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Frankfurt am Main - Gelingt Eintracht Frankfurt und Sportvorstand Fredi Bobic eine saubere Trennung? Beide Parteien sollten schnellstmöglich für Klarheit sorgen.

Am Montag und Dienstag überschlugen sich bei Eintracht Frankfurt die Ereignisse.

Der Startschuss erfolgte durch eine Sky-Meldung, wonach Fredi Bobic um die Auflösung seines bis 2023 laufenden Vertrags bitten würde. Wer auch immer der Maulwurf in dieser Causa war, das Thema lag nun endgültig auf dem Tisch. (SERVICE: Alles zur Bundesliga)

Keine 24 Stunden später brach Bobic sein Schweigen, der 49-Jährige gab bei der Sendung Sportschau-Thema seinen Abschied zum Sommer bekannt und fügte an: "Ich brauche nicht groß rumeiern. Man war vorbereitet darauf, dass die Situation kommt, dass ich im Sommer 2021 den Verein verlassen werde."

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Trotz Kontrakts so offensive Aussagen? Dies freilich kam im Umfeld des Klubs nicht überall gut an.

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Eintracht und Bobic kommunizieren aneinander vorbei

Eine pikante Note hat die weitere Aussage von Bobic, der schon im März vergangenen Jahres sein Ende für Sommer 2020 intern angekündigt hatte.

"Dann wurde ich gebeten, ob ich nicht noch die Corona-Saison durchziehen kann, und ich habe gesagt, das mache ich, schon aus moralischen Gründen. Ich habe gesagt, ich ziehe noch ein Jahr durch - und jeder wusste eigentlich Bescheid." 

Zu diesem Zeitpunkt war noch Wolfgang Steubing Aufsichtsratsvorsitzender bei den Hessen, doch auch dessen Nachfolger Philip Holzer sei eingeweiht gewesen. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan Bundesliga)

Doch kurze Zeit später, nachdem diese TV-Ausschnitte bereits im Netz viral gingen, folgte eine Pressemitteilung der Eintracht. Holzer teilte dort mit: "Fredi Bobic ist vor drei Wochen auf mich zugekommen und hat mich über seine Überlegungen bezüglich einer Auflösung seines bis zum 30. Juni 2023 laufenden Vertrages nach dem Ende der laufenden Saison informiert."

So weit, so gut - oder? Der nächste Passus sorgt für Zündstoff: "Wir haben verabredet, entsprechende Gespräche über einen Verbleib oder einen vorzeitigen Wechsel zu führen und darüber im Sinne des sportlichen Erfolgs der Eintracht absolutes Stillschweigen zu wahren. Die Gespräche sind gegenwärtig noch nicht abgeschlossen und werden erst nach der nächsten Aufsichtsratssitzung Mitte März fortgesetzt." Diese Vereinbarung ist somit hinfällig, die Aktualität hat die Planung überholt.

Belastet der Wirbel die Mannschaft?

Klar ist somit: Die Meldung am Montagabend setzt die Eintracht unter Druck.

Einerseits müssen die sportlich erfolgreichen Hessen einen Nachfolger finden. Andererseits soll Trainer Adi Hütter mit der Mannschaft weiterhin ruhig weiterarbeiten. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

Die Profis sollte der Führungsstress beim Rennen um die Champions-League-Plätze zunächst zwar weniger belasten. Doch Unklarheit schadet auf Dauer immer dem gesamten Klub, der Fokus rückt zumindest öffentlich weg vom Geschehen auf den Rasen. Dies kann weder im Interesse der Eintracht noch von Bobic sein.

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Eintracht unter Druck - Bobic offen für Gespräche

Nach SPORT1-Informationen ist der Europameister von 1996 jederzeit offen für klärende Gespräche.

Bobic will seine Arbeit bis zum Sommer wie gewohnt fortsetzen und sein Projekt bestenfalls mit dem Einzug in die Königsklasse vollenden. Dafür sprechen die beiden Winter-Transfers von Ali Akman und Christopher Lenz, auch die bevorstehende Vertragsverlängerung von Makoto Hasebe hat er mit abgewickelt.

Der Umstrukturierung im Klub, die unter anderem eine Beförderung von Chefscout Ben Manga vorsieht, stand er ebenfalls nicht im Weg. Ob Bobic anschließend zu Hertha BSC oder einem ganz anderen Klub weiterzieht? Die Zukunft wird es zeigen. Geschenkt gibt es allerdings nichts, laut Bild verlangt die Eintracht fünf Millionen Euro Ablöse.

Gespräche mit Aufsichtsrat und Bobic vorgezogen?

Warum also bis Mitte März auf die finale Konversation warten und nicht schon früher Klartext sprechen?

Der Frust wird ansonsten täglich nur größer, aus einem kleinen Feuerchen kann schnell ein Brand werden, eine öffentliche Schlammschlacht droht in solchen Fällen. Dies sollte und darf nach einer Zusammenarbeit, die über viereinhalb Jahre so erfolgreich verlief, nicht passieren.

Erstens weil es sportliche Ziele ab einem gewissen Zeitpunkt wirklich gefährdet und zweitens, weil es die großartige Arbeit des zweifachen Managers des Jahres nur unnötig beschädigen würde.

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