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Andreas Rettig bezieht einmal mehr klar Stellung
Andreas Rettig bezieht einmal mehr klar Stellung © Imago
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Der frühere DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig bewertet den neuen Verteilungsschlüssel der Medieneinnahmen in der Bundesliga als "verpasste Chance".

Der frühere DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig bewertet den neuen Verteilungsschlüssel der Medieneinnahmen in der 1. und 2. Bundesliga als "verpasste Chance" und prophezeit eine weitere Zementierung der Kräfteverhältnisse - zum Leidwesen der Attraktivität.

"Die Fraktion 'Weiter so' hat sich durchgesetzt", sagte der 57-Jährige im Interview mit dem Sport-Information-Dienst: "Es ist kein Schritt nach vorne, sondern ein Schritt zur Seite über die vier Jahre."

Es gebe "ein Beruhigungszückerle in den ersten beiden Jahren, das danach wieder einkassiert wird", erklärte der ehemalige Manager der Bundesligisten SC Freiburg, 1. FC Köln und FC Augsburg, "in den Jahren drei und vier wird es weniger werden im Vergleich zu den wirtschaftlich starken Klubs." Dann sinkt der Anteil der wichtigsten Säule "Gleichverteilung" von 53 auf 50 Prozent. 

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Diese Verteilung helfe "tendenziell den international ausgerichteten Klubs", erklärte Rettig, während die kleineren Klubs ab der Saison 2022/23 mit dann weniger frischem Geld ihre Darlehen abtragen müssten.

Rettig: Solidaritätsbegriff hat sich verschoben

"Ungleiche Verteilung wird zu einer sich weiter öffnenden Schere führen. Die Vereine, die diese Lücke ausgleichen wollen, werden in die Arme von Investoren getrieben, wenn sie sportlichen Erfolg haben wollen", sagte Rettig: "Sie müssen letztlich genau diese Lücke ausgleichen, die immer größer wird. Das ist durch gutes Management, gute Trainerleistung und gute Nachwuchsarbeit kaum noch zu schaffen." 

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Die Klubs hatten seit Monaten um die Verteilung der Medieneinnahmen gestritten. Zuletzt folgte auf das Positionspapier der "Kleinen 14" (vier Bundesligisten und zehn Zweitligisten) die Retourkutsche der "Großen 15" (14 Bundesligisten und Zweitligist Hamburger SV) mit dem von Branchenführer Bayern München initiierten Gipfeltreffen.

"Leider hat sich auch der Solidaritätsbegriff verschoben. Früher war der FC Bayern solidarisch mit Bochum und Bielefeld, heute mit Manchester United und Juventus Turin", äußerte Rettig. Der Leidtragende sei am Ende die Liga: "Wenn das Spannungsmoment leidet, leidet die Gesamtattraktivität, und dann wird sich das bei den zukünftigen Medienerlösen bemerkbar machen."

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