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München - Corentin Tolisso wird dem FC Bayern wegen eines Sehnenrisses lang fehlen. Im Sommer galt er als möglicher Verkaufskandidat. Wie beeinflusst das die Transferaktivitäten?

"Wir rechnen mindestens mit drei Monaten. Ich hoffe, dass er gutes Heilfleisch hat. Es ist aber eine Stelle, die nicht so einfach ist!"

Hansi Flick zeigte sich tief betroffen, als er am Freitag die Verletzungsdauer von Corentin Tolisso verkünden musste. Der 26-jährige Franzose hatte sich am Donnerstag im Training ohne Fremdeinwirkung einen Sehnenriss im linken, vorderen Oberschenkel zugezogen und wurde bereits am Freitagmorgen operiert.

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Beim Auswärtsspiel in Frankfurt (Bundesliga: Eintracht Frankfurt - Bayern München, Samstag ab 15.30 Uhr im SPORT1-Liveticker) dürfte ihn Rückkehrer Leon Goretzka ersetzen - oder Marc Roca.

Sportlich, daraus machte Flick keinen Hehl, wird der Mittelfeld-Allrounder den Bayern fehlen. In bislang 22 Pflichtspieleinsätzen erzielte er drei Tore. "Er hätte jetzt die Möglichkeit gehabt, zu spielen und seine Qualitäten zu zeigen. Denn ich bin von ihm mehr als nur überzeugt", erklärte der Erfolgstrainer und sprach davon, dass Tolissos Verletzung "fast schon eine Tragödie" sei: "Es tut mir leid. Wir sind alle geschockt."

Tolisso galt als Verkaufskandidat beim FC Bayern

Flick wird dabei auch für die Chefetage an der Säbener Straße gesprochen haben. 

Denn Tolisso, im Sommer 2017 für rund 42 Millionen von Olympique Lyon gekommen, galt nach der Saison als möglicher Verkaufskandidat, um die Transferkasse zu füllen. Sein Vertrag läuft 2022 aus.

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"Tolisso hat im Sommer noch ein Jahr Vertrag. Entweder verlängern wir den Vertrag oder müssen eine Lösung finden. Diese beiden Optionen liegen auf dem Tisch. Ich kann weder die eine noch die andere ausschließen", sagte Karl-Heinz Rummenigge zuletzt im SPORT1-Interview und stellte damit klar: Entweder wird Tolisso verkauft, oder sein Vertrag verlängert!

Ein ablösefreier Abgang 2022 sollte bislang unbedingt vermieden werden.

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Hansi Flick: "Bayern hält zum Spieler"

Flick dazu: "Ich kann es aus meiner eigenen Erfahrung sagen: Die letzten Jahre hat der FC Bayern immer gezeigt, dass er in solchen Situationen zum Spieler hält und ihn unterstützt. Er wird vom ganzen Verein Unterstützung erhalten."

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Tolissos Sehnenriss dürfte potenzielle Interessenten vorerst abschrecken. Ohnehin hat der Franzose immer wieder mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Seit seinem Wechsel hat der Weltmeister von 2018 bereits 61 Pflichtspiele der Münchner verletzungsbedingt verpasst.

Unabhängig von Tolissos Verletzungsschock haben die Bayern vor, sich mit einem weiteren zentralen Mittelfeldspieler zu verstärken.

Camavinga oder Neuhaus als Verstärkung im Mittelfeld?

Nach SPORT1-Informationen hat sich Chefscout Marco Neppe bereits nach Supertalent Eduardo Camavinga (18/Stade Rennes) erkundigt. Dass der Franzose seinen Vertrag bis 2022 erfüllt, ist ausgeschlossen.

Im Sommer will der Spieler wechseln und soll dem französischen Erstligisten über 50 Millionen Euro einbringen.

Die Bayern beschäftigen sich auch mit Florian Neuhaus, der sich einen Wechsel nach München nach SPORT1-Informationen gut vorstellen kann.

Wie Camavinga kann er im zentralen Mittelfeld nahezu jede Position abdecken. Der 23-Jährige hat bei Borussia Mönchengladbach zwar einen Vertrag bis 2024. Nach SPORT1-Informationen kann er die Fohlenelf aufgrund einer Ausstiegsklausel von rund 40 Millionen Euro aber bereits in diesem Sommer verlassen.

Nach Dortmund wird er jedenfalls nicht wechseln. Das hat sein Noch-Trainer Marco Rose (ab kommender Saison beim BVB) versprochen.

Tolisso-Zukunft bleibt offen

Die Chancen, dass es Neuhaus nach München zieht, haben sich durch Tolissos Verletzung jedoch nicht erhöht: Ein Verkauf des französischen Weltmeisters hätte einen teuren Sommer-Transfer wie Neuhaus, Camavinga oder Denis Zakaria, ebenfalls ein Mittelfeldallrounder von Borussia Mönchengladbach, begünstigt - ist nun aber unwahrscheinlicher geworden.

Javi Martínez wird die Bayern zudem ablösefrei verlassen und auch keine Ablösesumme in die Kassen spülen. Umso mehr hoffen die Münchner bei Michael Cuisance, dass Olympique Marseille die Kaufoption von mehr als 15 Millionen Euro ziehen wird.

Eine Entscheidung über die Zukunft der Bayern-Leihgabe ist jedoch noch nicht gefallen - und auch bei Tolisso wird sich diese nun wohl um einige Wochen verschieben. 

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