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München - Klare Kante gegen den Videobeweis: Maximilian Arnold kritisiert im CHECK24 Doppelpass den VAR und lässt mit Blick auf das DFB-Team aufhorchen.

Mit klarer Kante hat Maximilian Arnold im CHECK24 Doppelpass bei SPORT1 den Videobeweis kritisiert.

"Es geht viel zu lange. Den einzigen Elfmeter, den ich jemals in der Bundesliga hatte, da musste ich zweieinhalb Minuten warten. Das sollte schon schneller gehen", sagte der Mittelfeldspieler des Bundesliga-Tabellendritten VfL Wolfsburg.

Sportlich hofft der 26-Jährige nach den starken Leistungen mit den Wolfsburgern in dieser Saison noch auf eine Rückkehr in die Nationalmannschaft und eine EM-Teilnahme.

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Zur Forderung von SPORT1-Experte Stefan Effenberg, Arnold wieder ins DFB-Team zu berufen, entgegnete er mit einem leichten Schmunzeln: "Stefan Effenberg ist bekannt als Mann der klaren Worte und hat schon viel erlebt im Fußball. Dazu hat er eine hohe fachliche Kompetenz. Daher will ich ihm da nicht widersprechen."

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Sein bislang einziges Länderspiel bestritt Arnold am 13. Mai 2014 in Hamburg. Beim 0:0 gegen Polen wurde er in der 76. Minute eingewechselt.

SPORT1 fasst Arnolds Doppelpass-Aussagen zusammen:

Maximilian Arnold über ...

… den Videobeweis: Ich fand ihn am Anfang sehr gut, weil ein wenig mehr Gerechtigkeit gekommen ist. Ich dachte auch, dass die Diskussionen weniger werden. Aber wenn wir ehrlich sind, haben wir dadurch mehr Diskussionen. Ich glaube auch, dass bei Regelauslegungen, was gepfiffen wird und was nicht, das einfach Tatsachenentscheidungen sind. Da geht auch etwas Emotion im Fußball verloren. In Augsburg haben wir fünf Tore geschossen und nur zwei haben gezählt. Da kann man sich nicht mehr richtig freuen. Ich mag Emotionen im Fußball, die gehen aber verloren.

… eine mögliche EM-Teilnahme: Da machen wir lieber einen Schritt nach dem anderen. Momentan ist das weit weg für mich. Man hat als kleiner Junge immer einen Traum. Ich durfte schon einmal bei der Nationalmannschaft dabei sein. Im März stehen die Nominierungen an und vielleicht ergibt sich da was für mich. Aber ich lass es einfach auf mich zukommen. Nur durchs Reden komme ich nicht dahin, sondern ich muss Leistung bringen. Es läuft gerade bei uns im Verein und meine Leistung ist gut. Ich brauche mich nicht zu verstecken. Ich würde mich nicht beschweren, sondern sehr darüber freuen, aber die Welt würde für mich auch nicht untergehen. Ich habe auch zwei kleine Kinder und mit denen in den Urlaub zu fahren ist vielleicht schöner als die Nationalmannschaft.

"Noch ein paar Bretter vor der Brust"

… die Ziele mit Wolfsburg: Die Leistung passt, wir stehen auf Rang drei – und das nicht unverdient. Ich durfte das schon mal miterleben, die Champions League ist etwas Besonderes. Wenn man da einläuft und die Hymne wird gespielt, da bekomme ich Gänsehaut. Es ist ein unbeschreibliches Feeling. Wenn man aktuell auf diesem Platz steht, will man das dann auch am Ende der Saison. Aber wichtig ist, dass wir das internationale Geschäft erreichen. Ich will mich nicht beschweren, wenn es die Champions League wird, aber wir müssen auch die Kirche im Dorf lassen. Vor zwei, drei Jahren waren wir noch in der Relegation. Das darf man nicht vergessen. Es ist noch ein langer Weg und wir haben noch ein paar Bretter vor der Brust.

… Trainer Oliver Glasner: Er kann auch laut werden, ist aber keiner, der permanent rumschreit. Es geht nie gegen einen persönlich. Seine Art und Weise gefällt mir sehr gut. Er ist sehr gewissenhaft, analysiert sehr ruhig und sachlich, aber auch sehr direkt.

… das Pokal-Viertelfinale gegen RB Leipzig: Ich denke, es ist wie ein Finale, wenn Platz zwei gegen drei spielt. Es ist immer eklig gegen Leipzig zu spielen. Aber wir brauchen uns in der aktuellen Form nicht zu verstecken.

"Das möchte ich nie wieder erleben"

… seine Corona-Erkrankung: Ich bin einerseits sehr dankbar, dass wir in diesem Testpool sind, weil ich in der Familie auch Risikopatienten habe. Ich hatte es über Weihnachten und war zehn Tage allein in Wolfsburg. Ich habe Weihnachten alleine verbracht und das war für mich schon sehr verrückt. Es gibt wesentlich Schlimmeres, aber das möchte ich so nie wieder erleben. Ich habe keine Nachwirkungen. Ich war zehn Tage raus und brauchte etwas, bis ich wieder voll da war. Aber ich bin nicht eingeschränkt. Man sollte es aber nicht unter den Tisch reden. Wie wir alle wünsche ich mir wieder ein Stück Normalität.

… seine Vertragsverlängerung beim VfL: Ich habe mir das gründlich überlegt. Ich bin ein Mensch, der zu schätzen weiß, was er hat. Ich arbeite weiter an mir und hatte das Gefühl, dass ich mich in diesem Verein weiter entwickeln kann. Über die Möglichkeiten brauchen wir nicht zu sprechen, es ist eine der Topadressen in Deutschland. Daher ist mir die Entscheidung leicht gefallen.

… das frühe Wolfsburger EL-Aus: Das war sehr, sehr schmerzhaft und bitter. Aber vielleicht hat es auch etwas Gutes, weil wir nun mehr trainieren können – auch gewisse Abläufe. Das trägt langsam Früchte.

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"Nicht gut für das Ansehen der Bundesliga"

… das schlechte Abschneiden der deutschen Teams in der Europa League: Das hat nichts mit der Ernsthaftigkeit zu tun. Ich glaube, dass wir am Wochenende mehr gefordert werden als andere Teams, gegen die wir in der Europa League spielen. Die können da viel mehr rotieren. Das darf aber keine Ausrede sein. Wir als VfL Wolfsburg können in dieser Saison eh nichts dazu sagen, daher halte ich mich da zurück. Natürlich ist es nicht gut für das Ansehen der Bundesliga. Aber man muss auch die Umstände hinterfragen.

… das Meisterschaftsrennen: Bayern München hat alle sechs Titel gewonnen in diesem Jahr. Da sieht man einfach die Qualität. An den Bayern führt kein Weg vorbei. Leipzig hat auch eine große Qualität. Aber die Bayern haben eine unglaubliche Konstanz. Das zahlt sich am Ende aus.

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