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Dortmund - BVB-Trainer Edin Terzic erzählt, dass er sich bei einer Kabinen-Ansprache vor allem die erfahrenen Spieler vorknöpfte. SPORT1 verrät, wie dies bei den Profis ankam.

Beim BVB gibt es reichlich Redebedarf!

Am Sonntag wurde es nach der 1:2-Pleite gegen Freiburg offenbar etwas ungemütlicher in der schwarz-gelben Kabine. Edin Terzic fand deutliche Worte und versuchte seine BVB-Schlaffis wachzurütteln.

SPORT1 hatte vor wenigen Tagen noch darüber berichtet, dass einige Spieler der Ansicht sind, dass Terzic die schlechten Leistungen des Teams zu schonend aufarbeite und dass der 38-Jährige zu sehr betone, was gut gelaufen sei, anstatt härter mit den Spielern ins Gericht zu gehen (BVB hält an Edin Terzic fest - trotz wachsender Zweifel)

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Jetzt gab es den Kabinen-Knall!

Delaney: "Da braucht man manchmal diese Ehrlichkeit"

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Auf SPORT1-Frage sagt der Trainer, der nur zwei der letzten sechs Spiele gewinnen konnte, auf der Pressekonferenz vor dem Hoffenheim-Heimspiel (Samstag 15.30 Uhr im LIVETICKER): "In der Rolle des Trainers gibt es eine Sache, die mir nicht so passt: Als Trainer darf jeder sauer sein auf dich, aber wenn du mal Kritik äußert oder sauer bist, wird das nicht so gerne gehört."

Terzic weiter: "Du musst als Trainer deine Spieler immer schützen und ihnen das Vertrauen schenken, das tue ich auch – aber das war nach dem Freiburg-Spiel nicht der Fall!"

Nach der vierten Niederlage unter seiner Verantwortung wollte der frühere Co-Trainer des im November gefeuerten Lucien Favre "einige Dinge loswerden. Das haben wir auch sehr deutlich und ausführlich getan. Ich habe alle direkt angesprochen und auch viele Einzelgespräche geführt. Was genau angesprochen wird, das bleibt unter uns."

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Terzic sprach vor allem mit den Führungsspielern Marco Reus und Mats Hummels, von denen zurzeit auf dem Platz viel zu wenig kommt. Von seinen Stars forderte der Coach eine deutliche Steigerung.

"Ich erwarte von unseren Führungsspielern, dass sie jedes mal, wenn ich etwas anspreche, sich als erstes angesprochen fühlen und vorweg gehen", sagt der gebürtige Sauerländer. Wir fordern von den etablierten Spielern Verantwortung zu übernehmen und das ganze wieder in die richtige Bahn zu leiten. Diese Spieler sollen vorweg gehen. In solchen Phasen ist das noch bedeutender."

Moukoko von der Kritik ausgenommen

Routinier Thomas Delaney sagt: "Der Trainer war sehr ehrlich zu uns. Ich finde das gut. Er hat viel Respekt vor uns und will uns verbessern, da braucht man manchmal diese Ehrlichkeit in der direkten Kommunikation."

Insgesamt forderte Terzic von seiner Mannschaft mehr Konzentration, mehr Zielstrebigkeit, mehr Intensität – auch im Training – sowie mehr Professionalität und Ernsthaftigkeit. Vor allem letzterer Punkt ist ein Streitpunkt im Kader. Nach SPORT1-Informationen stößt es vielen erfahrenen Akteuren übel auf, dass gerade die jüngeren Spieler Rückschläge zu schnell abhaken und kurz darauf im Bus schon wieder rumblödeln.

Youssoufa Moukoko ist von der Kritik ausgenommen. Der 16-Jährige, der gute Chancen auf einen Startelf-Einsatz gegen Hoffenheim an der Seite von Erling Haaland hat, brachte nach seiner Einwechslung gegen Freiburg mehr Dampf rein als jeder andere Spieler auf dem Platz. "Er ist eine Option", sagt Terzic, der weiterhin die volle Rückendeckung der Bosse genießt.

Auch die Mannschaft steht weiterhin hinter ihrem Trainer. Zwar gibt es vereinzelt kritische Rufe, aber der Großteil der Spieler steht hinter dem Deutsch-Kroaten und sieht sich selbst – also die Mannschaft – in der Pflicht. Insgesamt sehen viele Spieler trotz ausbleibender Ergebnisse eine Entwicklung unter Terzic. Die Trainingsintensität wurde wieder gesteigert, zudem das Positionsspiel und Anlaufverhalten verbessert.

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Hummels lobt Terzic

Mats Hummels findet: "Seit Edin da ist, machen wir sehr viele Dinge sehr viel besser. Wir kriegen nur nicht die Ergebnisse, um das zu unterstreichen."

Der Trainer ist im Übrigen selbstkritisch: "Natürlich hinterfrage ich mich. Natürlich gucke ich, was wir verändern können. Trotzdem bleib es ein Spieler-Spiel – und da geht es oftmals um das Wie."

Will der BVB das Minimalziel Champions League erreichen, ist ein Sieg gegen Hoffenheim Pflicht. Am Samstag werden Roman Bürki, Thomas Meunier, Dan-Axel Zagadou, Marcel Schmelzer und Lukasz Piszczek fehlen. Thorgan Hazard könnte nach seiner Verletzung erstmals in diesem Jahr im Kader stehen.

Manager Michael Zorc fordert nach dem Kabinen-Knall: "Wir haben aus den letzten Spielen zu wenige Punkte geholt. Wir sind mit der Situation nicht zufrieden. Es liegen zwei Mannschaften und vier Punkte zwischen uns und einem Champions-League-Platz."

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