern für Aufklärung gesorgt, am frühen Donnerstagnachmittag traten Beierlorzer und Schröder vor die Presse. Sie enthüllten neue Details zum Ablauf der Entscheidung, sich von Szalai zu trennen - diverse kryptische Aussagen ließen aber auch einiges im Dunkeln (Bundesliga: FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart, Samstag 15.30 Uhr im LIVETICKER).

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Beierlorzer und Schröder erklärten explizit, dass auf Wunsch der Mannschaft ein Teil der Hintergründe intern bleiben solle. Kann der Klub unter diesen Umständen tatsächlich einfach wieder zur Tagesordnung übergehen?

Die PK zum Nachlesen im Ticker.

+++ Ist der Schaden behebbar? +++

Schröder: "Es ist vollkommen klar, dass wir uns das nicht wünschen. Aber es ist nun passiert und wir müssen damit umgehen. Aber ich bin kämpferisch. Alles, was passiert hat einen Grund, dem muss man auf den Grund gehen. Wir wollen daran arbeiten."

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+++ Kam Szalai mit Übergewicht aus dem Urlaub zurück? +++

"Ich weiß nicht, wo sie das herhaben, nicht aus dem Trainerteam jedenfalls. Das haben wir nie so gesagt. Klar, wir müssen bei einem 33-Jährigen an der Spritzigkeit arbeiten, das ist klar." Für's Protokoll: Beierlorzer hat nicht gesagt, dass das Gerücht mit dem Übergewicht nicht stimmt.

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+++ Was, wenn noch ein Streik kommt? +++

"Es wurde klipp und klar gesagt, dass wir eine klare Richtung haben: Es muss jetzt ein Miteinander geben, die Solidarität, die die Mannschaft gestern untereinander gezeigt hat, auf den Platz zu bringen, das ist jetzt der Anspruch. Da können wir als Gruppe, als Verein zeigen, wofür wir stehen."

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+++ Beierlorzer über das Spiel gegen den VfB Stuttgart +++

Der Fußball muss jetzt wieder im Vordergrund stehen. Man habe "einen Tag weniger Training gehabt", aber am Samstag wolle die Mannschaft wieder "volle Kanne" loslegen und das Spiel gewinnen: "Dieses Signal der Mannschaft war ja nicht gegen mich persönlich gerichtet."

+++ Ist das Verhältnis von Beierlorzer zum Team zerrüttet? +++

Der Coach sagt: "Ich habe kein Verständnis, wenn der Konflikt in den sportlichen Bereich geht, Training ist ja Kern der Sache im Fußball. Ich nehme hier aber nichts als Zerwürfnis war. Wir hatten vergangene Saison eine Aussprache mit der Mannschaft, die als Zerwürfnis dargestellt wurde, aber das habe ich nie so gesehen. Es gibt hier ein Miteinander, in dem es auch mal konträre Meinungen gibt."

+++ Wie lief das letzte Gespräch mit Szalai? +++

Auf SPORT1-Nachfrage sagt Beierlorzer: "Das Gespräch mit Adam war ruhig und professionell, es gab keine Eskalation. Die Freistellung wollte er nicht annehmen, wir hatten ihm Trainingspläne für Zuhause geben wollen, aber er wollte zum Training kommen, das ist auch sein Recht. Das Gespräch jetzt war ruhig."

+++ Worum geht es wirklich? Rätselhafte Andeutungen von Schröder +++

"Wir steigen nicht in eine aggressive Berichterstattung ein und machen kein Ping-Pong-Spiel mit."

+++ Beierlorzer: Darum war Szalai im Pokal noch im Kader +++

"Die Situation war eine andere. Es gab Länderspielabstellungen, Adam war fitter als andere. Es ging gegen einen Regionalligisten, darum haben wir damals entscheiden, dass er im Kader stehen sollte." Schröder betont noch einmal: Vor dieser Woche war Szalai ein Wechsel als Möglichkeit nahegelegt worden, die Entscheidung, ihn endgültig auszubooten, fiel später.

+++ Beierlorzer: "Wir wollten Konflikte vermeiden" +++

"Wir haben beschlossen, Adam freizustellen, um jungen Spielern mehr Zeit und Entwicklungschancen zu geben. Wir haben ihm schon nach der vergangenen Saison gesagt, dass es so kommen kann. Dass er nun auch nicht mehr im Training sein soll, hat damit zu tun, dass wir Konflikte in der Trainingsarbeit vermeiden wollten. Aber klar: Adam ist in der Mannschaft respektiert."

+++ Schröder hat das Wort +++

"Für uns alle die Fußball lieben, leben ist eine Sache passiert, die uns allen unangenehm ist. Das ist eine einzigartige Situation, die eine gewisse Dynamik zeigt. Die Thematik Szalai ist ein Grund, warum die Mannschaft gestern nicht raus ist. Die Geschichte hat nichts mit dem Thema Gehalt zu tun. Es gibt allein sportliche Gründe für die Entscheidung. Wir haben schon nach der vergangenen Saison geredet.

Wir haben ihm gesagt, dass es mit Einsatzzeiten schwer wird, dass es keine Garantie gibt, bei allen Verdiensten - und dass man sich auf dem Markt umgucken kann, um sich für die Nationalmannschaft zu empfehlen. Wir haben den Offensiv-Bereich voll bestückt, wir sind den Kader durchgegangen und haben entschieden: Die, die vor ihm sind, sind vor ihm - und wir möchten Spielern, die hinter ihm sind, mehr Spielzeit geben. Das ist eine sportliche Bewertung und wir wollten klare Verhältnisse. Wir möchten die Gruppe zentriert haben, das ist eine klare und konsequente Entscheidung, aber auch eine unpopuläre, das wissen wir. Wir geben zu, dass wir die Kommunikationswege falsch eingeschätzt haben, die Dinge haben sich aufgeladen, auch durch aggressive Berichterstattung, die nicht immer den richtigen Sachstand abgegeben hat.

Wir sind nach dem, was beim Training passiert ist, gestern zum Schluss gekommen, dass Druck und Härte nichts bringen, darum haben wir uns dagegen entscheiden, das auszuüben und haben es dabei belassen. Wir haben am Morgen aber klargemacht, was die Konsequenzen sind und das ist auch verstanden worden. Der Wunsch der Mannschaft ist, sämtliche besprochenen Dinge intern zu halten. Heute geht es normal weiter, wir werden heute nachmittag trainieren und alles daran setzen, das Spiel gegen Stuttgart zu gewinnen. Wir müssen Dinge in der internen Kommunikation verbessern."

+++ Die bekannten Hintergründe +++

Am Montag hatte Sportvorstand Rouven Schröder hatte mitgeteilt, dass der 32 Jahre alte Ungar "in unseren sportlichen Planungen keine Rolle mehr spielen wird", Szalai solle sich "neu orientieren", sich also einen neuen Klub suchen.

SPORT1 weiß: Es gab - wie schon vom kicker berichtet - einen Streit zwischen Szalai und Beierlorzer, durch den das Verhältnis zwischen Spieler und Coach zerrüttet ist.

Schon im vergangenen Jahr soll es interne Spannungen zwischen der Mannschaft und Beierlorzer gegeben haben, der im vergangenen November Sandro Schwarz beerbte und die Rheinhessen knapp zum Klassenerhalt führte.

Die Mainzer haben das Auftaktspiel in der Bundesliga bei RB Leipzig mit 1:3 verloren. Szalai - beim 5:1 im Pokal gegen den TSV Havelse noch Joker und Torschütze - stand nicht im Kader. Am Samstag trifft Mainz nun auf den VfB Stuttgart.

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