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München - Fredi Bobic soll vor einem Abschied bei Eintracht Frankfurt stehen. Bei SPORT1 spricht sein Vorgänger Heribert Bruchhagen darüber und gibt dem Klub einen Rat.

Die Nachricht vom möglichen Abschied von Fredi Bobic bei Eintracht Frankfurt war am Montag ein echter Paukenschlag.
 
"Ich habe ja engen Kontakt zu Fredi und habe ihn noch nicht erreicht. Da er noch nichts dementiert hat, spricht tatsächlich vieles dafür, dass er die Absicht hat zu wechseln", sagte Heribert Bruchhagen im Gespräch mit SPORT1. Der 72-Jährige war vom 1. Dezember 2003 bis zum 31. Mai 2016 Vorstandsvorsitzender bei Eintracht Frankfurt.

"Jeder ist für seine eigene Lebensplanung verantwortlich. Doch ich würde es sehr bedauern, wenn Fredi der Eintracht den Rücken kehrt. Ich habe an seiner Inthronisierung beziehungsweise meiner Nachfolge auch mitgearbeitet, und Fredi hat alle Erwartungen hochgradig erfüllt. Es wäre sehr schade, wenn er ginge. Aber ich habe bisher dafür keinerlei Bestätigung."

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Verhandlungen zur Vertragsauflösung

Bobic soll dem Bundesligisten seinen Entschluss bereits mitgeteilt haben, berichten Sky und Bild. Demnach sollen nun Verhandlungen zur Vertragsauflösung geführt werden - noch ist der 49-Jährige bis 2023 an die Hessen gebunden. 

Bobic gilt schon seit Wochen als möglicher Kandidat für die Nachfolge von Michael Preetz bei Hertha BSC. Dort wird seit dessen Freistellung ein neuer Geschäftsführer Sport gesucht. Das Umfeld der Hessen reagiert wenig emotional auf die jüngste Neuigkeit.
 
"Dass so ein Abschied normal hingenommen wird, weil sich Fredi abgenutzt hat, dem will ich mich nicht anschließen", betont Bruchhagen und erklärt dies auch: "Ich war immerhin 13 Jahre Vorstandsvorsitzender bei der Eintracht."

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Bobic ließ zuletzt Zukunft offen

Bobic, der vor seiner Zeit in Frankfurt beim VfB Stuttgart und Chernomorets Burgas tätig war und als Profi unter anderem für den VfB, Borussia Dortmund und auch für die Hertha spielte, hatte seine Zukunft zuletzt stets offen gelassen. Aussagen wie "ich bin sehr glücklich mit dem, was ich hier mache. Aber ich weiß nicht, was die Zukunft bringt. Das habe ich immer gesagt", hörte man von ihm häufiger.

Bei der Eintracht schwang sich der ehemalige Bundesligaprofi zu einem der wichtigsten Erfolgsfaktoren auf. Unter seiner Anleitung gelang unter anderem der DFB-Pokal-Sieg im Jahr 2018. Aktuell ist Frankfurt als Vierter eine der formstärksten Mannschaften in Deutschland. (Die Tabelle der Bundesliga)

Unter dem 49-Jährigen lauteten die Platzierungen der Eintracht in den vergangenen vier Spielzeiten elf, acht, sieben, und neun. Bruchhagen hat größten Respekt vor der Arbeit von Bobic und lobt ihn in den höchsten Tönen: "Um die Position in der Tabelle zu festigen, bedarf es sehr viel Anstrengung. Was Fredi so stark gemacht hat, ist seine internationale Vernetzung. Diese braucht der Verein auch, um sich weiter auf diesem gehobenen Niveau zu bewegen."

"Man ist gut aufgestellt..."

Daher fügt der frühere Klub-Boss hinzu: "Die Eintracht sollte um Fredi kämpfen. Es wird den Verein auch ohne Fredi weiter geben. Man ist gut aufgestellt, voll handlungsfähig und gut durchorganisiert. Ich mache mir keine Sorgen um die Eintracht, wenngleich es nicht ganz einfach sein wird die Qualität von Fredi zu ersetzen."

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Der Klub sei "im Aufsichtsrat und im Vorstand wirklich sehr gut aufgestellt", doch die Beibehaltung des erfolgreichen Status sei "sicher auch von Fredi abhängig". 

Macht’s Spycher?

Es wird sogar schon ein Nachfolger gehandelt. Sein Name: Christoph Spycher, den Bruchhagen 2005 zur Eintracht holte. Aktuell arbeitet der 42-Jährige erfolgreich als Sportvorstand bei Young Boys Bern. Die Schweizer haben erst vor wenigen Tagen Bayer Leverkusen aus der Europa League gekegelt.

Bobic wäre im Fall der Fälle nicht der einzige zeitnahe Abgang in der Führungsetage der Eintracht. Vor Kurzem hatte der Klub bekannt gegeben, dass sich Sportdirektor Bruno Hübner im Sommer zurückziehen wird. Den Posten Sportdirektors soll es SPORT1-Informationen zufolge so nicht mehr geben.

Stattdessen plante Bobic eine Umstrukturierung, die Verantwortung sollte auf mehrere Schultern verteilt werden. Auch dem bisherigen Chefscout Ben Manga war dabei ein wichtige Rolle zugedacht. Was aus diesen Plänen wird, wenn Bobic schon im Sommer den Verein wechselt, ist nicht klar.

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