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München - Eintracht Frankfurt steht in der Führungsetage vor einem gewaltigen Umbruch. Durch den drohenden Abgang von Fredi Bobic wird Trainer Adi Hütter der wichtigste Mann im Verein.

Die Zeit von Sportvorstand Fredi Bobic nähert sich dem Ende. Der Weg führt den Europameister von 1996 zu einem anderen Klub, viele Faktoren sprechen für den Schritt zu Hertha BSC. (SERVICE: Alles zur Bundesliga)

Sollten sich Bobic und die Berliner zügig einigen und die Hertha die geforderte Ablöse überweisen, dann könnte die Trennung trotz bis 2023 laufenden Vertrags bereits vor dem Saisonende vollzogen werden. Trainer Adi Hütter versicherte zuletzt noch: "Ich bin meinem Vorgesetzten gegenüber sehr loyal. Das ist Fredi Bobic." 

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Eintracht verliert mit Bobic ein Gesicht des Klubs

An der Professionalität von Bobic mag es zwar keine Zweifel geben. Doch für genau diese Phase, in der sich der Sportvorstand in diesen Tagen bei der Eintracht befindet, wurde der Begriff "lame duck" eingeführt. Bild berichtet bereits von einer Entmachtung. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

Die Prozesse, die die kommende Spielzeit betreffen, werden zukünftig ohne den früheren Stürmer angeschoben, der Ligakonkurrent aus Berlin soll nicht noch mehr Knowhow über interne Prozesse abgreifen können. Mit Bobic jedenfalls verlieren die Frankfurter ein Gesicht, das den Klub viereinhalb Jahre lang geprägt und nach oben geführt hat. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan Bundesliga)

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Ben Manga muss in neue Rolle hineinwachsen 

Doch es ist ja nicht nur Bobic, der den Klub verlässt. Der Umbruch wird größer ausfallen.

Sportdirektor Bruno Hübner befindet sich nach zehnjähriger Amtszeit ebenfalls auf der Zielgeraden. Der am 30. Juni 2021 endende Vertrag wurde nicht mehr verlängert. Die Aufgaben von Hübner sollen zukünftig auf mehrere Schultern verteilt werden. Bislang bestätigte die Eintracht aber nur eine Veränderung, Ben Manga ist vom Chefscout zum Direktor Profi-Fußball befördert worden

So hoch die Wertschätzung im Umfeld und das Vertrauen der Verantwortlichen auch ist, Manga wird sich zunächst einarbeiten und im neuen Tätigkeitsfeld beweisen müssen.

Der "Perlentaucher" hat sich einen guten Ruf erarbeitet, für ihn steht nun der nächste Karriereschritt an. Im Hintergrund agiert der langjährige Vereinsmitarbeiter Martin Kirchner. Er kümmert sich um die Abwicklung der Verträge und gilt mit seiner Erfahrung als Kapazität in diesem Bereich. 

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Mit Bobic und Hübner fallen zwei wichtige Ansprechpartner weg 

Bleibt als aktuell stärkster Mann im sportlichen Bereich der Trainer. Hütter hat sich klar zur Eintracht bekannt und ist unantastbar. Die Hessen befinden sich auf einem Höhenflug und kämpfen um die Champions League, im Jahr 2021 kassierten sie erst eine Niederlage.

Seit dem Re-Start im Mai sammelten mit dem FC Bayern und RB Leipzig nur zwei Mannschaften mehr Punkte, die Konstanz beeindruckt. Der Österreicher hat die Frankfurter also auf ganz hohem Niveau stabilisiert. 

Er sei über alle Planungen informiert, die Causa Bobic "bringt uns nicht aus der Ruhe". Hütter sagte zwar pflichtgemäß, er werde sich auch weiterhin mit Bobic und Hübner austauschen.

Allerdings sind diese Ansprechpartner bald schon weg, die heiße Phase auf dem Transfermarkt steht aber vor der Tür. Für die Eintracht ist die aktuelle Situation zumindest unglücklich. Die Suche nach einem neuen starken Mann für die Bobic-Nachfolge sollte daher vorangetrieben werden. 

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Hütters Wort wird mehr Gewicht bekommen 

In gewisser Art und Weise kann die Rolle von Hütter, zumindest temporär, mit der des in der Premier League üblichen Teammanagers verglichen werden.

Er wird, neben der Arbeit mit den Profis und in Absprache mit Manga – auch ein entscheidendes Wort bei der Zusammenstellung des neuen Kaders für die kommende Spielzeit mitreden. 

Sein Wort wird nun deutlich mehr Gewicht haben als in der Ära Bobic. Solange der geplante Teammanager, der Gelson Fernandes heißen könnte, und der neue Sportvorstand nicht installiert sind, steht Hütter als Gesicht des Klubs noch stärker im Fokus und der Verantwortung. 

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