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München - Wer wird Nachfolger von David Wagner bei Schalke 04? Manuel Baum wird gehandelt. Für Stefan Effenberg wäre SPORT1-Experte Peter Neururer der Richtige.

Stefan Effenberg brachte es am Sonntag im CHECK24-Doppelpass bei SPORT1 auf den Punkt und zögerte keine Sekunde mit der Antwort, als ihn Moderator Thomas Helmer fragte, wer denn nach der Entlassung von David Wagner neuer Schalke-Trainer werden soll.

"Peter", sagte der SPORT1-Experte und zeigte auf Peter Neururer, der ihm gegenüber saß. "Es muss einer sein, der den Verein und das Umfeld kennt und dafür ist Peter doch prädestiniert."
 
Neururer bedankte sich bei Effenberg und grinste. Doch er wusste nicht, was da noch auf ihn einprasseln sollte, nachdem er so ins Schaufenster gestellt wurde. Als SPORT1 den 65-Jährigen am Montag erreicht, muss er erstmal laut lachen.

Telefon steht nicht mehr still

"Das war wunderbar von Stefan. Denn bei mir steht seitdem das Telefon nicht mehr still, das Faxgerät ist überfüllt und ich habe am Montag bis 1 Uhr rumtelefoniert. Sämtliche Schalke-Fanclubs melden sich bei mir."
 
Doch eine Frage steht jetzt natürlich im Raum. Würde Neururer es machen, wenn sich Schalkes Vorstandsboss Jochen Schneider bei ihm melden würde? Seit Ende 2014 ist Neururer raus aus dem Trainer-Geschäft, damals war seine letzte Station der VfL Bochum.

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"Ich greife nicht in Spekulationen ein. Ich habe mich eigentlich als Trainer verabschiedet und gesagt, dass ich im deutschen Fußball nichts mehr mache", betont Neururer, räumt aber gleich ein, dass es "zwei Ausnahmen" gebe. "Nämlich Schalke 04, weil ich nicht nur Mitglied bin, sondern eine besondere Vergangenheit in diesem Klub habe, die nicht jeder hat. Und der 1. FC Köln. Für diese beiden Vereine würde ich nochmal arbeiten."
 
Ansonsten würde er nur noch im Ausland arbeiten wollen. Doch sich selbst ins Spiel bringen, das entspricht nicht seinem Naturell. "Ich muss keine Werbung mehr für mich machen", sagt Neururer und ergänzt lächelnd. "Für den Verein wäre das aber gut."

"Dass ich Schalke kann, habe ich bewiesen"

Würde er sich Schalke in der jetzigen Situation zutrauen? "Diese Frage stellt sich für mich überhaupt nicht. Wenn ich das nicht könnte, würde ich es auch nicht machen", stellt Neururer klar. "Mein Vater hat mir immer mit auf den Weg gegeben 'Mach, was du kannst'. Und dass ich Schalke kann, habe ich schon in schlimmeren Zeiten bewiesen." Da spielt er auf sein damaliges Engagement bei S04 in der Saison 1989/1990 an, als er die Schalker auf Platz zwei in der 2. Liga führte.

Viele Experten und Fans stellen sich aktuell die Frage, was die Königsblauen gerade brauchen. Für Neururer gibt es da nur eine Antwort.
 
"Punkte", sagt er. Zu einem bestimmten Trainertyp will er sich allerdings nicht äußern. "Das steht mir nicht zu. Das muss Jochen Schneider wissen, welchen Trainer Schalke 04 braucht. Wenn er mich fragen würde, dann würde ich ihm eine Antwort und einen Ratschlag geben."

Baum auf der Liste

Ein Name wird immer konkreter als Wagner-Nachfolger ins Gespräch gebracht: Manuel Baum, der aktuell die U18 des DFB trainiert. Dass die Schalker den 41-Jährigen tatsächlich auf der Liste haben, deckt sich mit SPORT1-Informationen.

Wäre Baum der Richtige? Neururer hält sich auch da bedeckt, meint nur: "Dazu sage ich besser nichts."
 
Baum war vor seiner Zeit beim DFB Trainer zweieinhalb Jahre Cheftrainer beim FC Augsburg, davor bei der Spielvereinigung Unterhaching. In der Saison 2012/2013 war er dort "Doppel-Cheftrainer“ mit Claus Schromm (heute Sportlicher Leiter in Haching). Von Januar bis März 2014 war er allein verantwortlich für die Profis.

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Neururer will zwar nicht konkret über einen Trainerkollegen wie Baum sprechen, äußert aber Skepsis. "Ich halte es für problematisch, einen Trainer zu holen, der nicht schon mehrere Krisen-Situationen bewältigt hat. Schalke ist kein Verein zum Üben. Wenn das nicht klappt, ist Schalke Zweitligist."
 
Wenn das Telefon bei Neururer klingeln würde, wäre er im Nu an der Veltins-Arena. "Da brauche ich nicht mal meine Harley, da kann ich zu Fuß zum Büro von Jochen Schneider gehen. Ich wohne ja nur drei Minuten vom Stadion entfernt. Die räumliche Entfernung wäre sicher kein Problem. Wenn Schalke Interesse hat, werden sie sich melden."

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